Seit Ende Jänner 2020 beschäftigt das Coronavirus (2019-nCoV/COVID-19/Sars-CoV-2) die europäischen Medien und die Öffentlichkeit. In diesem Beitrag werden systemische Betrachtungen abseits der Mainstream-Themen versucht, die fortlaufend angepasst und ergänzt werden. Aufgrund der hohen Veränderungsgeschwindigkeit ist eine vollständige Erfassung nicht mehr möglich. Dennoch wird versucht, die wichtigsten Aspekte zu erfassen. Zudem gibt es für Teilaspekte eigene Artikeln.

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Wirtschaft nach Corona: 3 Phasen der Erneuerung

Spannende Gedanken und Ausblicke des Zukunftsinstitutes. Zum Whitepaper.

Verwundbarkeit der Logistik und damit Versorgung mit lebenswichtigen Gütern

In der heutigen hoch vernetzten Just-in-Time Logistik können durch solche Maßnahmen wie derzeit in China auch wichtige Prozess- und Lieferketten unterbrochen werden. In der Logistikbranche rechnet man etwa damit, dass es ab ca. 10 Prozent Personalausfall kritisch wird. Bei einer Pandemie rechnet man aber mit deutlich höheren Ausfallzahlen. Die Versorgungsengpässe bei Medikamenten nehmen bereits seit Monaten deutlich zu und könnten durch eine Eskalation in China oder darüber hinaus nochmals verschärft werden. Wir sind vielschichtig voneinander abhängig.

31.01.20: Für in China aktive Unternehmen wird das Coronavirus zunehmend zu einer Belastungsprobe. Die langfristigen Folgen sind aus Expertensicht noch schwer abschätzbar – deutlich wird aber, wie eng viele westliche Unternehmen mit China verknüpft sind.

Bemerkbar machen würde sich auch das vorübergehende Schließen von Fabriken in China: Das würde die globalen Wertschöpfungsketten beeinflussen und es Firmen erschweren, benötigte Vorleistungen aus China oder anderen betroffenen Ländern zu beziehen.

Gerade bei deutschen Unternehmen sei es nicht selten, dass mehr als die Hälfte des Werts ihrer Exporte aus Vorleistungen aus dem Ausland besteht. In einer hochgradig vernetzten Weltwirtschaft ist der Produktionsstandort China von immenser Bedeutung. Die große Frage lautet: Wann reißen die Lieferketten?

Die Blicke richten sich unter anderem auf die seit rund einer Woche abgeriegelte Elf-Millionen-Einwohner-Metropole Wuhan, ein für Logistikunternehmen zentraler Knotenpunkt, der derzeit abgeschnitten ist. Das Coronavirus „ist womöglich so ein Schwarzer Schwan“ – ein Ereignis „mit weitreichenden Folgen, die ohne Vorwarnung eintreten“. Quelle: orf.at 

03.02.20: China steht nach dem Ausbruch des neuartigen Coronavirus immer stärker unter Druck. Am ersten Handelstag nach den verlängerten Neujahrsfeiertagen sind die Börsen wegen der Auswirkungen des Coronavirus auf die Wirtschaft abgestürzt. Zudem gab es erneut einen Anstieg bei den Todeszahlen und Infektionen: Die Gesamtzahl der Toten stieg auf 371, das sind mehr als China bei der SARS-Epidemie 2002 und 2003 gemeldet hatte. Quelle: orf.at

06.02.20: Sollte China das Coronavirus nicht bald in den Griff bekommen und sich die Lage nicht verbessern, könnte das längerfristig Auswirkungen auf die internationalen Lieferketten haben. Im Vergleich zum Ausbruch des SARS-Virus im Jahr 2003 betrügen die Importe aus China nach Österreich heute das Vierfache, die Exporte von Österreich nach China hätten sich seitdem verdreifacht. Zudem liefere die Volksrepublik heute nicht mehr nur Konsumgüter wie Turnschuhe in die Welt. Quelle: orf.at

07.02.20: „In China stehen die Bänder vieler Photovoltaik-Hersteller auch nach dem Chinesischen Neujahrsfest weiter still. Der Grund ist das im Land grassierende Corona-Virus. Viele Firmen haben ihre Mitarbeiter ins Home-Office geschickt. Die Analysten von Roth Capital berichten, dass in acht Provinzen des Landes der Produktionsstopp wegen des Corona-Virus bis zum 9. Februar verlängert wurde. Darunter befinden sich auch die Provinzen, in denen unter anderem Longi, Trina Solar, Hanwha Q-Cells, JA Solar und Jinko Solar ihre Gigawatt-Produktionen betreiben. Erste Verzögerungen bei Modul- oder Komponentenlieferungen gibt es bereits, was kurzfristig ein Anziehen der Preise nach sich ziehen könnte. Doch noch scheint es zu früh, das komplette Ausmaß abschätzen zu können.“ Quelle: www.pv-magazine.de

08.02.20: Der Autozulieferer Webasto rechnet mit spürbaren wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus-Epidemie. „Ich gehe davon aus, dass die Lage in China Auswirkungen auf unsere Geschäftszahlen haben wird“, sagte Vorstandschef Holger Engelmann der „Süddeutschen Zeitung“. Webasto erwirtschaftet mit Panorama-, Schiebe- und Cabrio-Dächern sowie Standheizungen rund 3,4 Milliarden Euro Jahresumsatz – fast die Hälfte davon in China.

Die elf Webasto-Standorte in China sind wegen der Seuche geschlossen, „ebenso wie die anderer Unternehmen“, sagte Engelmann. In der am meisten betroffenen Provinz werde es „wohl länger dauern. Bis der Betrieb in China wieder einigermaßen läuft, könnte es bis Anfang März dauern.“ Bei dem Zulieferer in Stockdorf bei München war der erste Coronafall in Deutschland bekanntgeworden. Ein Mitarbeiter hatte sich bei einer chinesischen Kollegin angesteckt. Quelle: welt.de

12.02.20: Das momentan vor allem in China und den umliegenden Ländern grassierende Coronavirus könnte der österreichischen Wirtschaft Ausfälle von bis zu 1,1 Milliarden Euro bescheren. Das haben Forscher des Complexity Science Hub Vienna (CSH)Das Berechnungsmodell bildet alle für Österreich relevanten internationalen Handelsverflechtungen ab. Wir kennen die weltweiten Handelsnetzwerke. Deshalb sehen wir nicht nur direkte Effekte von wirtschaftlichen Schocks, wir können auch indirekte Effekte auf einzelne Volkswirtschaften berechnen. Im Fall der aktuellen Krise durch das Coronavirus komme auch Österreichs Wirtschaft nicht unbeschadet davon: So müssten sich vor allem heimische Hersteller elektronischer und optischer Produkte, Produzenten von Maschinen und Maschinenteilen sowie von Kraftfahrzeugen und Kraftfahrzeugteilen auf spürbare Auswirkungen einstellen. Quelle: OTS/CSH

13.02.20: Spahn warnt vor Arzneimittel-Engpässen. Der Gesundheitsminister sorgt sich um die Medikamenten-Produktion in China. Quelle: Zeit.de

17.02.20: Global Supply Chain News: Coronavirus Playing Havoc on Global ShippingWith mixed news on whether the coronavirus crisis has peaked or not, it is clearly having a huge impact on global freight shipping into and out of China. The Wall Street Journal reported last week that Lars Jensen, head of Denmark-based maritime research group Sea-Intelligence, said that there were 30 cargo ship sailings canceled last week, 23 across the Pacific and the rest to Europe. That makes more than 50 void sailings since late January, when the scope of the outbreak became known. Getting ships and freight into China is also a real challenge. Only a fraction of workers are back at work to handle arriving goods, causing major back-ups at large gateway ports. The Baltic Index, which tracks rates for shipping commodities such as grains, iron ore, coal and other agricultural products, fell into negative territory last week for the first time since its creation in 1999.

