Letzte Aktualisierung am 05. Oktober 2022.

22.06.22: BLACKOUT?! SIND WIR VORBEREITET?

Quelle: www.spectra.at

Steigender Strombedarf, Extremwetterlagen oder Cyberangriffe – es gibt viele Gründe, warum ExpertInnen vor einem Blackout warnen und prognostizieren, dass die Frage nicht jene ist, ob ein Blackout eintritt, sondern wann.

Daher haben wir bei den ÖsterreicherInnen nachgefragt und wollten wissen, ob und wie vorgesorgt wird.

Es zeigt sich zunächst: Auf spontane Nachfrage können lediglich zwei Drittel der ÖsterreicherInnen den Begriff „Blackout“ korrekt zuordnen. Auf gestützte Nachfrage sind es immerhin 87% der ÖsterreicherInnen die wissen, dass mit einem Blackout ein länger andauernder Ausfall der Stromversorgung gemeint ist, bei dem weite Teile des Landes betroffen sind. 13% der ÖsterreicherInnen kennen den Begriff „Blackout“ also nicht, und weitere 26% sagen, sie würden den Begriff zwar kennen, sich aber wenig bis gar nicht darüber informiert fühlen. Dabei sind es eher Jüngere im Alter von 15-29 Jahren und Personen mit formal niedrigerer Bildung mit dem größten Informationsbedarf.

Auch wenn ExpertInnen warnen – nur 8% der ÖsterreicherInnen sind der Meinung, dass Österreich in den nächsten 1-2 Jahren von einem Blackout betroffen sein wird. 57% der ÖsterreicherInnen glauben dagegen, dass dies unwahrscheinlich ist.

Daher verwundert es nicht, dass für den Fall eines Blackouts aktuell nur 16% der ÖsterreicherInnen vorgesorgt haben, wobei knappe 10% der ÖsterreicherInnen (=58% von 16% die vorgesorgt haben) mindestens 10 Tage oder länger mit den Vorräten auskommen würden. Vorgesorgt wird bislang zumeist mit haltbaren Lebensmitteln (zB. in Dosen), Hygieneartikeln, Notfallapotheke, Bargeld und/oder Trinkwasser. Mit einer stromunabhängigen Notfall-Heizung oder einer Notstromversorgung sind die wenigsten ausgerüstet.

Immerhin: 43% der ÖsterreicherInnen haben zumindest schon einmal darüber nachgedacht, für den Fall eines Blackouts vorzusorgen.

23.05.22 – Hälfte der Österreicher nicht ausreichend gerüstet

Quelle: www.krone.at

Viele fürchten sich davor, aber nur 50 Prozent der Österreicher sind für ein Blackout gerüstet. Weniger als die Hälfte hat genügend Vorräte gebunkert. Das ist die dramatische Quintessenz einer aktuellen Umfrage.

Besonders sorgfältig hat das Institut für Demoskopie & Datenanalyse (IFDD) aus Hadersfeld (NÖ) 1200 Österreicher (Schwankungsbreite +/- 2,8 Prozent) im Auftrag der „Krone“ zum brandheißen Thema Blackout befragt. Das Ergebnis ist für den erfahrenen Meinungsforscher und Besitzer des Instituts Christoph Haselmayer ernüchternd. Denn selbst bei der „günstigen“ Annahme, dass der Blackout nach 14 Tagen wieder vorbei sei, würden 49 Prozent nicht mit ihrem Vorrat zu Hause auskommen.

Immerhin 45 % haben aber irgendwelche Reserven angelegt. Der drohenden Gefahr eines Totalkollapses der Versorgung sind sich aber viel zu wenige Menschen bewusst. Denn nur 38 Prozent der Befragten halten dieses Szenario für sicher bzw. wahrscheinlich.

