Auswirkungen eines Blackouts

Eine europäische Großstörung („Blackout“) würde sich innerhalb weniger Sekunden über weite Teile Europas ausbreiten. Grundsätzlich ist zu erwarten, dass nicht das gesamte europäische Stromversorgungssystem zeitgleich zusammenbricht, sondern dass es in Teilsegmente zerfällt. Das ist sehr wichtig, weil damit die Störung rascher behoben werden kann. Dieser Stromausfall führt jedoch im Unterschied zu einem lokalen Stromausfall zeitnah zu einem kettenreaktionsmäßigen Ausfall so gut wie aller lebenswichtigen Infrastrukturen. Unser stromabhängiges Leben kommt zum Stillstand. Nichts geht mehr. Viele Dinge werden aber erst zeitverzögert spürbar. Daher wird sich die erste Zeit auch wie ein gewöhnlicher Stromausfall anfühlen und darstellen. Es wird dauern, bis Sie erfahren, dass es sich nun um ein Blackout und keinen lokalen Ausfall handelt. Damit geht sehr wichtige Zeit verloren, um z. B. Notfallmaßnahmen und Krisenpläne anlaufen zu lassen. Den in der ersten Stunde („Golden Hour“) ist es durchaus noch möglich, dass einzelne Strukturen noch funktionieren, die dann noch genützt werden könnten. Es gibt jedoch drei wichtige Indikatoren, die auf ein Blackout hindeuten und die in Unternehmen oder Organisationen als Alarmsignal genutzt werden könnten. Das erfordert jedoch wieder eine entsprechende Vorbereitung und Prozesse.

Vier Indikatoren für ein Blackout

Wenn folgende vier Wahrnehmungen zusammenfallen, dann kann man ziemlich sicher von einem größeren Problem bzw. Blackout ausgehen:

Kein Strom

Kein Strom

Kein Strom, kein Licht, keine Kühlung, keine Heizung, kein Aufzug, keine Rolltreppe, keine Kassa, kein Tanken, keine Straßenbahn, … und vielleicht auch bald keine WC-Spühlung mehr.

Kein Handy

Kein Handynetz

Kein Internet, kein telefonieren, kein Facebook, kein Festnetz, kein …, Es wird auch nach dem Stromausfall noch mehrere Tage dauern, bis die diese wieder funktionieren werden!

Kein Tunnel

Keine Tunnel

Innerhalb von 1 1/2 Stunden müssen aus Sicherheitsgründen alle österreichischen Tunnel gesperrt werden. Das erfährt man sicher über den Ö3-Verkehrsfunk.

Kein Radio

Keine Privatradiosender

Kaum ein Privatradiosender kann den Sendebetrieb bei einem Stromausfall/ Blackout aufrechterhalten.

Radio funktioniert

Die ORF Radiosender funktionieren

Die Radiosender des ORF haben einen Versorgungsauftrag und funktionieren zumindest für die nächsten 72 Stunden. Sie haben hoffentlich ein Batterieradio zu Hause! Vergessen Sie nicht Ihr Autoradio oder Ihr Smartphone mit Kopfhörern (=Antenne)! Reden Sie mit Menschen in Ihrer Umgebung oder Nachbarschaft und informieren Sie diese. Nicht alle werden das gleich mitbekommen.

Die drei Phasen eines Blackouts

Um die tatsächlichen Auswirkungen eines Blackouts erfassen zu können, muss das Gesamtszenario betrachtet werden. Die meisten Menschen denken nur an einen Stromausfall, also an die Phase 1. Das greift jedoch deutlich zu kurz und führt zu einer massiven Unterschätzung. Denn auch in der Phase 2, also wenn noch kaum ein Telefon, Handy oder das Internet funktionieren, wird auch sonst kaum etwas funktionieren. Weder eine Produktion, Logistik noch Treibstoffversorgung. Auch kein Tanken oder Einkaufen. Nur die Wasserver- und Abwasserentsorgung sollten wieder funktionieren. Erst in der Phase 3 kann dann der Wiederanlauf der Versorgung mit lebenswichtigen Gütern beginnen. Und das kann dauern. Denken Sie nur an mögliche Ausfälle in der industrialisierten Tierhaltung oder Glashausproduktion. Es wird zum Teil Jahre dauern, bis sich wieder eine Normalisierung einstellt. 

Die drei wesentlichen Phasen eines Blackouts

Exponentielle Entwicklungen und was alles nicht mehr geht

Während sich der Beginn des Blackouts noch ziemlich unproblematisch anfühlen wird, werden die Auswirkungen mit jeder Stunde Stromausfall exponentiell ansteigen. Das bedeutet, dass sich bildlich ausgedrückt, mit jeder Stunde die Auswirkungen verdoppeln. Dementsprechend wird es auch mit jeder weiteren Stunde schwieriger, wieder zu einer Normalität zurückzukehren.  

