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Seit Ende Jänner 2020 beschäftigt das Coronavirus (2019-nCoV/COVID-19/Sars-CoV-2) die europäischen Medien und die Öffentlichkeit. In diesem Beitrag werden systemische Betrachtungen abseits der Mainstream-Themen versucht, die fortlaufend angepasst und ergänzt werden. Das Thema Eigenvorsorge ist seit 24. Februar auch in der Öffentlichkeit angekommen. 

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Mögliche Versorgungsengpässe

Es gibt bereits Bilder von leeren Supermärkten in Italien, weil Menschen „Hamsterkäufe“ tätigen, da sie nicht ausreichend vorgesorgt haben. Darum ist eine generelle Vorsorge vor einem möglichen Ereignis so wichtig, um im Fall des Falles Überreaktionen und kopfloses Handeln zu vermeiden. Das muss aber auch ganz klar kommuniziert werden! Es besteht noch keine unmittelbare Bedrohung von Versorgungsunterbrechungen, jedoch können solche je nach Entwicklung und Ausbreitung der Erkrankung auftreten. 

Leeres Regal 1

“It Will Probably Go Pandemic, and We Should All Prepare Now”

„Es wird wahrscheinlich eine Pandemie geben, und wir sollten uns jetzt alle darauf vorbereiten.“

Quelle: virologydownunder.com (Übersetzt mit www.DeepL.com/Translator)

Wir beginnen von Experten und Beamten zu hören, die jetzt glauben, dass eine COVID-19-Pandemie immer wahrscheinlicher wird. Sie möchten das „P(andemie)-Wort“ verwenden und mehr darüber sprechen, was Gemeinschaften und Einzelpersonen tun können und sollten, um sich vorzubereiten.

Die wichtigste (und überfällige) Aufgabe der Risikokommunikation für die nächsten Tage ist es, den Menschen zu helfen, sich darauf einzustellen, dass eine Eindämmung nicht mehr relevant ist. Das P-Wort ist eine gute Möglichkeit, diese Botschaft zu lancieren.

Wir sind uns fast sicher, dass die verzweifelt klingenden Nachrichten zur Eindämmung der letzten Tage zu einer massiven globalen Fehlwahrnehmung über die kurzfristige Zukunft beitragen.

Seit Wochen versuchen wir, die offiziellen Stellen dazu zu bringen, frühzeitig über das Hauptziel der Eindämmung zu sprechen: die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, nicht zu stoppen. Und zu erklären, dass die Eindämmungsbemühungen irgendwann enden würden. Und um den Menschen zu helfen, etwas über „After Containment“ zu lernen. Diese Risikokommunikation hat an den meisten Orten noch nicht stattgefunden. 

Eindämmungen haben nur einen potenziellen Hauptnutzen: sie verlangsamen die Ausbreitung der Pandemie und verschaffen dadurch etwas mehr Zeit, um sich auf das vorzubereiten, was kommt. 

Wir hoffen, dass Regierungen und Gesundheitseinrichtungen diese Zeit mit Bedacht nutzen. Wir wissen, dass normale Bürger nicht dazu aufgefordert werden. In den meisten Ländern – einschließlich unserer Vereinigten Staaten und Ihres Australiens – wurden normale Bürger nicht gebeten, sich vorzubereiten. Stattdessen wurde erwartet, dass ihre Regierungen das Virus von ihren Türen fernhalten.

Gehen Sie das Risiko ein, Menschen zu erschrecken

Überalarmierende Risikobotschaften sind weitaus verzeihlicher als überberuhigende.

Push people to prepare, and guide their prep: Dies ist derzeit in vielen Ländern die schuldhaft vernachlässigte Nachricht.

Kaum eine öffentliche Stelle sagt der Zivilgesellschaft und der Öffentlichkeit, wie sie sich auf diese Pandemie vorbereiten können.

Selbst „Beamte“, die sehr alarmierende Dinge über die Aussichten einer Pandemie sagen, konzentrieren sich hauptsächlich darauf, wie sich ihre Agenturen vorbereiten, und nicht darauf, wie sich die Menschen vorbereiten sollten, die sie als „Publikum“ falsch wahrnehmen. „Publikum“ ist der falsche Rahmen. Wir sind alle Stakeholder und wollen nicht nur hören, was die Beamten tun. Wir wollen hören, was wir auch können.