Dass Stromausfall und größerer Infrastruktur-Zusammenbruch bloß ein militärisches Hirngespinst sei, weisen aber 70 Prozent zurück. Irritierend hingegen: Das Kompetenz-Wirrwarr in den Köpfen der Österreicher. Denn sie wissen nicht, ob im Ernstfall das Bundesheer (45 Prozent) oder das Innenministerium (46 Prozent) zuständig für die Koordination zuständig ist.

Jedenfalls erwarten sich die Menschen in der Notlage Hilfe von den Soldaten (58 Prozent). Einmal mehr bestätigt sich das Vertrauen in die Feuerwehren: 52 Prozent vertrauen auf die rasche und kompetente Assistenz der ortskundigen Florianis.

27.05.21: Krisenvorsorge: Die österreichische Bevölkerung setzt auf den Staat, weniger auf Eigenvorsorge

Quelle: Austrian Corona Panel Project (ACPP)

Die Österreichische Gesellschaft für Krisenvorsorge (GfKV) durfte im Rahmen des Austrian Corona Panel Project (ACPP) der Universität Wien ein paar Fragen zur Krisenvorsorge stellen: „Zusammenfassend lässt sich hier als Tendenz beobachten, dass die Bevölkerung in Krisenzeiten auf die staatlichen Einrichtungen vertraut, während die individuelle Vorsorge weniger verbreitet ist.“

  • Die österreichische Bevölkerung bringt den staatlichen Einrichtungen großes Vertrauen bei der Krisenvorsorge entgegen und erwartet, dass der Staat selbst in einem akuten Katastrophenfall die Versorgung mit Grundnahrungsmitteln, die medizinische Versorgung, die öffentliche Sicherheit sowie die Energie- und Wasserversorgung gewährleisten kann.
  • Nur ein Drittel der Bevölkerung hätte im Katastrophenfall ausreichend Lebensmitteln und Medikamenten für mehrere Wochen vorrätig.
  • Vergleichsweise viele achten jedoch bewusst auf ihr psychisches Wohlbefinden. 

Von Valentina Ausserladscheider und Julia Partheymüller

Die Coronakrise hat gezeigt wie rasch für uns Selbstverständliches, wie zum Beispiel medizinische Grundversorgung, zu einem knappen Gut werden kann. Nach mehr als einem Jahr Pandemie stellt sich daher die Frage, welche Lehren wir für die Sicherung der Basisversorgung aus solchen Krisensituationen ziehen können: Wie man sich in Zukunft besser auf solche Krisenfälle vorbereiten? Wer trägt die Hauptverantwortung, die Grundversorgung in Krisenzeiten zu sichern? Welche Rolle spielen staatliche Einrichtungen Staat im Krisenfall? Welche Maßnahmen zur Krisenbewältigung kann die österreichische Bevölkerung im Privatem ergreifen? Dieser Blog beleuchtet das Meinungsbild zur Basisversorgung im Katastrophenfall.

In Sachen Krisenvorsorge vertraut die österreichische Bevölkerung auf den Staat

Den Befragten des Austrian Corona Panel Project wurde im April 2021 die Frage gestellt: “Wie viel Vertrauen haben Sie, dass die staatlichen Einrichtungen in einem akuten Katastrophenfall die Basisversorgung über vier Wochen sicherstellen können?” Wie Abbildung 1 zeigt, vertraut mehr als die Hälfte der ACPP-Befragten grundsätzlich darauf, dass der Staat die Basisversorgung von Grundnahrungsmitteln, medizinischer Grundversorgung, öffentlicher Sicherheit und Energie- bzw. Wasserversorgung im Katastrophenfall für vier Wochen aufrecht erhalten kann. 68% bzw. 67% der Befragten (dunkel- bis hellblau in Abbildung 1 sprechen den staatlichen Einrichtungen grundsätzliches Vertrauen aus, die Basisversorgung von Grundnahrungsmitteln bzw. Energie- und Wasserversorgung sicherstellen zu können. Ähnlich hoch sind die Vertrauenswerte für die medizinische Grundversorgung und die öffentliche Sicherheit (64% bzw. 60% grundsätzliches Vertrauen).