Stromkollaps im Extremwinter 1978/79

von Auszug aus der mdr-Dokumentation

Auswirkungen auf die Telekommunikationsversorgung

Aus der SWR-TV-Doku "Blackout: Was tun, wenn nichts mehr geht?"

Beim Ausfall der Telekommunikationsversorgung  gibt es unterschiedliche Erwartungshaltungen (siehe etwa für Deutschland aus der SWR-TV-Doku „Blackout: Was tun, wenn nichts mehr geht?“. Gerade in urbanen Räumen sollte man jedoch von einem ziemlich raschen Ausfall ausgehen. Zudem ist auch beim Wiederhochfahren in diesen Räumen mit besonders starken Überlastungen und damit mit der längeren Nichtverfügbarkeit zu rechnen.

Durch den umfassenden Ausfall der Telekommunikationsmöglich-keiten zerfällt die Gesellschaft in Kleinststrukturen. Eine Hilfe ist daher nur mehr auf lokaler Ebene möglich. Dort wo man noch direkt miteinander reden kann bzw. eine Restmobilität noch funktioniert. Eine Hilfe von außen ist in der Regel nicht zu erwarten. Daher muss die Krisenbewältigung auch auf dieser Ebene organisiert werden: Familie – Nachbarschaftshilfe – Gemeinde.

Unterschätze Nebenwirkungen

Wie aus der Praxis bekannt ist, kommt es bei IT-Infrastrukturen (24/7-Betrieb) immer wieder zu schlimmen Ausfällen. Dabei trocknen Kondensatoren in Netz- oder anderen Computerbauteilen aus. Durch den Dauerbetrieb fällt das nicht auf. Kommt es dann doch einmal zu einem Stromausfall, weil etwa auch die USV-Anlage nicht mehr lange genug Notstrom liefert, dann sind immer wieder bis zu 30 Prozent Hardware-Ausfälle zu beobachten. Auch Festplatten in Servern reagieren hier oft sehr empfindlich. Auch hier sind Ausfallszahlen im zweistelligen Bereich bekannt. Im Alltag bekommen wir das selten mit, weil das betroffene Unternehmen noch telefonieren und von irgendwoher Ersatzteile beschaffen kann. Bei einem großflächigen Szenario kann man weder telefonieren noch gibt es entsprechende Ersatzteile in dieser Menge. Daher ist auch die Dauer  der Phase 2 eines Blackouts mit sehr vielen Unsicherheiten verbunden. 

Theoretisch könnte diese Schwachstelle relativ einfach identifiziert bzw. rechtzeitig behoben werden: Man müsste nur regelmäßig für alle Komponenten den Strom ausschalten. Damit würden Ausfälle rechtzeitig erkannt und beseitigt werden können. Im Infrastrukturbereich ist das halt nicht ganz einfach möglich. Auch dort, wo es Redundanzen gibt, scheut man gerne solche Tests, weil auch immer wieder Fehler auftreten können. Daher gilt oft „never touch a running system“, was hier fatal sein kann.

Erfahrungen Infrastrukturbetrieb

Auswirkungen auf die Wasserver- und Abwasserentsorgung

Wasserversorgung

Wasserversorgung

von SRF-Blackout Thementag

Auch in Österreich kann es bei einem Blackout zu Wasserversorgungsproblemen kommen. Es kommen häufiger Pumpen zum Einsatz, als man gemeinhin annimmt. Viele kleinere Wasserversorgungsanlagen sind zudem mit einer UV-Desinfektionsanlage ausgestattet, die bei Stromausfall sofort die Wasserzufuhr unterbrechen muss. Oftmals ist keine Notstromversorgung vorhanden. Dann bleibt nur mehr die Restmenge im Hochbehälter, bis kein Tropfen mehr aus der Leitung kommt. Auch sonst ist dann häufig nur mehr das da, was noch im Hochbehältern gespeichert ist. Je nach Größe kann dann die Wasserversorgung noch über mehrere Stunden und zum Teil Tage aufrechterhalten werden. In Hochhäusern und höher gelegenen Gebieten kommt es wahrscheinlich deutlich früher zu Wasserversorgungsproblemen.

Fällt die Wasserversorgung aus, funktioniert auch keine WC-Spühlung mehr, Und das ist deutlich früher zu spüren, als der Durst. Aber auch kochen und waschen funktionieren dann nicht mehr. 

