Quelle: Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe

Ergebnisse einer Umfrage zum Stromausfall in Hagen am 11. Oktober 2016. Aufgrund eines Brandes im Umspannwerk Donnerkuhle gab es am 11.10.2016 ab 5.55 Uhr morgens einen Stromausfall in verschiedenen Stadtteilen im Süden von Hagen in Nordrhein-Westfalen. Mehr als 50.000 Haushalte hatten fast den gesamten Tag hindurch keinen Strom, das öffentliche Leben war teilweise lahmgelegt. Neben dem Ausfall von Ampelanlagen, Bahnen, Computeranlagen und des Festnetzes kam es auch zu einer Überlastung des Mobilfunknetzes. Die ad-hoc-Umfrage zur Smartphonenutzung bei Stromausfall, die das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) beim Stromausfall in Hagen bei 30 Bürgerinnen und Bürgern durchführte, förderte keine grundlegende Überraschung zutage:

Smartphones sind das zentrale Instrument, um in Krisen Informationen zu beschaffen, mit Verwandten und Freunden Kontakt aufzunehmen und Notrufe abzusetzen. Einige Antworten der Hagener Bevölkerung bringen die Behörde allerdings zum Nachdenken. So hat beispielsweise nur die Hälfte der Personen einen Sirenenalarm wahrgenommen; nur ein Viertel der Befragten kannte die Bedeutung des Alarms. Des Weiteren waren kaum einem der Befragten Ratgeber oder Hinweise zum richtigen Verhalten bei Stromausfällen bekannt.

In den meisten Fällen war Smartphone-basierte Kommunikation mit Verwandten und Freunden weiterhin möglich. Auf die Frage nach Kommunikationsmöglichkeiten bei einem längeren, flächendeckenderen Stromausfall und dem damit verbundenen Komplettausfall des Mobilfunknetzes, wussten die Befragten keine Alternative zur gewohnten Smartphone-Kommunikation.

Behördeninformationen wurden kaum wahrgenommen. 57 % der Befragten antworteten, dass sie keine Informationen der Behörden mitbekommen hätten. Bei Medienmeldungen war für die Betroffenen häufig unklar, ob es sich dabei um Informationen aus behördlichem Ursprung handelte.

Zahlreiche Befragte gaben an, Informationen zum Stromausfall von Nachbarn erhalten zu haben. Vom Mobilfunknetzausfall betroffene Personen gaben an, Hilfe in der Nachbarschaft zu suchen.

Kommentar

Es gibt noch sehr viel zu tun, um die Bevölkerung auf ein mögliches Blackout bzw. einen weitreichenden Infrastrukturausfall vorzubereiten! Gerade die Erfahrungen aus lokalen Ereignissen sollten uns wachrütteln. Smartphones können für gewöhnlich einen wichtigen Beitrag bei der Krisenkommunikation leisten. Wir benötigen jedoch auch einen Plan B für den Fall, dass dieser Kommunikationskanal nicht zur Verfügung steht.