Abbildung 1: Vertrauen der Bevölkerung, dass die staatlichen Einrichtungen in einem akuten Katastrophenfall die Basisversorgung über vier Wochen sicherstellen können (Daten: ACPP, Welle 22, 16.-23. April 2021, gewichtet)

Eigene Aktivitäten zur Stärkung der Kapazität zur Krisenbewältigung

Abgesehen vom Vertrauen in die staatlichen Institutionen, haben wir auch Aktivitäten ermittelt, die die Bevölkerung unternehmen kann, um selbst auf Krisen vorbereitet zu sein und mit Krisensituationen zurechtzukommen. Wir haben dazu gefragt, inwiefern die die Umfrageteilnehmer*innen Lebensmittel und Medikamente für mehrere Wochen vorrätig halten, auf ihr psychisches Wohlbefinden achten, Nachbarschaftshilfe leisten, regelmäßig Sport treiben oder sich musisch-kreativ oder handwerklich betätigen (siehe Abbildung 2). Laut Aussage der Befragten scheint vor allem das Bewusstsein über das psychische Wohlempfinden im Vordergrund zu stehen: 55% der Befragten achten bewusst auf ihr psychisches Wohlempfinden (“trifft voll und ganz zu”/”trifft eher zu”). Für Strategien wie Lebensmittel und Medikamente mehrwöchig vorrätig zu haben oder auch regelmäßig Sport zu betreiben, zeigt sich ein gemischtes Bild: Für 33% der Befragten trifft das aktive Anlegen eines mehrwöchigen Vorrats von Lebensmitteln und Medikamenten “voll und ganz zu” (13%) und “eher zu” (20%), während für 34% das Gegenteil der Fall ist (20% “trifft eher nicht zu”/14% “trifft gar nicht zu”). Ein ähnliches Bild zeigt sich beim regelmäßigen Sport. Die aktive Nachbarschaftshilfe und die regelmäßige Betätigung von musisch-kreativen oder handwerklichen Aktivitäten sind vergleichsweise wenig verbreitet: Beide Aktivitäten werden von 42% der Befragten eher nicht bzw. gar nicht ausgeübt.

Abbildung 2: Eigene Aktivitäten zur Stärkung der Kapazität zur Krisenbewältigung (Daten: ACPP, Welle 22, 16.-23. April 2021, gewichtet; Frageformulierung: “Inwiefern treffen die folgenden Aussagen auf Sie zu oder nicht zu?”)

Fazit

Während dieser Pandemie wurde die Relevanz der Sicherung von Basisversorgung sowie der persönlichen Krisenresilienz für das individuelle sowie gesellschaftliche Wohlbefinden besonders sichtbar. Unsere Analysen zeigen diesbezüglich, dass ein Großteil der Befragten den staatlichen Einrichtungen in Sachen Basisversorgung im Katastrophenfall großes Vertrauen entgegen bringt. Im Gegensatz dazu legen sich nur ein Drittel einen eigenen mehrwöchigen Vorrat an Lebensmitteln und Medikamenten zu. Viele Befragte achten jedoch bewusst auf ihr psychisches Wohlbefinden und stärken in dieser Weise ihre Kapazität zur Krisenbewältigung. Zusammenfassend lässt sich hier als Tendenz beobachten, dass die Bevölkerung in Krisenzeiten auf die staatlichen Einrichtungen vertraut, während die individuelle Vorsorge weniger verbreitet ist.