In der Abwasserentsorgung wird es noch häufiger Probleme geben. Viele Hebeanlagen sorgen dafür, dass das Schmutzwasser zur Kläranlage gepumpt wird. Staut sich dieses zurück. werden bald Keller und Gassen mit Abwässern überflutet werden. Kläranlagen sind sehr große Stromverbraucher und müssen daher ihre Abwässer bald ungeklärt ablassen. Mit fatalen Folgen für die Umwelt. Die Seuchenlage ist dann nicht mehr weit.

Aber es gibt auch eine positive Nachricht. Wenn der Strom wieder fließt, sollten in der Regel auch die Wasserver- und Abwasserentsorgung wieder funktionieren. Vorausgesetzt, es kam zu keinen Infrastrukturschäden. 

Auswirkungen auf die Treibstoffversorgung

Einrichtungen mit einer Notstromversorgung können bei einem Blackout noch einen temporären Notbetrieb aufrechterhalten. Zumindest solange noch ausreichend Treibstoff vorhanden ist. Fast alle Tankstellen fallen sofort aus. Durch den zeitnahen Ausfall der Telekommunikationsnetze (Handy, Festnetz, Internet)  werden die Behördenfunksysteme sehr rasch überlastet sein. Sie sollten theoretisch bis zu 24 Stunden Stromausfall noch funktionieren. Das Problem beginnt jedoch bereits nach wenigen Stunden bei den Akkus der Handfunkgeräte, wenn diese nur mehr eingeschränkt geladen werden können. Damit wird eine Koordinierung der Einsatzorganisationen und Krisenstäbe zunehmend schwieriger. Der vorhandene Treibstoffvorrat wird zum limitierenden Faktor. Die Treibstoffversorgung wird aber auch nach dem Stromausfall noch länger nicht funktionieren, da viele Tankstellen und speziell Tankwagen elektronisch diebstahlgesichert sind. Ohne Telekommunikation, keine Treibstofflogistik. Die Einsatzorganisationen werden durch eine Vielzahl von Aufgaben bei gleichzeitig eigener Betroffenheit und schrumpfenden Ressourcen rasch an die Grenzen stoßen. 

Siehe dazu weiters den Beitrag Treibstoff(lager)problematik.

Treibstoffversorgung

Auswirkungen auf den Verkehr und die die Logistik

Logistische Vernetzung

Ohne Telekommunikation und Treibstoff versiegt auch der Verkehr. Ampeln fallen aus, Straßenbahnen bleiben stecken, Züge kommen nicht mehr weiter. Tunnel müssen gesperrt werden. Wichtige Verbindungslinien werden dadurch unterbrochen. Auch hier kommt alles zum Stillstand. Ohne Verkehr gibt es auch keine Logistik und damit keinen Warenverkehr. Die Versorgung bricht in allen Bereichen zusammen. Verzweifelte Autofahrer werden irgendwann Autos stehen lassen, was zu zusätzlichen Behinderungen führen wird. 

Lebensmittelversorgung

von SRF-Blackout Thementag

Auswirkungen auf die Landwirtschaft

In der industrialisierten Tierhaltung und in der Glashauszucht müssen massive Ausfälle erwartet werden, wenn Lüftung, Heizung, Kühlung oder Fütterung nicht mehr funktionieren. Milchkühe können nicht mehr gemolken werden und erleiden fürchterliche Schmerzen. Nach ein bis zwei Tagen müssen sie notgeschlachtet werden. All das führt zu erheblichen Folgen bei der Versorgung der Bevölkerung mit lebenswichtigen Gütern. Zudem muss bedacht werden, dass es wahrscheinlich in einigen Regionen Europas deutlich länger dauern wird, bis die Stromversorgung wieder hergestellt werden kann. Das bedeutet, dass dort die Versorgungslage noch viel schlimmer ausfallen wird. Daher ist nach einem Blackout mit einer längeren Lebensmittelmangellage zu rechnen, da es weder private noch staatliche Vorsorgen gibt.

Ein Massentiersterben kann besonders im Sommer rasch zu einer Seuchenlage führen, da die Tierkadaver nicht rechtzeitig ordnungsgemäß entsorgt werden können.  

Landwirtschaft - Milchkühe

von SRF-Blackout Thementag

Landwirtschaft

Landwirtschaft

von SRF-Blackout Thementag

Auswirkungen auf die Lebensmittelversorgung

Leere Regale

All das hat massive Auswirkung auf die Versorgung mit lebenswichtigen Gütern. Wenn der Strom einmal weg ist, müssen die meisten Geschäfte schließen, da weder Beleuchtung, noch Kühlung oder Kassensysteme oder Bankomatzahlungen funktionieren. Sollte das Geschäft nach dem Stromausfall wieder öffnen, dann werden die Regale ziemlich rasch leer sein. Aber auch dann müsste mit Bargeld bezahlt werden, das viele Menschen nicht mehr zu Hause haben. Denn auch in der Phase 2 funktionieren weder die Kassensysteme noch die Bankomatzahlungen. Auch in der anlaufenden Phase 3 wird es nur ein sehr eingeschränktes Warensortiment geben.