Source: Financial Times

The UK’s Financial Times reports that capacity utilization at major Chinese ports has been 20 to 50% below normal. Meanwhile, more than a third of ports said storage facilities were beyond 90% full.

One Shanghai freight broker told the Wall Street Journal that at least one container ship that can move more than 20,000 containers left Shanghai for Northern Europe with only 2,000 full containers. „That’s unprecedented, and a lot of money is being lost because it doesn’t even cover the fuel cost,“ the broker noted. Siehe auch Mega-Schiffe – Mega-Risiken?

21.02.20: Der Virus COVID-19 und seine wirtschaftlichen Implikationen
Quelle: vera-lengsfeld.de
dominoklStatt zehn Millionen Fahrgästen transportiert die U-Bahn nur noch 800.000 Fahrgäste pro Tag. Zudem scheint mehr oder weniger ganz Shanghai komplett geschlossen, auch die Schulen für mindestens einen Monat. Die Produktionsausfälle in China können aktuell nicht erfasst werden, aber aus dem oben Gesagten wird klar, dass viele Betriebe nicht arbeiten bzw. nur mit stark verminderter Kapazität. Da viele Medikamente bzw. deren Komponenten und auch die Schutzkleidung bzw. Atemmasken in China produziert werden, stehen wir in Europa ziemlich hilflos da. 

“Wir sorgen uns um die Lieferbarkeit von Wirkstoffen für Medikamente”, sagte der kroatische Gesundheitsminister Vili Beros, dessen Land derzeit die rotierende EU-Ratspräsidentschaft innehat. Ähnliches gilt für Schutzausrüstung: “Fast die Hälfte davon wird in China produziert”, sagte EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides. Man sei derzeit dabei, mit den Mitgliedsländern eine gemeinsame Beschaffung und eine Vergrößerung der Vorräte zu organisieren.“ Quelle: Der Spiegel

Nach Angaben der französischen Akademie für Pharmazie werden 80 Prozent der wichtigsten pharmazeutischen Wirkstoffe außerhalb Europas produziert, der Großteil davon in Asien.

Erstmals seit 2009 wird zudem mit einem weltweiten Rückgang der Nachfrage nach Öl gerechnet. Der Ölpreis ging innerhalb von drei Wochen von 65 auf 55 $ zurück.

Der Ausbruch des Corona-Virus trifft Chinas Exportwirtschaft dramatisch und unterbricht die globalen Lieferketten. Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt ist seit zwei Wochen nahezu zum Erliegen gekommen.“

Dieser deutsche Händler für mobile Stromerzeuger meldet bereits ein fast leeres Lager. Die Stromerzeuger sind aktuell bis auf einige Modelle ausverkauft.

 

Verzögerte Wirkungen – unterschätzte Komplexität!

Um hier eine vorsichtige Einschätzung abgeben zu können, vergegenwärtigen wir uns, wie lange ein Transport mit dem Container-Schiff von China dauert. Die Laufzeit der Containerschiffe China-Europa beträgt 21-42 Tage. Antransport zum Hafen in China, Lagerung und Stauen benötigen durchschnittlich 14 Tage. So erreicht eine Ware, die am 24. Januar (vor den chinesischen Neujahrsferien) das Werk des Produzenten in China verlassen hat, etwa zwischen Mitte März und Mitte April einen europäischen Hafen. Dann dauert es bis zum Endabnehmer nochmals 10-25 Tage (Entladen, Entzollung, Lager, Versand per Binnenschiff oder LkW). Das bedeutet, erst ab Mai werden sich ausfallende Lieferungen zunehmend stärker bemerkbar machen.

Fallen also ab 1. Februar Lieferungen aus und beginnen die Lieferungen aus einem chinesischen Werk erst wieder am 1. April, so gibt es eine Lücke von etwa 2-3 Monaten, in der in Europa Bauteile, Zubehörteile, Halbfabrikate, Rohstoffe, Produktionshilfsmittel, Fertigprodukte wie Medikamente und med. Zubehör fehlen.

Hinzu kommt eine höhere Mortalität in Europa, begründet in fehlenden Medikamenten bzw. pharmazeutischen Rohstoffen und med. Verbrauchsmaterial.

Werden Containerschiffe mehrere Wochen nicht ausgelastet und liegen irgendwo auf Reede, kann es innerhalb der nächsten Monate zu einer neuen Krise der Schifffahrt kommen. Siehe auch Mega-Schiffe – Mega-Risiken?

22.02.20:  Wegen Coronavirus: Medikamenten-Engpässe in Deutschland weiten sich aus: Der sich immer weiter ausbreitende Corona-Virus wird diesen Zustand nun wohl weiter verschlimmern. Der Virus wütet zurzeit auch in der Provinz Wuhan. Und diese ist das Zentrum der Fertigung vieler Arzneiwirkstoffe, auf die Menschen in ihrem alltäglichen Leben angewiesen sind, wie zum Beispiel Paracetamol und Ibuprofen. Quelle: www.rtl.de

26.02.20:  Angesichts anhaltender Produktionsstopps kann es in der Folge zu länger andauernden Versorgungsengpässen kommen. Auch in österreichischen Supermärkten gibt es immer mehr Lebensmittel aus China. Fast der gesamte Knoblauch-Bestand in den Supermärkten kommt aus China, viel Hühnerfleisch, wie Nuggets und sogar Äpfel werden aus China importiert. Teigrohlinge für Semmeln und anderes Gebäck betroffen könnten auch Medikamente und Teile für die Autoindustrie und Photovoltaikanlagen sein. Sowie viele Waren, die man vielleicht gar nicht mit China in Verbindung bringt. Quelle: www.trend.at

27.02.20: In einer Aussendung bezifferte die WKO den gesamtwirtschaftlichen Schaden „aus derzeitiger Sicht“ für 2020 „mit mehr als einer Milliarde Euro“. Effekte, die Italien betreffen, seien hier noch nicht eingerechnet. Die AUA schickt Boden- und Flugpersonal nach Hause. Weil Flüge nach China ausgesetzt wurden, hätten rund 150 bis 200 Personen keine Arbeit. Quelle: orf.at

28.02.20:  Für den Modehandel in Deutschland kann das Coronavirus schwere Konsequenzen haben, vor allem für die Spätsommer- und Herbstware. Ich gehe davon aus, dass wir Verzögerungen von etwa vier bis sechs Wochen haben werden. Wenn zum Beispiel die Übergangsjacke erst im Oktober oder November in die Läden kommt, ist das natürlich zu spät. Die Textilproduktion der Lieferanten in China läuft jetzt erst langsam wieder an. Die Verspätungen entstehen allein schon dadurch, dass auch die Stoffhersteller nicht arbeiten. Den Produzenten fehlen also die Vorprodukte, die sie weiterverarbeiten können. Es gibt Verzögerungen in den gesamten Lieferwegen. Wir können nur hoffen, dass allmählich die Produktionskapazität in China wieder auf Vollleistung hochgefahren wird. 