Es gibt so viel zu tun, und es gibt so viel zu üben, was man im Voraus tun muss.

Dinge vorzuschlagen, die die Menschen tun können, um sich auf eine möglicherweise schwierige Zeit vorzubereiten, bedeutet nicht nur, dass sie logistisch besser vorbereitet sind. Es hilft ihnen auch, sich emotional besser vorzubereiten.

Wenn man den Menschen eine Liste von Bereitschaftsschritten zur Auswahl anbietet, bedeutet das, dass diejenigen, die besorgt sind und sich hilflos fühlen, ihre Sorgen besser ertragen können, und dass diejenigen, die jenseits der Sorgen und tief in der Verleugnung stecken, sich ihrer Sorge besser stellen können.

Ein weiterer Vorteil: Je mehr Menschen sich auf die Vorbereitung vorbereiten, desto mehr fühlen sie sich miteinander verbunden. Die Pandemievorsorge sollte eine gemeinschaftliche Erfahrung sein.

Sie zu durchlaufen, bevor eine Krise ausgewachsen ist, ist der Widerstandsfähigkeit, der Bewältigung und der rationalen Reaktion auf die Krise förderlicher als sie mitten in der Krise zu durchlaufen. „Beamte“ machen einen Fehler, wenn sie alarmierende Informationen beschönigen, indem sie die Anpassungsreaktion der Öffentlichkeit in der vergeblichen Hoffnung verschieben, dass sie sie ganz vermeiden können.

1. Wir haben es für nützlich befunden, Freunden und Familienangehörigen zu sagen, dass sie versuchen sollten, bei sehr vorhersehbaren Unterbrechungen der Lieferkette mit ihren medizinischen Verschreibungen voranzukommen, wenn sie es können, damit sie nicht zu einer Zeit, in der es lange Schlangen von kranken Menschen geben kann, zur Apotheke gehen müssen. Das hilft ihnen in praktischer Hinsicht, aber es lässt sie sich auch – oft zum ersten Mal – vorstellen, wie sich eine Pandemie auf ihr tägliches Leben auswirken kann, selbst wenn sie sich nicht wirklich mit COVID-19 anstecken. Es gibt ihnen gleichzeitig einen kleinen „Oh mein Gott“-Moment (eine emotionale Probe über die Zukunft) – und etwas, was sie sofort dagegen tun können, um ihnen zu helfen, die Anpassungsreaktion zu überstehen.

2. Wir empfehlen auch, dass die Menschen langsam (damit niemand sie des Panikkaufs beschuldigt) damit beginnen, sich mit genügend nicht verderblichen Lebensmitteln einzudecken, um während einer intensiven Übertragungswelle in ihrer Gemeinde mehrere Wochen lang zu Hause soziale Distanz zu überwinden. Auch dies scheint emotional durchzukommen und logistisch nützlich zu sein.

Anmerkung: Entscheidend ist daher nun die Auseinandersetzung mit den möglichen Folgen und die bestmögliche Vorbereitung darauf!

Bisherige Entwicklungen und Einschätzungen

Bisher wurde davon ausgegangen, dass das Coronavirus nicht gefährlicher ist, als eine saisonale Grippe durch Influenzaviren.

Bei den im Netz zu findenden Grippe-Todeszahlen gibt es sehr interessante Erkenntnisse: So gibt es etwa einen Bericht vom aerzteblatt.de aus 2019, wonach es in Deutschland bei der sehr starken Grippewelle 2017/18 wahrscheinlich über 25.000 Grippe-bedingte Tote gegeben haben soll. Man findet jedoch auch einen Bericht aus 2015 auf www.aerzteblatt.de, wonach die Qualität der Zahlenermittlung äußerst zweifelhaft ist. Wenn man richtig zählt, kommt man gerade einmal auf 200 Tote, was doch ein erheblicher Unterschied ist.

Die Wahrheit liegt wohl irgendwo dazwischen. Denn in komplexen Situationen ist keine einfache Ursache-Wirkungsfeststellung möglich.