Gleichzeitig werden in der Phase 1 in vielen Haushalten eingefrorene oder gekühlte Lebensmittel auftauen bzw. zu verderben beginnen, auch wenn Kühlgeräte die Temperatur über mehrere Stunden aufrecht erhalten können. Daher gilt es vor allem diese Ressourcen möglichst rasch zu verbrauchen. Sollte eine Kochmöglichkeit bestehen, dann sollten die Lebensmittel verkocht und damit etwas länger haltbar gemacht werden. Das kann durchaus  eine unterhaltsame Gemeinschaftsaufgabe mit NachbarInnen werden. 

Studie „Ernährungsvorsorge in Österreich“

Besonders problematisch sind die Erkenntnisse aus der Studie Ernährungsvorsorge in Österreich“: Demnach erwarten rund drei Millionen Menschen, oder ein Drittel der Bevölkerung, dass sie sich im Fall eines Blackouts maximal vier Tage selbst versorgen können. Nach sieben Tagen betrifft das bereits rund sechs Millionen Menschen, oder zwei Drittel der Bevölkerung. Dafür gibt es keinerlei Vorsorgen. Rund 1,5 Millionen Menschen verfügen demnach auch über keinerlei Wasservorräte.

Erst diese leichtsinnige Ausgangssituation führt dann in eine wirkliche Katastrophe!

Wir müssen auf jeden Fall gemeinsam verhindern …

Eine besondere Gefahr für die Versorgungslage entsteht dort, wo Menschen aus Verzweiflung Geschäfte ruinieren, um an Waren heranzukommen. Denn ist ein Geschäft erstmals ruiniert, wird noch viel länger keine Warenlieferung mehr ankommen. Denn dann muss zuerst die Infrastruktur repariert werden. Und wenn das mehrere betrifft, wird es nicht genug Ressourcen geben, um das rasch durchführen zu können.

Es liegt daher in unser aller Interesse, solche Eskalationen zu verhindern. Die Polizei wird diese Aufgabe nicht lange übernehmen können, da sie auch nur endliche Ressourcen bzw. viele Aufgaben hat. Hier sind vor allem die Anrainer und die Gemeinde gefragt, entsprechende Vorkehrungen zu treffen. Dabei geht es keinesfalls um Bürgerwehren. Aber wenn Menschen vor Geschäften aufpassen und mit möglichen verzweifelten Hilfesuchenden so lange als möglich im Gespräch bleiben oder Unterstützung anbieten können, kann die Hürde für die Zerstörung hinausgeschoben werden. 

Noch besser wäre es, wenn die Gemeinde gemeinsam mit den Betrieben ein Konzept entwickeln würde, wie einerseits noch vorhandene Lebensmitteln organisiert ausgegeben und andererseits Zerstörungen verhindert werden können. Etwas, dass für die meisten kaum Vorstellbar aber trotzdem unverzichtbar ist. Den andere Lösungen gibt es nicht.

zerstörter Suppermarkt

Auswirkungen auf die Gesundheitsversorgung

Lichtinseln

Krankenhäuser verfügen zwar über eine Notstromversorgung, aber sind genauso wie wir alle von anderen Infrastrukturleistungen abhängig. Damit kann nur mehr ein sehr beschränkter Notbetrieb aufrecht erhalten werden, der sich auch in der Phase 2 kaum verbessern wird. Ganz im Gegenteil. 

Niedergelassene Ärzte. Pflegeeinrichtungen oder Apotheken sind in der Regel nicht notstromversorgt und daher unvorbereitet kaum handlungsfähig. Damit droht automatisch eine Verlagerung der Probleme in die Krankenhäuser, die aber auch nicht darauf vorbereitet sind bzw. keine Kapazitäten dafür haben.

Zusätzlich droht im Winter die Überlastung der Krankenhäuser durch hilfesuchende Menschen, da diese automatisch „Lichtinseln“ ansteuern werden, wenn es draußen dunkel und kalt ist. 

Das bedeutet, das hier ebenfalls enorme Herausforderungen warten. Wenn es nicht gelingt, möglichst lange eine dezentrale Notversorgung aufrecht zu erhalten, droht ein noch viel schlimmeres Chaos. Auf jeden Fall wird es nicht möglich sein, die gewohnte Versorgungsqualität aufrechtzuerhalten. 