„Im Moment ist die größte Herausforderung, dass unsere Container in China nicht vom Fleck kommen. Es mangelt in China derzeit vor allem an Lkw und Lkw-Fahrern. An einigen Häfen ist die Kapazität erschöpft, weitere Container anzunehmen. Der Branchendienst Alphaliner hat vorausgesagt, dass bis Ende März etwa sechs Prozent weniger Container aus China befördert werden als vergangenes Jahr.

Als direkte Folge von Corona könnten weltweit sieben bis 25 Millionen Chinesen weniger auf Reisen gehen. Im schlimmsten Szenario würde das für Deutschland einen Rückgang der Übernachtungen aus China um 25 Prozent bedeuten.

Was wir natürlich schon seit Längerem beobachten sind allgemeine Lieferengpässe bei Medikamenten, etwa bei Schmerzmitteln, Antidepressiva oder Mitteln zur Krebstherapie. Es gibt eine starke Marktkonzentration bei den Herstellern der Wirkstoffe. Die Produktion wurde in den vergangenen Jahren von Europa vor allem nach Indien und China verlagert und die Marktanteile der Chinesen haben stark zugenommen. Wegen der zurückgefahrenen Produktion in China kann es nun auch Lieferengpässe geben, allerdings mit Verzögerungen. Das wird man erst in einigen Wochen hier in Europa erkennen können. Quelle: zeit.de

02.03.20:„Masken haben wir üblicherweise 20 bis 50 im Jahr verkauft, jetzt hätten wir tausende verkaufen können, hätten wir sie nur gehabt. Und bei Desinfektionsmitteln sind es 15-, 20-fach so viele“, schildert Apothekerkammer-Präsident Gerhard Kobinger die enorm gestiegene Nachfrage. Mittlerweile gibt es beim Abfüllen der Desinfektionsmittel Probleme – Knackpunkt sind laut Kobinger die Fläschchen mit Sprühköpfen und Dosierspender, von denen es einfach viel zu wenig gebe, „da sind wir permanent am Nachtelefonieren“, so Kobinger.

Auch im Kaufhaus Loder in Kumberg bei Graz sind Regale zum Teil leergekauft: „Seit Mittwoch merken wir in gewissen Produktgruppen, dass schon mehr gekauft wird: vor allem bei Nudeln, Reis, Mehl, Linsen, Bohnen; bei Grundnahrungsmitteln. Auch Haltbarmilch wird mehr nachgefragt. In bestimmten Produktgruppen sei der Absatz in den vergangenen Tagen um bis zu 30 Prozent gestiegen. steiermark.orf.at

Die Leute sterben, weil sie kein Klinikbett kriegen, eine schreckliche Korrelation. Das sei auch eine Warnung für die Krankenhäuser in Deutschland, vorbereitet zu sein.

Aus allen Teilen Chinas habe die Zentralregierung 40.000 Ärzte und anderes medizinisches Personal in kürzester Zeit nach Wuhan geschickt, um die Epidemie in den Griff zu bekommen. „Wenn die ganze Welt wie China wäre, dann bin ich mir sicher, dass wir die Epidemie eindämmen können.“

An erster Stelle der Maßnahmen stehe jetzt der Schutz des medizinischen Personals. So sei etwa die Grippeschutzimpfung auch jetzt noch hilfreich, weil es zumindest dieses Risiko reduziere. Und man müsse sich fragen, ob die eigene Praxis, die eigene Klinik auf Personalausfälle vorbereitet ist, die Kapazität der Labordiagnostik ausbaubar ist, wie Verdachtsfälle bewegt werden können, zuhause zu bleiben, statt in die Praxis oder gar Notaufnahmen zu kommen, wo sie sich womöglich selbst oder andere anstecken. m.tagesspiegel.de

In Summe gibt es in den KAV-Häusern in Wien eine Kapazität von rund 500 Betten für die Betroffenen.

Allerdings sei das deutsche Gesundheitssystem bereits bei der schweren Grippewelle 2017/18 mit zehn Millionen Arztbesuchen an seine Grenzen gestoßen.

07.03.20: India, the world’s main supplier of generic drugs, on Tuesday restricted the export of 26 pharmaceutical ingredients and drugs made from them, including paracetamol, as concern mounted the coronavirus outbreak could turn into a pandemic. Indian pharma companies get almost 70% of the active pharmaceutical ingredients (APIs) for their medicines from China.

Already, the coronavirus outbreak has disrupted businesses dependent on Chinese supplies and industry professionals say Indian generic drugmakers are likely to face supply shortages from China if the epidemic drags on. Quelle: http://timesofindia.indiatimes.com

21.03.20: Trotz wiederholter Bemühungen um einen reibungslosen Güterverkehr in der Coronavirus-Krise droht nach Auffassung der europäischen Industrieminister und -ministerinnen weiter eine folgenschwere Unterbrechung der Lieferketten. orf.at

01.04.20: Textile Lieferkette am seidenen Faden Die Folgen der Coronavirus-Pandemie beeinträchtigen in zunehmendem Maße jetzt auch die Lieferketten der Fashionbranche. Nachdem Modemarken schon vor Wochen Lieferverzögerungen von Bekleidung aus China schlucken mussten, wird jetzt der Import aus Bangladesch gestört. In Deutschland trifft Bekleidung bis zu 30 Tage später ein als geplant. Der Supply Chain Experte rechnet nicht mit einer Entspannung der Lage. Weil nicht nur Lieferanten die Produktion in den nächsten Tagen ruhen lassen, sondern auch die Behörden nur Notöffnungszeiten anbieten, kann es Düster zufolge im Exportbereich zu weiteren Engpässen und noch längeren Lieferzeiten kommen. Langfristig fehlen den Unternehmen und den 4,1 Millionen Beschäftigten in Bangladesch, dem weltweit zweitgrößten Bekleidungsproduzenten, schon jetzt die Perspektiven. Denn die Abnehmer der Waren, etwa 60 Prozent werden in europäische Länder geliefert, haben bereits 828 Millionen Kleidungsstücke im Wert von 2,39 Milliarden Euro storniert beziehungsweise terminlich geschoben. Betroffen sind davon mehr als 960 Fabriken.