Ein anderes Beispiel für eine verzerrte Risikowahrnehmung: In Deutschland sterben jährlich bis zu 20.000 Menschen durch Krankenhauskeime. Diese Zahlen regen kaum jemanden auf, obwohl hier durch einfache Maßnahmen (Händedesinfektion des Personals!) viel Schaden abgewendet werden könnte! Siehe dazu etwa Gerd Gigerenzer: Risiko, Wie man die richtigen Entscheidungen trifft oder den Beitrag Risikoforscher: Eine Gesellschaft, die Risiken immer stärker kontrollieren will, steuert auf ihren Tod zu

Jedoch zeigt man sich angesichts der langen Inkubationszeit (bis zu 14 Tage bzw. seit 12. Februar auch bis zu 24 Tage und länger) und dem Nachweis der Viren und damit einer Ansteckungsgefahr ohne Krankheitssymptome zunehmend verunsichert. Am 11.02.20 warnt der WHO-Chef sogar vor „ernster Bedrohung für die Welt“. In China sind inzwischen mehr als 2.700 Menschen an der Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gestorben (Stand 25.02.20).

Trotz allem ist bei uns weiterhin Zurückhaltung geboten!  Hierzulande verbreitet sich vielmehr die „Infodemie„. Siehe etwa WHO wegen Fake News zu Coronavirus besorgt:

Falsche Informationen über das Virus sorgten für Verwirrung und Angst in der Bevölkerung, sagte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus am Samstag in Genf. „Wir bekämpfen daher auch die Trolle und Verschwörungstheoretiker, die falsche Informationen verbreiten und damit die Arbeit gegen den Ausbruch unterlaufen“, so Tedros.

Auch wenn nun durch die Ausbreitung des Viruses in Nord-Italien die Bedrohung deutlich näher gekommen ist, besteht noch immer die größte Gefahr durch unüberlegtes Handeln! Die Gefahr, am Virus zu erkranken, ist noch immer sehr gering!

Eindämmung

exponenzielle_entwicklung

Das, was in China möglich ist, ganze Städte zur Eindämmung der Ausbreitung zu isolierten, ist in Europa wohl undenkbar bzw. aufgrund der hohen Vernetzung wohl auch unmöglich. Zugleich ist das aber die einzige Möglichkeit, um die Ausbreitung eines wirklich gefährlichen Erregers einzudämmen. Die Weltgesundheitsorganisation hat inzwischen eingestanden, dass es ein Fehler gewesen sei, das Risiko des Virus als „moderat“ einzustufen – nun gilt es als „sehr hoch“ in China und „hoch“ für die Region und den Rest der Welt.

Die Gefährlichkeit einer Pandemie liegt in der exponentiellen Entwicklung, welche häufig unterschätzt wird. Wenn es dann auch noch zu einer Mutation in eine aggressivere Version kommt, könnte es bereits zu spät sein, um diese erfolgreich eindämmen zu können. Bisher hatten wir immer Glück und die Warnungen stellten sich als falsche Alarme heraus. Anstatt darüber froh zu sein, neigen nun mehr und mehr Menschen dazu, die Warnungen in den Wind zu schlagen und die Vorsichtsmaßnahmen als Übertreibung abzutun. Daher wird es einmal zu einer bitteren Überraschung kommen, wenn sich kein Fehlalarm einstellt.

Zurückhaltung bedeutet nicht Verharmlosung!

Ganz im Gegenteil. Wir haben noch die Chance, rechtzeitig daraus zu lernen (=Resilienz!). Dies aus mehreren Gründen:

  • Die Wissenschaft warnt bereits seit längerem vor einer steigenden latente Bedrohung und geht von einer sehr hohen Eintrittswahrscheinlichkeit aus. Wir wissen nicht wann, aber es wird passieren. Daher sollten wir jedes Mal, wenn es doch nicht so schlimm kommt dankbar sein und unsere Vorkehrungen anpassen. Wir tun aber in den meisten Fällen genau das Gegenteil. Die Vorsorgemaßnahmen werden als Übertreibung abgetan bzw. schlecht gemacht. Wir vergrößern die Scheinsicherheit und damit unsere Verwundbarkeit!
  • Dies wird noch durch ein unethisches Verhalten von einigen Medien mit starken Übertreibungen bzw. Falschmeldungen verstärkt. Hinzu kommen Falschmeldungen und Verschwörungstheorien in den Sozialen Medien („Infodemie“). All das vermindert die wirklich notwendige Aufklärung und Sensibilisierung der Öffentlichkeit. Unsere Verwundbarkeit steigt!
Gebiet nach einem Waldbrand - Leben entsteht neu (Resilienz)
  • Die Verharmlosung „Wir haben alles im Griff“ steigert das Misstrauen zusätzlich und ist auch eine definitive Falschaussage! Natürlich gibt es Krisenpläne und Vorbereitungen. Aber bei einer wirklichen Pandemie werden die personellen Ressourcen rasch zu Ende gehen, da bereits im Alltag am Limit gearbeitet werden muss. Das betrifft alle Bereiche. Egal ob im Gesundheitssystem, Rettungsdienst oder in der Lebensmittelversorgung. Das wird wie für den Blackout-Fall völlig unterschätzt!
  • Ein Plan ist gut und wichtig. Er sagt aber wenig darüber aus, wie gut die Prozesse wirklich geübt wurden und funktionieren. Pläne werden daher häufig in ihrer Wirksamkeit überschätzt.
  • Gegen die primäre Gefahr einer Erkrankung können wir nur wenig tun: Meidung von Menschenansammlungen; Hände waschen, Hände waschen, Hände waschen; gesund leben, um die generelle Widerstandskraft zu stärken.
  • Gegen die Sekundärfolgen, nämlich die Bewältigung von erwartbaren Versorgungsengpässen und -unterbrechungen kann jeder von uns rasch und einfach etwas unternehmen: Eine Vorsorge, wie für ein Blackout treffen! Und das wird derzeit überhaupt nicht kommuniziert und stellt gleichzeitig die größte Gefahr dar! Denn durch die generell mangelnde Vorsorge drohen weit schlimmere und weitreichende Schäden, als sie durch eine Pandemie unmittelbar ausgelöst werden können! Zum Glück greifen viele Medien das nun auf!
Wenn wir eine resiliente Gesellschaft werden und mit möglichst vielen unerwarteten Ereignissen umgehen können wollen, dann beginnt genau hier die Vorsorge und Anpassung: Reduktion unserer Abhängigkeiten von lebenswichtigen Infrastrukturen! Hier kann jede/r Einzelne von uns rasch und unbürokratisch einen großen Beitrag zur eigenen und familiären Sicherheit leisten. Alles andere (Krisenmanagement) braucht diese Basis, bzw. ist ohne diese auf Sand gebaut! 

Selbstschutz

Bis auf Weiteres gelten folgende wichtige generelle Vorbeugemaßnahmen:

  • Mehrmals täglich die Hände mit Wasser und Seife waschen (20 bis 30 Sekunden!)
  • Mund und Nase beim Niesen oder Husten mit einem Papiertaschentuch bedecken (nicht mit den Händen). Am besten in die Armbeuge husten.
  • Kontakt zu kranken Menschen vermeiden. Oder auch umgekehrt, bei Krankheitsverdacht zu Hause bleiben.
  • Gesunder Lebenswandel und Fitness.
Händewaschen

Weiterführende Informationen

Verwundbarkeit der Logistik und damit Versorgung mit lebenswichtigen Gütern

In der heutigen hoch vernetzten Just-in-Time Logistik können durch solche Maßnahmen wie derzeit in China auch wichtige Prozess- und Lieferketten unterbrochen werden. In der Logistikbranche rechnet man etwa damit, dass es ab ca. 10 Prozent Personalausfall kritisch wird. Bei einer Pandemie rechnet man aber mit deutlich höheren Ausfallzahlen. Die Versorgungsengpässe bei Medikamenten nehmen bereits seit Monaten deutlich zu und könnten durch eine Eskalation in China oder darüber hinaus nochmals verschärft werden. Wir sind vielschichtig voneinander abhängig.

31.01.20: Für in China aktive Unternehmen wird das Coronavirus zunehmend zu einer Belastungsprobe. Die langfristigen Folgen sind aus Expertensicht noch schwer abschätzbar – deutlich wird aber, wie eng viele westliche Unternehmen mit China verknüpft sind.