Eigenstromversorgung

Immer mehr Menschen und Haushalte verfügen über eine eigene PV-Anlage und produzieren selbst Strom. Was jedoch die wenigsten wissen ist, dass diese bei einem Netzausfall aus Sicherheitsgründen ebenfalls keinen Strom liefert und sie daher genauso wie der Rest im Dunkeln sitzen. Auch jene, die mittlerweile über einen Speicher verfügen, müssen deswegen noch lange keinen Strom haben. Denn das Ganze funktioniert nur, wenn eine saubere Netztrennung und ein inselbetriebsfähiger Wechselrichter vorhanden sind. Das ist bisher die Ausnahme. 

Daher sollte jede Neuanlage nur mehr als inselbetriebsfähige Anlage gebaut werden. Das kostet zwar etwas mehr, schafft aber einen enormen Sicherheitspolster. Zwar wird man dann trotzdem keine Normalversorgung erreichen, aber zumindest der Kühlschrank und die Heizungspumpe können weiter betrieben werden und man muss nicht im Dunkeln sitzen.

PV-Anlagen

Wirtschaftliche Folgen

Finanzielle Schäden

Wie sich leicht erahnen lässt, wir ein solches Ereignis enorme wirtschaftliche Schäden verursachen. Untersuchungen gehen dabei weit auseinander und können auch immer nur einen Bruchteil erfassen. 

Sind erst einmal Produktionsanlagen beschädigt, dann wird das eine Reihe von Folgeproblemen auslösen. Nicht nur für das betroffene Unternehmen selbst, sondern für die gesamte Gesellschaft. 

Jegliche Vorsorgemaßnahmen kosten nur einen Bruchteil des absehbaren und erwartbaren Schadens. Es liegt daher an uns, wie hart wir getroffen werden können und wie lange wir danach daran leiden werden. Das beginnt im persönlichen Bereich und setzt sich in allen Bereichen weiter fort. 

Sonstige Auswirkungen

Obwohl die erwartbaren Auswirkungen hier schon sehr umfangreich dargestellt wurden, greifen sie mit Sicherheit noch viel zu kurz. Denken Sie etwa nur an die Situation, wenn im Winter tausende Menschen auf Skiliften festsitzen. Grundsätzlich gibt es dafür Vorkehrungen – aber für Einzelereignisse und nicht für einen großflächigen Stillstand.

Oder was mit den vielen an Bahnhöfen, Flughäfen oder sonstigen Orten gestrandeten Menschen passiert. Das trifft Pendler wie Urlauber. Diese Menschen können nicht vorsorgen, zumindest nicht unmittelbar darauf zugreifen. Sie sind daher besonders auf Hilfe vor Ort angewiesen. Die Einsatzorganisationen können das alleine nicht schaffen. 

Und so gibt es wohl noch zahlreiche andere Bereiche, auf die man im ersten Moment nicht denkt.

 

viele fragezeichen

Psychische Auswirkungen

Erweiterte maslowsche Bedürfnispyramide; Quelle: Bernhard Penz

Eine zusätzliche Besonderheit bei diesem Ereignis ist, dass im Gegensatz zu anderen Katastrophen die betroffenen Menschen nicht mit der Schadensbeseitigung beschäftigt und damit abgelenkt sind. Das bedeutet, viele Menschen haben plötzlich viel Zeit und können wenig unternehmen. Das verursacht genauso Stress. Besonders die jüngeren Smartphone-Generationen könnten davon besonders betroffen sein. Psychologen haben daher schon eine neue Ebene auf der maslow’schen Bedürfnispyramide eingeführt.

Zum anderen ist gerade in einer Situation, wo sämtliche technischen Verbindungsmöglichkeiten („Vernetzung“) abbrechen, wichtig, dass die Kommunikation und Vernetzung wieder hergestellt wird. Und das bezieht sich nicht nur auf die technischen Möglichkeiten. Es geht da auch um die Kommunikation auf lokaler Ebene, von Angesicht zu Angesicht. Gemeinsam lässt sich eine solche Situation besser und leichter bewältigen. Es ergeben sich dadurch neue Möglichkeiten und Chancen. Vor allem Einsatzorganisationen sollten diese wichtige Ressource, die aktive Einbindung der Menschen, auch in der Krise nutzen.

Die Folgen eines Blackouts sind für uns nur schwer vorstellbar. Um diese bestmöglich überstehen zu kön-nen, ist es besonders wichtig, dass wir im Gespräch bleiben und gemeinsam versuchen, die Krise best-möglich zu überwinden. So lange die Kommunikation und Kooperation aufrecht erhalten bleibt, werden wir auch Lösungen finden!