10.04.20: Der „verrückte“ Ölpreis  Der Machtkampf zwischen den Erdölförderländern soll fürs Erste befriedet werden. Die Organisation erdölexportierender Länder (OPEC), allen voran Saudi-Arabien, hat gemeinsam mit Russland eine Kürzung der Förderung vereinbart. Doch der Ölpreis fiel trotzdem. Längst sind wegen der CoV-Pandemie, dem dadurch drastisch eingebrochenen Ölverbrauch und dem gleichzeitigen Förderwettlauf alle Regeln im Ölgeschäft ausgehebelt. Der Preis für ein Fass Rohöl der Marke Brent lag am Freitag unter 32 US-Dollar – und damit fast so niedrig wie seit 2016 nicht mehr. Die Preise sind seit Jahresbeginn um nicht weniger als zwei Drittel gefallen. Ähnliche Dimensionen gab es zuletzt während des ersten Irak-Kriegs 1991. Und der Rückgang beim weltweiten Verbrauch wird laut Schätzungen allein im April siebenmal stärker sein als der größte Quartalsrückgang im Gefolge der Finanzkrise 2008. Bei einer US-Ölsorte fiel der Preis im März teils sogar in den Minusbereichwer ein Fass kaufte, erhielt 19 Cent als Draufgabe. Der Preiscrash bringt die erdölexportierenden Länder bereits jetzt in heftige Turbulenzen – und das genau zu dem Zeitpunkt, wo sie selbst wegen der Coronavirus-Pandemie auch schwere wirtschaftliche Probleme haben, darunter etwa Russland und der Iran. Dazu verschärft der Ölstreit die geopolitischen Spannungen. Doch Russland hatte seine Budgets mit einem Ölpreis von rund 42 Dollar erstellt – Saudi-Arabiens Planung beruht dagegen auf einem Ölpreis von rund 80 Dollar. Spätestens Anfang Mai dürften alle Lager weltweit randvoll sein. Sollte das passieren, werden die Preise noch stärker fallen und Ölfelder geschlossen werden. Das würde vor allem US-Schiefergasproduzenten treffen, weil deren Ölförderung deutlich teurer ist als die in Russland oder Saudi-Arabien.  

15.04.20: Besorgniserregende Risiken Unzählige Unternehmen auf der ganzen Welt haben ihren Betrieb aktuell eingestellt. Wir reden hier von den weitgreifendsten globalen Betriebsstilllegungen seit dem Zweiten Weltkrieg und sicherlich werden in naher Zukunft noch weitere Unternehmen zu derartigen Maßnahmen gezwungen sein. Es liegt in der Natur des Menschen, sich zunächst auf das Risiko zu konzentrieren, das wir am deutlichsten wahrnehmen können. In diesem Fall handelt es sich um eine Gefahr, die durchaus Angst einflößen kann und darüber hinaus die Aufmerksamkeit der gesamten Welt auf sich zieht. Dennoch ist es ungemein wichtig, sich in Erinnerung zu rufen, dass weitere Risiken nach wie vor eine ernsthafte Gefahr darstellen können und sich somit auf die Resilienz eines Betriebs auswirken können. Unternehmen, die weiterhin wachsam bleiben, werden auch in diesen schwierigen Zeiten überzeugen und ihren Betrieb verhältnismäßig schnell wieder aufnehmen können.

16.04.20: US-Banken: Das Schlimmste kommt erst noch | JPMorgan hat einen Gewinneinbruch um fast 70 Prozent für das 1. Qu verkündet, 2. Qu wohl noch schlimmer. Inzwischen haben bereits 16 Millionen Amerikaner ihre Jobs verloren

16.04.20: Lieferprobleme bei rund 300 Medikamenten

Bei einigen Medikamenten droht ein Engpass. Betroffen sind vor allem Herz-Kreislauf- und Krebsmedikamente sowie Medikamente zur Behandlung von Infektionskrankheiten. 

Mitte Jänner waren es noch weniger als 200, allein in der ersten Aprilwoche sind über 80 neue Medikamente hinzugekommen. Eine erste exklusive Analyse von Addendum zeigt, dass die Lieferprobleme besonders Herz-Kreislauf- und Krebsmedikamente sowie Medikamente zur Behandlung von Infektionskrankheiten betreffen.

Einige der betroffenen Medikamente sind kaum ersetzbar. Das heißt, betroffene Patienten können nicht auf ein alternatives Präparat mit einem vergleichbaren Wirkstoff umsteigen. Für sie wird der Lieferengpass dann zum Versorgungsengpass. Betroffen ist beispielsweise der Wirkstoff Azathioprin, den Menschen mit Autoimmunerkrankungen oder mit einem Spenderorgan zum Überleben benötigen.

Einzelne Engpässe kommen bei Medikamenten immer wieder vor, doch wenn jetzt langfristig Produktions- und Lieferketten der internationalen Pharmafirmen unterbrochen werden, könne es kritisch werden. Auch in Wuhan wurde die Produktion von Medikamenten durch den zweimonatigen Lockdown erheblich eingeschränkt.

Hersteller würden ihre Medikamente lediglich für zwei bis drei Monate lagern. Bei den Großhändlern reiche der Vorrat dagegen oft nur für einen Monat.

Erhöhter Mehrbedarf ist auch häufig ein Grund für den Mangel.

16.04.20: Corona-Krise: USA droht Fleischknappheit Einige der größten Fleischverarbeiter in den USA mussten aufgrund der Corona-Krise ihre Werke schließen. Jetzt fürchten sie eine Fleischknappheit. Die Schweinehalter erwägen sogar das Töten von Ferkeln. Smithfield Foods, der weltgrößte Schweinefleischverarbeiter, schließt sein Werk in Sioux Falls auf unbestimmte Zeit, nachdem dort 238 der rund 3.700 Beschäftigten an dem Corona-Virus erkrankt sind. Auch andere große amerikanische Fleisch- und Geflügelverarbeiter wie Tyson Foods und Cargill Inc haben den Betrieb bereits eingestellt. Laut Ken Sullivan würden die Betriebsschließungen schwerwiegende, vielleicht katastrophale Auswirkungen auf viele in der Lieferkette, vor allem aber auf die Nutztierhalter in den USA haben.

16.04.20: USA: Über 20 Millionen Arbeitslose in vier Wochen Die Corona-Krise sorgt für nie dagewesene Dimensionen: In der vergangenen Woche haben weitere 5,2 Millionen Amerikaner neu Arbeitslosenhilfe beantragt. Damit haben innerhalb eines Monats über 22 Millionen Menschen ihren Job verloren.