15.02.22: Imas-Umfrage: Hohes Sicherheitsbewusstsein der Oberösterreicher widerspricht der tatsächlichen Vorsorge

Quelle: www.zivilschutz-ooe.at

Blackout, Unwetter, Corona,…die Katastrophenszenarien sind vielseitig. Der OÖ Zivilschutz gibt alle drei Jahre eine Markt- und Meinungsforschung über das Gefahrenbewusstsein der oberösterreichischen Bevölkerung ab 16 Jahren in Auftrag. Das Ergebnis der Umfrage von 2021 bietet interessante Einblicke – aufschlussreiche Informationen.

Laut dieser Umfrage sind 25 % der Befragten der Meinung, dass das Land Oberösterreich sehr gut auf Katastrophen und Unfälle vorbereitet ist. Rund drei Fünftel der oberösterreichischen Bevölkerung (59 %) empfinden eine einigermaßen gute Vorbereitung ihres Bundeslandes auf solche Katastrophen. Im Vergleich zur letzten Umfrage 2018, ergibt sich ein leichtes Minus bei diesen Zahlen (sehr gut 29 %, einigermaßen 61 %).

Wenn es jedoch um die persönliche Vorbereitung geht, zeichnet sich ein anderes Bild: 15 % der Befragten gaben an, sehr gut auf Katastrophenfälle vorbereitet zu sein, 56 % einigermaßen. Dass sie gar nicht gut auf Katastrophen vorbereitet sind, gaben 7 % der Befragten an. Im Vergleich zu 2018 ist ein kleiner Aufwärtstrend zu beobachten.

Schon in früheren Umfragen beobachtete der OÖ Zivilschutz eine Fehleinschätzung der Bürger, wie gut sie auf Katastrophen vorbereitet sind. Deswegen wurde auch nachgefragt, wie lang die Bevölkerung glaubt, dass sie ohne Strom und Wasser im Haushalt auskommt. Im Durchschnitt schätzt der Oberösterreicher, 5,7 Tage ohne Wasser und Strom auszukommen. 25 % der Bürger glauben, länger als 7 Tage und 20 % 7 Tage auszukommen. Der Bedarf an Wasser bzw. Getränken (74 %) und haltbaren (Grundnahrungs-)Lebensmittel (73 %) ist dabei am größten.

Hier muss der OÖ Zivilschutz ansetzen, denn die meisten Bürger überschätzen ihre persönlichen Vorsorge-Maßnahmen: „So ist den Menschen zwar bewusst, dass sie auch Trinkwasser bevorraten müssen, allerdings ist ihnen nicht klar, dass die Kanalisation zusammenbrechen kann und somit auch die Toilette nicht mehr funktionieren wird. Es muss also für eine Nottoilette vorgesorgt werden. Auch Wasser für Hygiene und zum Kochen muss bevorratet werden.“ Das ist nur eines von vielen Beispielen dafür, dass die Zweitfolgen und Schäden eines Blackouts von der Bevölkerung unterschätzt werden.

Grafiken siehe auch Präsentation:

2022-OÖ-Wie gut ist man persönlich auf Katastrophen vorbereitet
2022-OÖ-Veränderungen bei Vorrat für Notfälle durch Corona-Krise
2022-OÖ-Dauer des Auskommens ohne Strom und Wasser im Haushalt
2022-OÖ-Wie gut ist man persönlich auf Katastrophen vorbereitet
2022-OÖ-Beeinträchtigte Bereiche eines Blackouts
2022-OÖ-Bedeutung von Information rund um Katastrophenbewältigung
2022-OÖ-Ausreichend Information
2022-OÖ-Prioritäre Gefahrenquellen

13.12.18: Oberösterreicher sind überzeugt, das Land OÖ ist gut auf Katastrophenfälle vorbereitet – persönliche Vorbereitung hinkt hinterher

Quelle: Oberösterreichischer Zivilschutzverband

„Die aktuelle Umfrage, durchgeführt von IMAS international, zeigt, dass 29 % der Befragten der Meinung sind, Oberösterreich ist sehr gut auf Katastrophen und Unfälle wie Hochwasser, Stromausfälle, Sturmkatastrophen oder Atomunfälle vorbereitet. Rund drei Fünftel der oberösterreichischen Bevölkerung (61%) empfinden eine einigermaßen gute Vorbereitung ihres Bundeslandes auf solche Katastrophen“, erklärt OÖ ZivilschutzPräsident NR Mag. Michael Hammer.