Bemerkbar machen würde sich auch das vorübergehende Schließen von Fabriken in China: Das würde die globalen Wertschöpfungsketten beeinflussen und es Firmen erschweren, benötigte Vorleistungen aus China oder anderen betroffenen Ländern zu beziehen.

Gerade bei deutschen Unternehmen sei es nicht selten, dass mehr als die Hälfte des Werts ihrer Exporte aus Vorleistungen aus dem Ausland besteht. In einer hochgradig vernetzten Weltwirtschaft ist der Produktionsstandort China von immenser Bedeutung. Die große Frage lautet: Wann reißen die Lieferketten?

Die Blicke richten sich unter anderem auf die seit rund einer Woche abgeriegelte Elf-Millionen-Einwohner-Metropole Wuhan, ein für Logistikunternehmen zentraler Knotenpunkt, der derzeit abgeschnitten ist. Das Coronavirus „ist womöglich so ein Schwarzer Schwan“ – ein Ereignis „mit weitreichenden Folgen, die ohne Vorwarnung eintreten“. Quelle: orf.at 

03.02.20: China steht nach dem Ausbruch des neuartigen Coronavirus immer stärker unter Druck. Am ersten Handelstag nach den verlängerten Neujahrsfeiertagen sind die Börsen wegen der Auswirkungen des Coronavirus auf die Wirtschaft abgestürzt. Zudem gab es erneut einen Anstieg bei den Todeszahlen und Infektionen: Die Gesamtzahl der Toten stieg auf 371, das sind mehr als China bei der SARS-Epidemie 2002 und 2003 gemeldet hatte. Quelle: orf.at

06.02.20: Sollte China das Coronavirus nicht bald in den Griff bekommen und sich die Lage nicht verbessern, könnte das längerfristig Auswirkungen auf die internationalen Lieferketten haben. Im Vergleich zum Ausbruch des SARS-Virus im Jahr 2003 betrügen die Importe aus China nach Österreich heute das Vierfache, die Exporte von Österreich nach China hätten sich seitdem verdreifacht. Zudem liefere die Volksrepublik heute nicht mehr nur Konsumgüter wie Turnschuhe in die Welt. Quelle: orf.at

07.02.20: „In China stehen die Bänder vieler Photovoltaik-Hersteller auch nach dem Chinesischen Neujahrsfest weiter still. Der Grund ist das im Land grassierende Corona-Virus. Viele Firmen haben ihre Mitarbeiter ins Home-Office geschickt. Die Analysten von Roth Capital berichten, dass in acht Provinzen des Landes der Produktionsstopp wegen des Corona-Virus bis zum 9. Februar verlängert wurde. Darunter befinden sich auch die Provinzen, in denen unter anderem Longi, Trina Solar, Hanwha Q-Cells, JA Solar und Jinko Solar ihre Gigawatt-Produktionen betreiben. Erste Verzögerungen bei Modul- oder Komponentenlieferungen gibt es bereits, was kurzfristig ein Anziehen der Preise nach sich ziehen könnte. Doch noch scheint es zu früh, das komplette Ausmaß abschätzen zu können.“ Quelle: www.pv-magazine.de

08.02.20: Der Autozulieferer Webasto rechnet mit spürbaren wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus-Epidemie. „Ich gehe davon aus, dass die Lage in China Auswirkungen auf unsere Geschäftszahlen haben wird“, sagte Vorstandschef Holger Engelmann der „Süddeutschen Zeitung“. Webasto erwirtschaftet mit Panorama-, Schiebe- und Cabrio-Dächern sowie Standheizungen rund 3,4 Milliarden Euro Jahresumsatz – fast die Hälfte davon in China.