23.04.20: Konjunkturerholung könnte Jahre dauern Die Erholung der Wirtschaft in Österreich könnte sich nach der Coronavirus-Pandemie doch länger hinziehen als zunächst gehofft. Ökonomen der Wirtschaftsuniversität Wien, des Instituts für höhere Studien (IHS), des Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO) und des International Institute for Applied Systems Analysis (IIASA) rechnen laut einer gemeinsamen Untersuchung mit bis zu drei Jahren. Kleinere Volkswirtschaften wie Österreich, die über hochentwickelte Produktions- und Dienstleistungssektoren mit einem komplexen Netzwerk internationaler und inländischer Wirtschaftsbeziehungen verfügen, müssen daher mit einem spürbaren Multiplikatoreffekt der Covid-19-Pandemie-Krisenmaßnahmen rechnen

27.04.20: „Lock-down“ lässt Bienen nicht abheben Die tatsächlichen und drohenden Folgen der Coronavirus-Pandemie und ihrer Bekämpfung sind schier unübersehbar. Eine davon klingt zunächst vernachlässigbar, hat es aber in sich: Bienen können wegen des „Lock-down“ vielfach nicht dorthin gelangen, wo sie dringend gebraucht werden – mit möglichen globalen Folgen für die Landwirtschaft. Denn anders als in Österreich, wo lokale Bienenvölker die Felder und Obstplantagen bestäuben, passiert das in einigen Teilen der Erde durch extra antransportierte Bienenvölker. In besonders großem Ausmaß geschieht das etwa in den USA. Die Bienentransporte sind nun durch die Coronavirus-bedingten Ausgangs- und Reisebeschränkungen weitgehend gestoppt. Nicht nur bleiben die Bienenvölker ohne Nahrung, auch die für die Landwirtschaft wichtige Bestäubung bleibt aus. In den USA sind Imker mit Tausenden bis Zehntausenden Bienenvölkern keine Seltenheit. Die dafür benötigten Arbeitskräfte müssen nun jedes Mal, wenn sie mit den Bienen an einen neuen Standort kommen, in Selbstquarantäne. Das verzögert die Bestäubung. Zudem gebe es einen Mangel an verfügbaren Lkw-Fahrern für den Bienentransport. Laut Apimondia, der internationalen Vereinigung der Imker, gibt es in den USA und Kanada aufgrund der Flugbeschränkungen auch Engpässe bei den normalerweise aus Australien, Neuseeland, Mexiko und Chile importierten Bienenvölkern.  Auch China, das inzwischen mit einer Produktion von jährlich rund 500.000 Tonnen Honig – einem Viertel der weltweiten Menge – zum weltgrößten Honigproduzenten aufgestiegen ist, kämpft mit den Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie. Laut dem „Economist“ legen die meisten chinesischen Imker im Jahr mehr als 3.000 Kilometer zurück. Das wurde durch die Ausgangssperren stark eingeschränkt. Viele Bienen starben.

30.04.20: Supply-Chain-Risiken Aus unserer Sicht ist das Risiko einer Betriebs- und Lieferkettenunterbrechung (BU) das größte Risiko für Unternehmen. Das Risiko hat in den letzten Jahren aufgrund einer Reihe von Faktoren zugenommen, die von der Globalisierung bis hin zu modernen Produktionsverfahren reichen. Die Widerstandsfähigkeit von Unternehmen kann durch eine zunehmende Fragmentierung der Produktions- und Lieferketten und die Rationalisierung von Prozessen zur Maximierung der Nutzung von Produktionskapazitäten auf die Probe gestellt werden. Obwohl dies aus geschäftlicher Sicht durchaus sinnvoll ist, bedeutet es aus Sicht des BU-Risikos auch, dass jede kleine Widrigkeit oder Störung unmittelbare Auswirkungen auf die Produktion haben kann und wird. Unternehmen werden sich dieser Bedrohungen zunehmend bewusst und unterschätzen sie nicht. Viele verbessern ständig ihre BU- und Supply-Chain-Risikomanagement-Ansätze. Das Risiko einer Pandemie von den Unternehmen weltweit eher als geringeres Risiko eingeschätzt. Nachdem der SARS-Ausbruch in den Jahren 2002/2003 bereits länger zurückliegt, standen Pandemierisiken im Vergleich zu vielen anderen drängenden Unternehmensrisiken nicht so weit oben auf der Unternehmensagenda.

Die Corona-Pandemie beeinträchtigt die globalen Lieferketten in noch nie dagewesener Weise. Risiken für die Fracht bei der Lagerung und dem Transport haben erheblich zugenommen – insbesondere für hochwertige und temperaturempfindliche Güter.

Kurzfristig sollte sichergestellt werden, dass die digitale Datentransparenz zwischen den beteiligten Unternehmen und Logistikdienstleistern der Wertschöpfungskette deutlich erhöht wird. Langfristig bedeutet es, die digitale Transformation massiv voranzubringen, um die Handlungsfähigkeit sowie schnelle und angemessene Reaktionsfähigkeit auf sich ändernde Bedingungen sicherzustellen.

Anmerkung: Das Thema Transparenz gilt nicht nur für die Supply Chains, sondern wäre von genereller Bedeutung und würde vielen Menschen und Organisationen helfen, die Lage besser einzuschätzen, um besser darauf reagieren zu können.

14.05.20: Containernachfrage deutet weltweiten Abschwung an Anstatt eines Wachstums von prognostizierten ein bis drei Prozent, so die Erwartung des Frachtriesen, wird wohl mit einem deutlichen Rückgang der weltweiten Nachfrage nach Containern zu rechnen sein. Um die Frachtraten stabil zu halten, hat das Unternehmen schon 90 Fahrten abgesagt, bis Juni rechnet Maersk mit 140 weiteren Stornierungen.

Bisherige Entwicklungen und Einschätzungen

Bis 27. Februar 2020 wurde davon ausgegangen, dass das Coronavirus nicht gefährlicher ist, als eine saisonale Grippe durch Influenzaviren.

Bei den im Netz zu findenden Grippe-Todeszahlen gibt es sehr interessante Erkenntnisse: So gibt es etwa einen Bericht vom aerzteblatt.de aus 2019, wonach es in Deutschland bei der sehr starken Grippewelle 2017/18 wahrscheinlich über 25.000 Grippe-bedingte Tote gegeben haben soll. Man findet jedoch auch einen Bericht aus 2015 auf www.aerzteblatt.de, wonach die Qualität der Zahlenermittlung äußerst zweifelhaft ist. Wenn man richtig zählt, kommt man gerade einmal auf 200 Tote, was doch ein erheblicher Unterschied ist. Die Wahrheit liegt wohl irgendwo dazwischen. Denn in komplexen Situationen ist keine einfache Ursache-Wirkungsfeststellung möglich.

Am 27. Februar revidierte jedoch das deutsche Robert-Koch-Institut diese bisherige Annahme:

Die Wahrscheinlichkeit, an einer Grippe zu sterben, liege bei 0,1 bis 0,2 Prozent. Nach den bisher bekannten Zahlen liegt die Rate beim Virus Sars-CoV-2 fast zehnmal so hoch – bei ein bis zwei Prozent. 80 Prozent der Infizierten hätten nur milde Symptome, doch 15 Prozent erkrankten schwer an der Lungenerkrankung Covid-19. Die wichtigste Maßnahme bei steigenden Infektionszahlen in Deutschland sei eine Ein­dämmungsstrategie, um den Ausbruch zu verlangsamen.

Es gibt jedoch auch einige Experten, die diese Aussage kritisieren, da es eine sehr hohe Dunkelziffer an infizierten Personen mit mildem Verlauf geben dürfte und daher die Relation überschätzt wird. Daher muss auch die vielfache Aussage zur Kenntnis genommen werden, dass auch die Experten noch viel Dinge nicht wissen bzw. richtig einschätzen können.