Im Vergleich dazu, fühlt sich nur ein Zehntel der Oberösterreicher selbst sehr gut (11%) auf Katastrophen und Unfälle vorbereitet. 48% geben an, einigermaßen gut dafür gewappnet zu sein. Mindestens jeder vierte Oberösterreicher (29%) schätzt seine persönlichen Präventionsmaßnahmen nicht besonders gut ein, 11 Prozent sind laut eigenen Angaben gar nicht gut vorbereitet. Auch hier ist ein Altersgefälle sichtbar, ältere Menschen (60+ J.) fühlen sich besser gerüstet als jüngere (16-34 J.)

IMAS-Wie gut ist man persoenlich auf Katastrophen vorbereitet

Informationsbedarf ist groß – Kenntnisstand widerspricht dieser Aussage

Insgesamt wird den Informationen für die Bewältigung von Katastrophen eine große Bedeutung zugeschrieben: Drei Viertel der Oberösterreicher (74%) empfinden Informationen für die Katastrophenbewältigung als sehr wichtig. Ein weiteres Fünftel (21%) nimmt Informationen als einigermaßen wichtig wahr. Kaum jemand sieht diese als irrelevant an.

Eine Diskrepanz zwischen der Wichtigkeit und dem Kenntnisstand der Informationen ist spürbar: Generell fühlen sich Oberösterreicher gut über unterschiedliche Gefahren und über eine spezielle Vorsorge informiert: Ein Viertel (24%) schätzt ihren Informationsstand als sehr gut ein, die Hälfte als einigermaßen gut. Ein Viertel hingegen meint, entweder nicht besonders (19%) oder gar nicht informiert (7%) zu sein.

„Diese Zahlen spiegeln einen typischen Verdrängungsmechanismus wider, der auch in anderen Lebensbereichen vorkommt: Wenn das Land gut vorbereitet ist, brauche ich selbst nichts zu machen.“, sagt DDr. Paul Eiselsberg von IMAS international, „Auch die Diskrepanz zwischen dem Bewusstsein und dem tatsächlichen Setzen von Aktivitäten ist spürbar.“

"Und für wie wichtig halten Sie eigentlich Informationen für die Bewältigung einer solchen Katastrophe?"

Notwendige Dinge für die Eigenvorsorge

Im Durchschnitt nennt der Oberösterreicher 3,2 Dinge, die er in Vorbereitung auf solche Katastrophenfälle benötigen würde. Darunter ist der Bedarf an Wasser bzw. Getränken (76%) sowie haltbaren Lebensmittel bzw. Grundnahrungsmittel (67%) deutlich am größten.

Hier spiegelt sich der niedrige Kenntnisstand über die Vorsorge wider, das Bewusstsein für technische Notfallgeräte ist gering. „Das Notfallradio als wichtige Informationsquelle im Katastrophenfall wird unterschätzt und kommt im Ranking erst an elfter Stelle vor“, erklärt OÖ Zivilschutz-Präsident NR Mag. Michael Hammer, „dabei sind bei solchen Krisenszenarien Informationen der Behörden, die übers Radio verbreitet werden können, besonders wertvoll.“

Bei den alternativen Lichtquellen werden vor allem Kerzen genannt – hier sollte allerdings an die damit verbundene Brandgefahr gedacht werden.

Bereits an fünfter Stelle der Umfrage steht das Notstromaggregat: „Die Bürger vergessen oft, dass zur Anschaffung es Notstromaggregats auch bauliche Maßnahmen gehören – wir empfehlen anstelle von Notstromaggregaten die Anschaffung von einfachen Notfallgeräten, die auch ohne Strom funktionieren – ein kurbelbetriebenes Notfallradio oder eine Notkochstelle mit Brennpasten“, informiert OÖ Zivilschutz-Vizepräsident LAbg. Hermann Krenn.Welche Dinge würden Sie in einer solchen Situation benötigen?