Die elf Webasto-Standorte in China sind wegen der Seuche geschlossen, „ebenso wie die anderer Unternehmen“, sagte Engelmann. In der am meisten betroffenen Provinz werde es „wohl länger dauern. Bis der Betrieb in China wieder einigermaßen läuft, könnte es bis Anfang März dauern.“ Bei dem Zulieferer in Stockdorf bei München war der erste Coronafall in Deutschland bekanntgeworden. Ein Mitarbeiter hatte sich bei einer chinesischen Kollegin angesteckt. Quelle: welt.de

12.02.20: Das momentan vor allem in China und den umliegenden Ländern grassierende Coronavirus könnte der österreichischen Wirtschaft Ausfälle von bis zu 1,1 Milliarden Euro bescheren. Das haben Forscher des Complexity Science Hub Vienna (CSH)Das Berechnungsmodell bildet alle für Österreich relevanten internationalen Handelsverflechtungen ab. Wir kennen die weltweiten Handelsnetzwerke. Deshalb sehen wir nicht nur direkte Effekte von wirtschaftlichen Schocks, wir können auch indirekte Effekte auf einzelne Volkswirtschaften berechnen. Im Fall der aktuellen Krise durch das Coronavirus komme auch Österreichs Wirtschaft nicht unbeschadet davon: So müssten sich vor allem heimische Hersteller elektronischer und optischer Produkte, Produzenten von Maschinen und Maschinenteilen sowie von Kraftfahrzeugen und Kraftfahrzeugteilen auf spürbare Auswirkungen einstellen. Quelle: OTS/CSH

13.02.20: Spahn warnt vor Arzneimittel-Engpässen. Der Gesundheitsminister sorgt sich um die Medikamenten-Produktion in China. Quelle: Zeit.de

17.02.20: Global Supply Chain News: Coronavirus Playing Havoc on Global ShippingWith mixed news on whether the coronavirus crisis has peaked or not, it is clearly having a huge impact on global freight shipping into and out of China. The Wall Street Journal reported last week that Lars Jensen, head of Denmark-based maritime research group Sea-Intelligence, said that there were 30 cargo ship sailings canceled last week, 23 across the Pacific and the rest to Europe. That makes more than 50 void sailings since late January, when the scope of the outbreak became known. Getting ships and freight into China is also a real challenge. Only a fraction of workers are back at work to handle arriving goods, causing major back-ups at large gateway ports. The Baltic Index, which tracks rates for shipping commodities such as grains, iron ore, coal and other agricultural products, fell into negative territory last week for the first time since its creation in 1999.

Source: Financial Times

The UK’s Financial Times reports that capacity utilization at major Chinese ports has been 20 to 50% below normal. Meanwhile, more than a third of ports said storage facilities were beyond 90% full.

One Shanghai freight broker told the Wall Street Journal that at least one container ship that can move more than 20,000 containers left Shanghai for Northern Europe with only 2,000 full containers. „That’s unprecedented, and a lot of money is being lost because it doesn’t even cover the fuel cost,“ the broker noted. Siehe auch Mega-Schiffe – Mega-Risiken?

21.02.20: Der Virus COVID-19 und seine wirtschaftlichen Implikationen
Quelle: vera-lengsfeld.de
dominoklStatt zehn Millionen Fahrgästen transportiert die U-Bahn nur noch 800.000 Fahrgäste pro Tag. Zudem scheint mehr oder weniger ganz Shanghai komplett geschlossen, auch die Schulen für mindestens einen Monat. Die Produktionsausfälle in China können aktuell nicht erfasst werden, aber aus dem oben Gesagten wird klar, dass viele Betriebe nicht arbeiten bzw. nur mit stark verminderter Kapazität. Da viele Medikamente bzw. deren Komponenten und auch die Schutzkleidung bzw. Atemmasken in China produziert werden, stehen wir in Europa ziemlich hilflos da. 

“Wir sorgen uns um die Lieferbarkeit von Wirkstoffen für Medikamente”, sagte der kroatische Gesundheitsminister Vili Beros, dessen Land derzeit die rotierende EU-Ratspräsidentschaft innehat. Ähnliches gilt für Schutzausrüstung: “Fast die Hälfte davon wird in China produziert”, sagte EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides. Man sei derzeit dabei, mit den Mitgliedsländern eine gemeinsame Beschaffung und eine Vergrößerung der Vorräte zu organisieren.“ Quelle: Der Spiegel

Nach Angaben der französischen Akademie für Pharmazie werden 80 Prozent der wichtigsten pharmazeutischen Wirkstoffe außerhalb Europas produziert, der Großteil davon in Asien.