Ein anderes Beispiel für eine verzerrte Risikowahrnehmung: In Deutschland sterben jährlich bis zu 20.000 Menschen durch Krankenhauskeime. Diese Zahlen regen kaum jemanden auf, obwohl hier durch einfache Maßnahmen (Händedesinfektion des Personals!) viel Schaden abgewendet werden könnte! Siehe dazu etwa Gerd Gigerenzer: Risiko, Wie man die richtigen Entscheidungen trifft oder den Beitrag Risikoforscher: Eine Gesellschaft, die Risiken immer stärker kontrollieren will, steuert auf ihren Tod zu

Jedoch zeigt man sich angesichts der langen Inkubationszeit (bis zu 14 Tage bzw. seit 12. Februar auch bis zu 24 Tage und länger) und dem Nachweis der Viren und damit einer Ansteckungsgefahr ohne Krankheitssymptome zunehmend verunsichert. Am 11.02.20 warnt der WHO-Chef sogar vor „ernster Bedrohung für die Welt“. In China sind inzwischen mehr als 2.700 Menschen an der Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gestorben (Stand 25.02.20).

Trotz allem ist bei uns weiterhin Zurückhaltung geboten!  Hierzulande verbreitet sich vielmehr die „Infodemie„. Siehe etwa WHO wegen Fake News zu Coronavirus besorgt:

Falsche Informationen über das Virus sorgten für Verwirrung und Angst in der Bevölkerung, sagte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus am Samstag in Genf. „Wir bekämpfen daher auch die Trolle und Verschwörungstheoretiker, die falsche Informationen verbreiten und damit die Arbeit gegen den Ausbruch unterlaufen“, so Tedros.

Auch wenn nun durch die Ausbreitung des Virus in Nord-Italien und nun auch in Österreich die Bedrohung deutlich näher gekommen ist, besteht noch immer die größte Gefahr durch unüberlegtes Handeln! Die Gefahr, am Virus zu erkranken, ist noch immer sehr gering! 80 Prozent der Erkrankungen laufen mild. Nur bei 5-20 Prozent kann es zu schweren Erkrankungsformen kommen. Das betrifft vor allem ältere Menschen, deren Immunsystem bereits geschwächt ist.


Eindämmung

exponenzielle_entwicklung

Das, was in China möglich ist, ganze Städte zur Eindämmung der Ausbreitung zu isolierten, ist in Europa wohl undenkbar bzw. aufgrund der hohen Vernetzung wohl auch unmöglich. Zugleich ist das aber die einzige Möglichkeit, um die Ausbreitung eines wirklich gefährlichen Erregers einzudämmen. Die Weltgesundheitsorganisation hat inzwischen eingestanden, dass es ein Fehler gewesen sei, das Risiko des Virus als „moderat“ einzustufen – nun gilt es als „sehr hoch“ in China und „hoch“ für die Region und den Rest der Welt.

Die Gefährlichkeit einer Pandemie liegt in der exponentiellen Entwicklung, welche häufig unterschätzt wird. Wenn es dann auch noch zu einer Mutation in eine aggressivere Version kommt, könnte es bereits zu spät sein, um diese erfolgreich eindämmen zu können. Bisher hatten wir immer Glück und die Warnungen stellten sich als falsche Alarme heraus. Anstatt darüber froh zu sein, neigen nun mehr und mehr Menschen dazu, die Warnungen in den Wind zu schlagen und die Vorsichtsmaßnahmen als Übertreibung abzutun. Daher wird es einmal zu einer bitteren Überraschung kommen, wenn sich kein Fehlalarm einstellt.

Die Eindämmungsmaßnahmen – wenn auch langfristig nicht wirksam – haben den einzigen Zweck, den Gleichzeitigkeitsfaktor zu minimieren, um die Überlastung des Gesundheitssystems zu verhindern! One chart, shared widely on Twitter yesterday by Carl T. Bergstrom, a University of Washington researcher and expert on fighting coronavirus misinformation, helps demonstrate the importance of fast action.

COVID-19 - Warum Eindämmung wichtig ist


“It Will Probably Go Pandemic, and We Should All Prepare Now”

„Es wird wahrscheinlich eine Pandemie geben, und wir sollten uns jetzt alle darauf vorbereiten.“

Quelle: virologydownunder.com (Übersetzt mit www.DeepL.com/Translator)

Wir beginnen von Experten und Beamten zu hören, die jetzt glauben, dass eine COVID-19-Pandemie immer wahrscheinlicher wird. Sie möchten das „P(andemie)-Wort“ verwenden und mehr darüber sprechen, was Gemeinschaften und Einzelpersonen tun können und sollten, um sich vorzubereiten.

Die wichtigste (und überfällige) Aufgabe der Risikokommunikation für die nächsten Tage ist es, den Menschen zu helfen, sich darauf einzustellen, dass eine Eindämmung nicht mehr relevant ist. Das P-Wort ist eine gute Möglichkeit, diese Botschaft zu lancieren.

Wir sind uns fast sicher, dass die verzweifelt klingenden Nachrichten zur Eindämmung der letzten Tage zu einer massiven globalen Fehlwahrnehmung über die kurzfristige Zukunft beitragen.

Seit Wochen versuchen wir, die offiziellen Stellen dazu zu bringen, frühzeitig über das Hauptziel der Eindämmung zu sprechen: die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, nicht zu stoppen. Und zu erklären, dass die Eindämmungsbemühungen irgendwann enden würden. Und um den Menschen zu helfen, etwas über „After Containment“ zu lernen. Diese Risikokommunikation hat an den meisten Orten noch nicht stattgefunden. 

Eindämmungen haben nur einen potenziellen Hauptnutzen: sie verlangsamen die Ausbreitung der Pandemie und verschaffen dadurch etwas mehr Zeit, um sich auf das vorzubereiten, was kommt. 

Wir hoffen, dass Regierungen und Gesundheitseinrichtungen diese Zeit mit Bedacht nutzen. Wir wissen, dass normale Bürger nicht dazu aufgefordert werden. In den meisten Ländern – einschließlich unserer Vereinigten Staaten und Ihres Australiens – wurden normale Bürger nicht gebeten, sich vorzubereiten. Stattdessen wurde erwartet, dass ihre Regierungen das Virus von ihren Türen fernhalten.

Gehen Sie das Risiko ein, Menschen zu erschrecken

Überalarmierende Risikobotschaften sind weitaus verzeihlicher als überberuhigende.

Push people to prepare, and guide their prep: Dies ist derzeit in vielen Ländern die schuldhaft vernachlässigte Nachricht.

Kaum eine öffentliche Stelle sagt der Zivilgesellschaft und der Öffentlichkeit, wie sie sich auf diese Pandemie vorbereiten können.

Selbst „Beamte“, die sehr alarmierende Dinge über die Aussichten einer Pandemie sagen, konzentrieren sich hauptsächlich darauf, wie sich ihre Agenturen vorbereiten, und nicht darauf, wie sich die Menschen vorbereiten sollten, die sie als „Publikum“ falsch wahrnehmen. „Publikum“ ist der falsche Rahmen. Wir sind alle Stakeholder und wollen nicht nur hören, was die Beamten tun. Wir wollen hören, was wir auch können.