Möglicherweise einzelne negative Ausreißer dürfen uns nicht davon abbringen!

Weiterführende Informationen

L-ICH

Was kann ICH tun?

Hier finden Sie eine Zusammenfassungen und Anregungen für Ihre persönliche Vorsorge.

Checkliste Basisvorrat

Checkliste Vorrat

Hier finden Sie Anregungen und eine Checkliste für Ihren möglichen Lebensmittelvorrat.

Leitfäden

Blackout-Vorsorge Leitfäden

Hier finden Sie weiterführende Informationen für persönliche und organisatorische Vorsorgemaßnahmen.

Katastrophenmythen

Katastrophen-Mythen

Hier finden Sie häufige Falschannahmen im Zusammenhang mit Katastrophen.

Achtsamkeit

Was so alles schief läuft

Was im Alltag so alles schief geht und uns als Warnung dienen sollte.

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Weiterführende Informationen

Hier finden Sie weiter-führende Informationen und Links zu anderen Organisationen und Quellen rund um das Thema Blackout und Vorsorge.

Stunden mit negativen Strompreisen (DEU) / Steigende Strompreisvarianz

In diesem Beitrag werden die Tage/Stunden mit negativen Strompreisen an der europäischen Strombörse (epexspot) ab 2015 dargestellt. Diese stellen nicht nur für den Markt eine große Herausforderung dar, wird doch in dieser Zeit für die Stromabnahme bezahlt, sondern bedeutet auch eine zusätzliche Belastung für die Infrastruktur, da es zu großräumigen Stromtransporten kommt, für die die Infrastruktur nie ausgelegt wurde. Bei Gefahr für die Netzsicherheit erfolgt durch die Übertragungsnetzbetreiber ein Intradaystop - der Handel wird ausgesetzt - bzw. erfolgen Redispatching-Maßnahmen, die wieder um erhebliche Kosten verursachen. Diese werden über die Netzentgelte an die Kunden weiterverrechnet.

Ein weiterer Aspekt betrifft die Gestehungskosten/Grenzkosten bei der Erzeugung, welche je nach Anlagentyp sehr unterschiedlich sein können. Das führt etwa auch dazu, dass Kraftwerke, die auf längere Sicht nicht wirtschaftlich betrieben werden können, aus dem Markt fallen (Merit-Order-Effekt). Das ist grundsätzlich gut und richtig und auch für den Klimaschutz erfreulich, führt aber gleichzeitig zu wenig beachteten negativen Nebenwirkung: Durch den Wegfall von rotierende Massen wird die immanent notwendige und systemkritische Stabilisierung und Ausregelung zunehmend schwieriger und gefährdet. Mittelfristig verzögert sich zusätzlich der Bau von für die Energiewende unverzichtbaren Pumpspeicherkraftwerken und rasch einsetzbaren, flexiblen Kraftwerken (Energiebevorratung), um die volatile Erzeugung der EE-Anlagen auszugleichen, weil es sich einfach nicht rechnet, diese zu bauen. Ein Teufelskreis.

Next-Kraftwerke hat zwei gute Zusammenfassung zu diesem Thema erstellt (Was sind negative Strompreise und wie entstehen sie? und Negative Strompreise: Fieberkurve oder Normalbetrieb?). Meine Anmerkungen befinden sich in den Kommentaren.

Variabilität - signifikante Preissprünge

Ein neues Phänomen ist seit 13. September 2020 zu beobachten: Innerhalb weniger Stunden bzw. Tage treten enorme Strompreisschwankungen auf. So wurde am Sonntag, 13.09.20, von 13 bis 14 Uhr ein negativer Preis von -59 Euro pro MWh erreicht. Von 20 bis 21 Uhr kostete dann die MWh 51 Euro. Eine Differenz von 110 Euro!

Einen Tag später, am Montag, 14.09.20 kostete die MWh zwischen 19 und 20 Uhr bereits 121 Euro. Erstmals seit 24.01.19 wurde damit wieder ein Preis über 100 Euro erzielt. Am Dienstag, 15.09.20 sogar 189 Euro. Der höchste Wert seit 08.02.12 (18 bis 19 Uhr 210 Euro)! Im Intraday-Handel wurde sogar ein Preis von 555 Euro/MWh erzielt, also mehr das 10-fache vom Üblichen um diese Zeit. Eine Woche später, am Monate dem 21.09.20 gibt es von 19 bis 20 Uhr bereits den nächsten Rekord: 200 Euro! Der Intraday-Preis stieg jedoch „nur“ auf 128 Euro.