Erstmals seit 2009 wird zudem mit einem weltweiten Rückgang der Nachfrage nach Öl gerechnet. Der Ölpreis ging innerhalb von drei Wochen von 65 auf 55 $ zurück.

Der Ausbruch des Corona-Virus trifft Chinas Exportwirtschaft dramatisch und unterbricht die globalen Lieferketten. Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt ist seit zwei Wochen nahezu zum Erliegen gekommen.“

Dieser deutsche Händler für mobile Stromerzeuger meldet bereits ein fast leeres Lager. Die Stromerzeuger sind aktuell bis auf einige Modelle ausverkauft.

 

Verzögerte Wirkungen – unterschätzte Komplexität!

Um hier eine vorsichtige Einschätzung abgeben zu können, vergegenwärtigen wir uns, wie lange ein Transport mit dem Container-Schiff von China dauert. Die Laufzeit der Containerschiffe China-Europa beträgt 21-42 Tage. Antransport zum Hafen in China, Lagerung und Stauen benötigen durchschnittlich 14 Tage. So erreicht eine Ware, die am 24. Januar (vor den chinesischen Neujahrsferien) das Werk des Produzenten in China verlassen hat, etwa zwischen Mitte März und Mitte April einen europäischen Hafen. Dann dauert es bis zum Endabnehmer nochmals 10-25 Tage (Entladen, Entzollung, Lager, Versand per Binnenschiff oder LkW). Das bedeutet, erst ab Mai werden sich ausfallende Lieferungen zunehmend stärker bemerkbar machen.

Fallen also ab 1. Februar Lieferungen aus und beginnen die Lieferungen aus einem chinesischen Werk erst wieder am 1. April, so gibt es eine Lücke von etwa 2-3 Monaten, in der in Europa Bauteile, Zubehörteile, Halbfabrikate, Rohstoffe, Produktionshilfsmittel, Fertigprodukte wie Medikamente und med. Zubehör fehlen.

Hinzu kommt eine höhere Mortalität in Europa, begründet in fehlenden Medikamenten bzw. pharmazeutischen Rohstoffen und med. Verbrauchsmaterial.

Werden Containerschiffe mehrere Wochen nicht ausgelastet und liegen irgendwo auf Reede, kann es innerhalb der nächsten Monate zu einer neuen Krise der Schifffahrt kommen. Siehe auch Mega-Schiffe – Mega-Risiken?

22.02.20:  Wegen Coronavirus: Medikamenten-Engpässe in Deutschland weiten sich aus: Der sich immer weiter ausbreitende Corona-Virus wird diesen Zustand nun wohl weiter verschlimmern. Der Virus wütet zurzeit auch in der Provinz Wuhan. Und diese ist das Zentrum der Fertigung vieler Arzneiwirkstoffe, auf die Menschen in ihrem alltäglichen Leben angewiesen sind, wie zum Beispiel Paracetamol und Ibuprofen. Quelle: www.rtl.de

Hidden Vulnerabilities in Supply Chain Risk

Dazu passend: „As supply chains have evolved and become more complex, insuring interconnected business interruption risks has grown more challenging. This report shows risk managers and insurers how failure of critical infrastructure on one side of the world can cause catastrophic supply chain losses on the other.“ Quelle: www.lloyds.com

Hidden Vulnerabilities in Supply Chain Risk

Auswirkungen auf KRITIS/Versorgung

Ein Auszug aus dem deutschen Bericht zur Risikoanalyse im Bevölkerungsschutz 2012, Ergebnis Risikoanalyse „Pandemie durch Virus Modi-SARS“ –

Die nachstehend aufgeführten kritischen Infrastrukturen sind komplexe Systeme, von denen eine Vielzahl von Versorgungsfunktionen abhängt. Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass die Beeinträchtigung einzelner Infrastruktursektoren und -branchen auch Einfluss auf andere Infrastrukturen und ihre Versorgungsleistungen haben wird. Dieser Umstand kann in seiner Komplexität hier nicht abgebildet werden. Da die Risikoanalyse aus der übergeordneten Perspektive des Bundes erfolgt, werden die zu erwartenden Auswirkungen auf den Bereich KRITIS/Versorgung nachfolgend in generalisierter, qualitativer Weise dargestellt. Auf wesentliche Verflechtungen wird in den Erläuterungen zu den einzelnen Branchen eingegangen.