Es gibt so viel zu tun, und es gibt so viel zu üben, was man im Voraus tun muss.

Dinge vorzuschlagen, die die Menschen tun können, um sich auf eine möglicherweise schwierige Zeit vorzubereiten, bedeutet nicht nur, dass sie logistisch besser vorbereitet sind. Es hilft ihnen auch, sich emotional besser vorzubereiten.

Wenn man den Menschen eine Liste von Bereitschaftsschritten zur Auswahl anbietet, bedeutet das, dass diejenigen, die besorgt sind und sich hilflos fühlen, ihre Sorgen besser ertragen können, und dass diejenigen, die jenseits der Sorgen und tief in der Verleugnung stecken, sich ihrer Sorge besser stellen können.

Ein weiterer Vorteil: Je mehr Menschen sich auf die Vorbereitung vorbereiten, desto mehr fühlen sie sich miteinander verbunden. Die Pandemievorsorge sollte eine gemeinschaftliche Erfahrung sein.

Sie zu durchlaufen, bevor eine Krise ausgewachsen ist, ist der Widerstandsfähigkeit, der Bewältigung und der rationalen Reaktion auf die Krise förderlicher als sie mitten in der Krise zu durchlaufen. „Beamte“ machen einen Fehler, wenn sie alarmierende Informationen beschönigen, indem sie die Anpassungsreaktion der Öffentlichkeit in der vergeblichen Hoffnung verschieben, dass sie sie ganz vermeiden können.

1. Wir haben es für nützlich befunden, Freunden und Familienangehörigen zu sagen, dass sie versuchen sollten, bei sehr vorhersehbaren Unterbrechungen der Lieferkette mit ihren medizinischen Verschreibungen voranzukommen, wenn sie es können, damit sie nicht zu einer Zeit, in der es lange Schlangen von kranken Menschen geben kann, zur Apotheke gehen müssen. Das hilft ihnen in praktischer Hinsicht, aber es lässt sie sich auch – oft zum ersten Mal – vorstellen, wie sich eine Pandemie auf ihr tägliches Leben auswirken kann, selbst wenn sie sich nicht wirklich mit COVID-19 anstecken. Es gibt ihnen gleichzeitig einen kleinen „Oh mein Gott“-Moment (eine emotionale Probe über die Zukunft) – und etwas, was sie sofort dagegen tun können, um ihnen zu helfen, die Anpassungsreaktion zu überstehen.

2. Wir empfehlen auch, dass die Menschen langsam (damit niemand sie des Panikkaufs beschuldigt) damit beginnen, sich mit genügend nicht verderblichen Lebensmitteln einzudecken, um während einer intensiven Übertragungswelle in ihrer Gemeinde mehrere Wochen lang zu Hause soziale Distanz zu überwinden. Auch dies scheint emotional durchzukommen und logistisch nützlich zu sein.

Anmerkung: Entscheidend ist daher nun die Auseinandersetzung mit den möglichen Folgen und die bestmögliche Vorbereitung darauf!

Siehe auch den Beitrag: Coronavirus: Europa planlos


Das Coronavirus und wir

Die Ausbreitung des Coronavirus beschäftigt und beunruhigt derzeit sehr viele Menschen. Viele widersprüchliche (ambivalente) Informationen prasseln auf uns ein. Auf der einen Seite wird von den offiziellen Stellen beruhigt und gleichzeitig werden immer massivere Maßnahmen getroffen. Viele Menschen können sich nicht orientieren und es fehlen uns die Erfahrung, wie man mit einer derartigen Situation umgehen soll. Bei einer derart hohen Emotionalität wirken Fakten kaum mehr. Trotzdem ist es notwendig, dass wir handlungsfähig bleiben und uns auch mit diesen auseinandersetzen. Denn wie bei vielen großen und neuen Ereignissen geht auch hier die größere Gefahr von den Sekundärfolgen und unüberlegtem Handeln aus! 

Daher müssen wir uns alle an die neue Situation anpassen und lernen (Resilienz), um das Gesamtsystem zu entlasten. Das beginnt bei den empfohlenen Maßnahmen und setzt sich mit der standardmäßigen Eigenbevorratung fort, ohne jedoch unüberlegte „Hamsterkäufe“ zu tätigen. Versuchen Sie sich Bewusst darauf einzustellen, dass die Unsicherheiten in den nächsten Wochen und Monaten weiter ansteigen werden. Viele Auswirkungen sind noch gar nicht abschätzbar. Es wird wahrscheinlich nicht einfach so weiter gehen, wie bisher (siehe auch COVID-19: Die Wendezeit hat begonnen). Daher beginnt der wichtigste Schritt im Kopf und mit der Akzeptanz der neuen Situation sowie mit der Bereitschaft, die Auswirkungen bestmöglich gemeinsam zu bewältigen.


Zurückhaltung bedeutet nicht Verharmlosung!

Ganz im Gegenteil. Wir haben noch die Chance, rechtzeitig daraus zu lernen (=Resilienz!). Dies aus mehreren Gründen:

  • Die Wissenschaft warnt bereits seit längerem vor einer steigenden latente Bedrohung und geht von einer sehr hohen Eintrittswahrscheinlichkeit aus. Wir wissen nicht wann, aber es wird passieren. Daher sollten wir jedes Mal, wenn es doch nicht so schlimm kommt dankbar sein und unsere Vorkehrungen anpassen. Wir tun aber in den meisten Fällen genau das Gegenteil. Die Vorsorgemaßnahmen werden als Übertreibung abgetan bzw. schlecht gemacht. Wir vergrößern die Scheinsicherheit und damit unsere Verwundbarkeit!
  • Dies wird noch durch ein unethisches Verhalten von einigen Medien mit starken Übertreibungen bzw. Falschmeldungen verstärkt. Hinzu kommen Falschmeldungen und Verschwörungstheorien in den Sozialen Medien („Infodemie“). All das vermindert die wirklich notwendige Aufklärung und Sensibilisierung der Öffentlichkeit. Unsere Verwundbarkeit steigt!
  • Die Verharmlosung „Wir haben alles im Griff“ steigert das Misstrauen zusätzlich und ist auch eine definitive Falschaussage! Natürlich gibt es Krisenpläne und Vorbereitungen. Aber bei einer wirklichen Pandemie werden die personellen Ressourcen rasch zu Ende gehen, da bereits im Alltag am Limit gearbeitet werden muss. Das betrifft alle Bereiche. Egal ob im Gesundheitssystem, Rettungsdienst oder in der Lebensmittelversorgung. Das wird wie für den Blackout-Fall völlig unterschätzt!
  • Ein Plan ist gut und wichtig. Er sagt aber wenig darüber aus, wie gut die Prozesse wirklich geübt wurden und funktionieren. Pläne werden daher häufig in ihrer Wirksamkeit überschätzt.
  • Gegen die primäre Gefahr einer Erkrankung können wir nur wenig tun: Meidung von Menschenansammlungen; Hände waschen, Hände waschen, Hände waschen; gesund leben, um die generelle Widerstandskraft zu stärken.
  • Gegen die Sekundärfolgen, nämlich die Bewältigung von erwartbaren Versorgungsengpässen und -unterbrechungen kann jeder von uns rasch und einfach etwas unternehmen: Eine Vorsorge, wie für ein Blackout treffen! Und das wird derzeit überhaupt nicht kommuniziert und stellt gleichzeitig die größte Gefahr dar! Denn durch die generell mangelnde Vorsorge drohen weit schlimmere und weitreichende Schäden, als sie durch eine Pandemie unmittelbar ausgelöst werden können! Zum Glück greifen viele Medien das nun auf!