Das bedeutet nicht nur eine große preisliche Schwankung (Angebot und Nachfrage), sondern vor allem enorme Herausforderungen für den sicheren Netzbetrieb!

Strompreis Deutschland 2018-2020
Strompreis Deutschland 2020-21

Stromgestehungskosten

Stromgestehungskosten für erneuerbare Energien und konventionelle Kraftwerke in Deutschland (Datenquelle: Fraunhofer ISE; März 2018; Wikipedia)

Zu beachten ist, dass die Preise hier in EuroCent/kWh angeführt sind und der Strom in Euro/MWh gehandelt wird. Also die Werte mal 1.000 genommen werden müssen. Das bedeutet, dass im besten Fall ein Strompreis von im Durchschnitt 40 Euro/MWh erwirtschaftet werden muss, um Kraftwerke kostendeckend betreiben zu können.

Stromgestehungskosten_Deutschland_2018_laut_Fraunhofer_ISE

Strompreise Deutschland

Quelle: www.epexspot.com

Strompreistabelle
Strompreis - negativ
Strompreis - Quartal
Strompreis - Jahre
Strompreis - Jahre - tiefster Preis

Aktuelles Quartal: Negativpreise | Preise über 100 Euro pro MWh

21-3 - Strompreise
Strompreis - höchster Jahrespreis

Volatilität bei der Erzeugung aus PV und Wind (Beispiel Deutschland)

Quelle: amprion.de

Strompreise unter 20 bzw. über 100 Euro im Jahr 2021

Zum vollständige Anzeigen der Tabellen bitte das jeweilige Bild anklicken.

Strompreise unter 20 bzw. über 100 Euro im 3. Quartal 2021

21-3 - Strompreise

Strompreise unter 20 bzw. über 100 Euro im 2. Quartal 2021

21-2 - Strompreise

Strompreise unter 20 bzw. über 100 Euro im 1. Quartal 2021

21-1 - Strompreise

Hintergründe Stromgestehungskosten / Grenzkosten

Stromgestehungskosten / Grenzkosten

2016 fallen die vielen Stunden mit Preisen zwischen 0-20 Euro auf. Hier ist anzumerken, dass auch um diesen Preis kein konventionelles Kraftwerk kostendeckend produzieren kann, da die Grenzkosten - die Kosten, die für die Produktion erforderlich sind - deutlich höher liegen. Einen Anhalt für die tatsächlichen Produktionskosten bietet der Bericht "Subventionen und Kosten für Energie" des österreichischen Umweltbundesamtes. Wobei hier auch externalisierte Kosten berücksichtigt werden. Die Beurteilung, wie "nachhaltig" die Stromproduktion daher derzeit überhaupt ist, bleibt dem Leser überlassen.

LCOE Oestereich

Stromgestehungskosten für ausgewählte Technologien. Das unterste grüne Segment entspricht den Stromgestehungskosten gemäß LCOE-Methodik, das mittlere grüne Segment stellt die direkte Förderung (z. B. Steuererleichterungen für den Brennstoff) dar und das oberste Segment gibt die externen Kosten an. Die in blau dargestellte „zusätzliche Förderung“ gibt die Höhe der Subventionen an, welche keine Auswirkungen auf die Stromgestehungskosten der Anlagen haben (z. B. Einspeisevergütung). Die Angabe der Unsicherheit der externen Kosten bei der Kernkraft gibt die Spannweite der Literaturangaben wieder, die aufgrund unterschiedlicher Annahmen stark variieren; die orange Markierung gibt den durch ECOFYS ermittelten Wert an (Durchschnitt EU28).

11/18:  In den vergangenen 12 Monaten war der Spotmarktpreis an 150 Stunden unter 0 Euro/MWh und an 902 Stunden (= 9,515 % aller Stunden im Jahr) unter 20 Euro/MWh. Einen Preis über 60 Euro/MWh wiesen in den letzten 12 Monaten 1.393 Stunden (= 14,694 % aller Stunden im Jahr) auf. Quelle: www.power-solution.at

Niedrige Strompreise

Wie die (unvollständige) Auswertung der Strompreise unter 20 Euro zeigt, ist die Anzahl der Stunden 2016 massiv angestiegen. Während die Auswertung dieser Preiszone im Jahr 2015 eine Gesamtzahl von rund 400 Stunden ergab, waren es 2016 und 2017 mehr als 930 Stunden (aus organisatorischen Gründen werden nur Tage mit mehreren Stunden unter 20 Euro ausgewertet).