Das Ereignis verläuft wie unter 2.4 beschrieben in drei Erkrankungswellen. Während der ersten Welle sind in allen nachstehend genannten Bereichen generell besonders akute Auswirkungen zu erwarten, da hier bis zu 8 % der Gesamtbevölkerung zeitgleich erkranken. Die Infektions- und Übertragungsrisiken unterscheiden sich dabei nach Berufsfeldern. Den nachfolgenden Ausführungen wurde die Annahme zugrunde gelegt, dass sich dies auch entsprechend in der arbeitenden Bevölkerung widerspiegelt. Hinzu kommen personelle Ausfälle aufgrund der Pflege von erkrankten Angehörigen, der Betreuung von Kindern u.a. oder der Angst vor einer Ansteckung.

Bericht zur Risikoanalyse im Bevölkerungsschutz 2012

Die zunehmend hohe Zahl an Erkrankten und die Abwesenheiten aufgrund der Pflege von erkrankten Angehörigen oder der Angst vor einer Ansteckung wirken sich in allen Branchen und Sektoren auf die Personalverfügbarkeit aus. Dies gilt insbesondere für Bereiche mit vielen Personenkontakten.

Langfristig ist auch davon auszugehen, dass es zu grundsätzlichen Schwierigkeiten im Betrieb der Infrastrukturen durch den dauerhaften Ausfall von Personal (Verstorbene) kommen wird. Umgekehrt werden Erfahrungen aus der ersten Welle zu entsprechenden Anpassungen und Maßnahmen im Betrieb der kritischen Infrastrukturen führen.

Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass der Aufrechterhaltung der Versorgung höchste Priorität eingeräumt wird, die Versorger entsprechende Anstrengungen unternehmen und dass somit nicht mit großflächigen Versorgungsausfällen zu rechnen ist.

Diese Feststellung mag vor 10 Jahren noch Gültigkeit gehabt haben. Unter den heutigen Just-in-time und Just-in-proces Bedingungen ist das jedoch mehr als zu bezweifeln. Apotheken werden heute im städtischen Umfeld bis zu 8x am Tag beliefert, um nur ein Beispiel herauszugreifen. Die steigenden Medikamentenengpässe sind ein anderes. 

Punktuell ist allerdings durchaus ggf. mit auch länger anhaltenden Störungen zu rechnen, da Serviceleistungen aufgrund von Personalausfall nicht überall im gewohnten Umfang zur Verfügung stehen. Dies gilt insbesondere für personalintensive Bereiche und Bereiche mit geringer Personalredundanz in Schlüsselpositionen.

Der Betrieb kritischer Infrastrukturen ist an vielen Stellen auf hoch qualifiziertes und spezialisiertes Personal angewiesen, dessen Ausfall weit reichende Folgen haben kann (z. B. im Bereich der Steuerung von Übertragungsnetzen, in der Flugsicherung, etc.) und Versorgungsausfälle oder -engpässe bundesrelevanten Ausmaßes mit sich bringen könnte. Den folgenden Einschätzungen liegt die Annahme zugrunde, dass die Besetzung dieser Schlüsselpositionen weiterhin gewährleistet werden kann, also kein zu hoher Anteil dieses Personals zum gleichen Zeitpunkt innerhalb des betrachteten Zeitraums erkrankt. Diese Einschränkung ist notwendig, da dieses Szenario unter einer anders lautenden Annahme deutlich abweichend zu bewerten wäre.

Hier könnte man auch eine gewisse Realitätsverweigerung unterstellen.

Darüber hinaus sind mit Blick auf vielfältige internationale Verflechtungen auch Versorgungsleistungen aus anderen Ländern für Deutschland von großer Bedeutung. Zahlreiche Güter und Dienste werden weltweit jeweils von nur wenigen Schlüsselproduzenten bereitgestellt.

Somit könnten Ausfälle im Bereich importierter Güter und Rohstoffe auch in Deutschland zu spürbaren Engpässen und Kaskadeneffekten führen.