Wenn wir eine resiliente Gesellschaft werden und mit möglichst vielen unerwarteten Ereignissen umgehen können wollen, dann beginnt genau hier die Vorsorge und Anpassung: Reduktion unserer Abhängigkeiten von lebenswichtigen Infrastrukturen! Hier kann jede/r Einzelne von uns rasch und unbürokratisch einen großen Beitrag zur eigenen und familiären Sicherheit leisten. Alles andere (Krisenmanagement) braucht diese Basis, bzw. ist ohne diese auf Sand gebaut! 

Hier auch noch ein Hinweis auf wichtige Erfahrungen aus Singapur:

  • Das Virus wurde vielmehr von Anfang an als existenzielle Bedrohung der Gesellschaft und der Wirtschaft betrachtet. Deswegen reagierte man entschlossen und richtete Krisenstäbe ein. Und weil die Behörden entschlossen und transparent agierten, machte sich nie Panik breit.
  • Aber gerade weil die Regierung als verlässlich gilt und sich insbesondere während der Sars-Zeit als Krisenmanager bewährt hatte, schenkt man ihr Glauben, beherzigt ihre Anweisungen und verfällt auch nicht in Panik.

Hidden Vulnerabilities in Supply Chain Risk

Dazu passend: „As supply chains have evolved and become more complex, insuring interconnected business interruption risks has grown more challenging. This report shows risk managers and insurers how failure of critical infrastructure on one side of the world can cause catastrophic supply chain losses on the other.“ Quelle: www.lloyds.com

Hidden Vulnerabilities in Supply Chain Risk

Auswirkungen auf KRITIS/Versorgung

Ein Auszug aus dem deutschen Bericht zur Risikoanalyse im Bevölkerungsschutz 2012, Ergebnis Risikoanalyse „Pandemie durch Virus Modi-SARS“ –

Die nachstehend aufgeführten kritischen Infrastrukturen sind komplexe Systeme, von denen eine Vielzahl von Versorgungsfunktionen abhängt. Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass die Beeinträchtigung einzelner Infrastruktursektoren und -branchen auch Einfluss auf andere Infrastrukturen und ihre Versorgungsleistungen haben wird. Dieser Umstand kann in seiner Komplexität hier nicht abgebildet werden. Da die Risikoanalyse aus der übergeordneten Perspektive des Bundes erfolgt, werden die zu erwartenden Auswirkungen auf den Bereich KRITIS/Versorgung nachfolgend in generalisierter, qualitativer Weise dargestellt. Auf wesentliche Verflechtungen wird in den Erläuterungen zu den einzelnen Branchen eingegangen.

Das Ereignis verläuft wie unter 2.4 beschrieben in drei Erkrankungswellen. Während der ersten Welle sind in allen nachstehend genannten Bereichen generell besonders akute Auswirkungen zu erwarten, da hier bis zu 8 % der Gesamtbevölkerung zeitgleich erkranken. Die Infektions- und Übertragungsrisiken unterscheiden sich dabei nach Berufsfeldern. Den nachfolgenden Ausführungen wurde die Annahme zugrunde gelegt, dass sich dies auch entsprechend in der arbeitenden Bevölkerung widerspiegelt. Hinzu kommen personelle Ausfälle aufgrund der Pflege von erkrankten Angehörigen, der Betreuung von Kindern u.a. oder der Angst vor einer Ansteckung.

Bericht zur Risikoanalyse im Bevölkerungsschutz 2012

Die zunehmend hohe Zahl an Erkrankten und die Abwesenheiten aufgrund der Pflege von erkrankten Angehörigen oder der Angst vor einer Ansteckung wirken sich in allen Branchen und Sektoren auf die Personalverfügbarkeit aus. Dies gilt insbesondere für Bereiche mit vielen Personenkontakten.

Langfristig ist auch davon auszugehen, dass es zu grundsätzlichen Schwierigkeiten im Betrieb der Infrastrukturen durch den dauerhaften Ausfall von Personal (Verstorbene) kommen wird. Umgekehrt werden Erfahrungen aus der ersten Welle zu entsprechenden Anpassungen und Maßnahmen im Betrieb der kritischen Infrastrukturen führen.

Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass der Aufrechterhaltung der Versorgung höchste Priorität eingeräumt wird, die Versorger entsprechende Anstrengungen unternehmen und dass somit nicht mit großflächigen Versorgungsausfällen zu rechnen ist.

Diese Feststellung mag vor 10 Jahren noch Gültigkeit gehabt haben. Unter den heutigen Just-in-time und Just-in-proces Bedingungen ist das jedoch mehr als zu bezweifeln. Apotheken werden heute im städtischen Umfeld bis zu 8x am Tag beliefert, um nur ein Beispiel herauszugreifen. Die steigenden Medikamentenengpässe sind ein anderes. 

Punktuell ist allerdings durchaus ggf. mit auch länger anhaltenden Störungen zu rechnen, da Serviceleistungen aufgrund von Personalausfall nicht überall im gewohnten Umfang zur Verfügung stehen. Dies gilt insbesondere für personalintensive Bereiche und Bereiche mit geringer Personalredundanz in Schlüsselpositionen.

Der Betrieb kritischer Infrastrukturen ist an vielen Stellen auf hoch qualifiziertes und spezialisiertes Personal angewiesen, dessen Ausfall weit reichende Folgen haben kann (z. B. im Bereich der Steuerung von Übertragungsnetzen, in der Flugsicherung, etc.) und Versorgungsausfälle oder -engpässe bundesrelevanten Ausmaßes mit sich bringen könnte. Den folgenden Einschätzungen liegt die Annahme zugrunde, dass die Besetzung dieser Schlüsselpositionen weiterhin gewährleistet werden kann, also kein zu hoher Anteil dieses Personals zum gleichen Zeitpunkt innerhalb des betrachteten Zeitraums erkrankt. Diese Einschränkung ist notwendig, da dieses Szenario unter einer anders lautenden Annahme deutlich abweichend zu bewerten wäre.

Hier könnte man auch eine gewisse Realitätsverweigerung unterstellen.

Darüber hinaus sind mit Blick auf vielfältige internationale Verflechtungen auch Versorgungsleistungen aus anderen Ländern für Deutschland von großer Bedeutung. Zahlreiche Güter und Dienste werden weltweit jeweils von nur wenigen Schlüsselproduzenten bereitgestellt.

Somit könnten Ausfälle im Bereich importierter Güter und Rohstoffe auch in Deutschland zu spürbaren Engpässen und Kaskadeneffekten führen.