Bei jeweils 5 von 8 Gefahrenquellen hat im Vergleich zu 2012 bzw. 2015 die Wichtigkeit der Informationen in der Kategorie „sehr wichtig“ zugenommen. Insbesondere das Thema Blackout legt deutlich an Informations-Bedeutung zu. „Dies zeigt, dass wir mit unserem Schwerpunkt auf dem Thema Blackout richtig liegen und gute Arbeit in der Bewusstseinsbildung dazu leisten“, freut sich OÖ Zivilschutz-Präsident NR Mag. Michael Hammer.

Gefahrenquellen

Eigenvorsorge für Katastrophenfälle notwendig

Der OÖ Zivilschutz appelliert an die Bürger, an ihre Eigenverantwortung zu denken und die Abstand zwischen dem Bewusstsein für mögliche Katastrophenfälle und dem aktiven Handeln durch Selbstschutzmaßnahmen zu schließen: „Wer vorsorgt, ist im Krisenfall klar im Vorteil und kann die Zeit bis zum Eintreffen der Einsatzorganisationen – die bei einer Katastrophe nicht überall sofort helfen können – gut überbrücken. Unser Ziel ist es, dass jeder Bürger mindestens eine Woche autark leben kann, das heißt, das Haus in dieser Zeit nicht verlassen muss und keine fremde Hilfe benötigt“, sagt OÖ Zivilschutz-Präsident NR Mag. Michael Hammer.

„Zivilschutz und somit der Selbstschutz ist der schnellste und deshalb effizienteste Schutz. Gerade in den ersten Minuten kann rasches Handeln Leben retten. Deshalb ist es wichtig, jederzeit auf Notfallsituationen vorbereitet zu sein“, ergänzt OÖ VizepräsidentZivilschutz-Vizepräsident LAbg. Alexander Nerat.

Vorsorgen für den Katastrophenfall, egal ob Blackout oder Naturkatastrophe, ist notwendig, aber auch sehr einfach – man muss nur drei Bereiche abdecken: ein ausreichender Lebensmittelvorrat, technische Hilfsgeräte und Medikamente/Hygieneartikel.

Kommentar

Diese Ergebnisse decken sich mit vielen anderen Erkenntnissen und zeigen eine deutliche Ambivalenz zwischen den Erwartungen und der erwartbaren Realität wider. Besonders gefährlich ist, dass hier auch ein massiver Vertrauensverlust im Fall eines weitreichenden Ereignisses gegenüber den staatlichen Strukturen zu erwarten ist, da die Erwartungen in keinster Weise erfüllt werden können. Hier ist noch sehr viel Aufklärungsarbeit erforderlich, die aber nur zögerlich wahrgenommen wird, da ja damit auch eine über viele Jahre aufgebaute Scheinsicherheit zerstört werden muss. Dabei geht es gar nicht darum, wer daran Schuld ist, denn das lässt sich nicht wirklich klären. Beide Seiten haben hier ihre Anteil. Entscheidend ist daher auch wie bereits im Beitrag LÜKEX 18: Gasmangellage in Süddeutschland – eine kritische Betrachtung angesprochen, damit aufzuhören, öffentliche Maßnahmen so zu kommunizieren, als könnte damit die persönliche Vorsorge ersetzt werden. Das wird ja wie auch in OÖ gezeigt wird, immer wieder gemacht, aber dieser Beisatz kommt offensichtlich zu wenig an. Daher wären hier zusätzliche Marketingprofis gefragt, die bei der Aufklärung unterstützen und Vorsorge zum „Lifestile-Thema“ machen. Zum anderen sollte davon abgerückt werden, sehr seltene Ereignisse als „sehr unwahrscheinlich“ zu bezeichnen, da man damit auch suggeriert, dass es eh keinen Handlungsbedarf gibt. Die Wahrscheinlichkeit lässt sich hier eben nicht seriös bewerten. Die katastrophalen Folgen eines solch möglichen oder ähnlichen Ereignisses aber sehr wohl. Daher geht es vor allem um unsere Verwundbarkeit!