Strompreis - 0-20

Die niedrigen Strompreise freuen natürlich (Groß)Kunden, führen aber gleichzeitig dazu, dass die betriebswirtschaftlichen Bedingungen für konventionelle Stromproduzenten immer schwieriger werden. Die damit verbundenen Nicht-Investitionen (Wartung und Erneuerung) werden in wenigen Jahren zu einem zunehmenden Problem durch "Aging Infrastructures" führen. Wohin das führen kann, ist bereits in Großbritannien zu beobachten. Zusätzlich steigt der Bedarf an konventioneller Regelleistung, um die Netzstabilität aufrecht erhalten zu können. So verdreifacht etwa die Austrian Power Grid die Reservekapazitäten für den Sommer. Das System muss weiter bzw. verstärkt an der Belastungsgrenze betrieben werden, wie auch die Redispatch-Maßnahmen zeigen.

Hohe Strompreise

Dem gegenüber stehen Strompreise über 100 Euro, die erstmals 2017 wieder mehrfach aufgetreten sind.

Rekordnegativstrompreise

Am 08. Mai 2016 wurde nach dem 25. Dezember 2012 mit dem Rekordnegativstrompreis von -221,99 Euro pro MWh der bisher zweitniedrigste Wert mit -130,09 Euro erreicht (siehe auch unter Alle Jahre wieder …. Muttertag … und Rekordnegativstrompreise). Am 01. Mai 2017 gab es während 16 Stunden Negativstrompreise. Davon während 11 Stunden unter 30 Euro, was einen neuen Rekord in der Dauer und Höhe darstellt.

Strompreis - Jahre - tiefster Preis

Strompreise unter 20 bzw. über 100 Euro im Jahr 2020

Zum vollständige Anzeigen der Tabellen bitte das jeweilige Bild anklicken.

Strompreise unter 20 bzw. über 100 Euro im 4. Quartal 2020

20-4 - Strompreise

Strompreise unter 20 bzw. über 100 Euro im 3. Quartal 2020

20-2 - 07 - Strompreise

Strompreise unter 20 bzw. über 100 Euro im 2. Quartal 2020 - Juni

20-2 - 06 - Strompreise

Strompreise unter 20 bzw. über 100 Euro im 2. Quartal 2020 - Mai

20-2 - 05 - Strompreise

Strompreise unter 20 bzw. über 100 Euro im 2. Quartal 2020 - April

20-2 - Strompreise

Strompreise unter 20 bzw. über 100 Euro im 1. Quartal 2020

20-1 - Strompreise

Strompreise unter 20 bzw. über 100 Euro im Jahr 2019

Zum vollständige Anzeigen der Tabellen, bitte das jeweilige Bild anklicken. Es gibt eine kleine Abweichung zwischen der eigenen Auswertung (209 Stunden) mit der offiziellen (211 Stunden).

Strompreise unter 20 bzw. über 100 Euro im 4. Quartal 2019

Strompreise unter 20 bzw. über 100 Euro im 3. Quartal 2019

Strompreise unter 20 bzw. über 100 Euro im 2. Quartal 2019

Strompreise unter 20 bzw. über 100 Euro im 1. Quartal 2019

Strompreise unter 20 bzw. über 100 Euro im Jahr 2018

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Strompreise unter 20 bzw. über 100 Euro im 4. Quartal 2018

 

Strompreise unter 20 Euro im 3. Quartal 2018

18-3 - Strompreise

Strompreise unter 20 Euro im 2. Quartal 2018

 

Strompreise unter 20 Euro im 1. Quartal 2018

Negativstrormpreise Deutschland/Österreich EEX

Strompreise unter 20 bzw. über 100 Euro im Jahr 2017

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Strompreise unter 20 Euro im 4. Quartal 2017

Strompreise unter 20 Euro im 3. Quartal 2017

Strompreise unter 20 Euro im 2. Quartal 2017

 

Strompreise unter 20 Euro im 1. Quartal 2017

Strompreise unter 20 bzw. über 100 Euro im Jahr 2016

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Strompreise unter 20 Euro im 4. Quartal 2016

strompreise-4-qu-2016

Strompreise unter 20 Euro im 3. Quartal 2016

Strompreise 3.Qu 2016

 

Strompreise unter 20 Euro im 2. Quartal 2016

Strompreise 2.Qu 2016

Strompreise unter 20 Euro im 1. Quartal 2016

Während es im Jänner 2015 25 Stunden mit Negativstrompreisen gab, waren es 2016 nur 5.

Strompreise unter 20 bzw. über 100 Euro im Jahr 2015

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Strompreise unter 20 Euro im 2. Halbjahr 2015

Strompreise unter 20 Euro im 1. Halbjahr 2015

Strompreise 1.HJ 2015

Anmerkung: In den eigenen Auswertungen wurde offensichtlich eine Stunde übersehen, da andere Quellen von 126 Stunden sprechen.