14.08.18: Bevölkerung unterschätzt Gefahr von Blackout – Es wird kaum Vorsorge für einen Notfall getroffen

Quelle: volksblatt.atwww.zivilschutz-ooe.at (PDF-Info OÖ Zivilschutzverband)

Der Strom kommt aus der Steckdose und das Wasser aus der Leitung. Doch was passiert, wenn die so selbstverständliche Infrastruktur plötzlich zusammenbricht?

Eine vom OÖ. Zivilschutz in Auftrag gegebene Spectra-Studie zeigt die Sorglosigkeit der Österreicher in Sachen Katastrophenschutz auf. Denn kaum einer ist für den Notfall gerüstet.
Lediglich 15 Prozent der 1100 Befragten haben sich bereits einmal mit der Thematik auseinandergesetzt, 56 Prozent noch gar nicht. Als größte Gefahren sehen die Österreicher Hochwasser (48 Prozent), Gewitter mit Zerstörungskraft (47 %) und Murenabgang, Erdrutsch oder Lawine (43 %) in besiedeltem Gebiet an. Die Wahrscheinlichkeit für einen großflächigen Stromausfall (Blackout) schätzen jedoch nur zehn Prozent als sehr hoch ein.

Ohne Panik verbreiten zu wollen, möchte der OÖ. Zivilschutzverband die Bevölkerung sensibilisieren, denn ein Ernstfall kann unerwartet eintreten.
Ziel ist es, dass jeder Bürger eine Woche autark leben kann, das heißt, dass er das Haus nicht verlassen muss. Nur zehn Prozent der Befragten antworteten richtig, dass bei einem Stromausfall die Wasserversorgung etwa einen Tag aufrechterhalten werden kann. Viele dachten, dass dies bis zu einer Woche möglich sei. 41 Prozent glauben, dass das Internet nicht sofort zusammenbricht und man noch vier bis sechs Tage mit Bargeld einkaufen kann. Nur ein Drittel verfügt über ein stromunabhängiges Radio.

Grobe Fehleinschätzungen der Bürger

Die Umfrage zeigt auch, dass die Eintrittswahrscheinlichkeit diverser Krisenfälle unterschätzt wird: Glauben 22% der Befragten, dass die Möglichkeit für einen atomaren Zwischenfall sehr bzw. hoch ist, so schätzen nur 10% Prozent die Wahrscheinlichkeit für einen großflächigen Stromausfall (Blackout) als sehr hoch bzw. hoch ein.
80 % der Befragten glauben, dass die Auswirkungen eines Atomunfalls als sehr dramatisch bzw. dramatisch sind, hingegen sind es nur 55% der Umfrageteilnehmer, die die Auswirkungen eines Blackouts sehr dramatisch bzw. dramatisch einschätzen.
Überraschend ist die Auffassung der Befragten, wie lange die Versorgung bei einem Stromausfall durch Notmaßnahmen aufrechterhalten werden kann. Einzelne Bereiche wurden abgefragt: Nur knapp 10% sagen richtig, dass die Wasserversorgung (Leitungswasser aus dem Wasserhahn) etwa einen Tag aufrechterhalten werden kann und auch die Toilettenspülung so lange funktioniert, mehr als die Hälfte der Umfrageteilnehmer schätzt dies völlig falsch ein und glaubt an eine Weiterversorgung von 4 bis 6 Tagen bzw. mindestens einer Woche.
41 % der Bevölkerung sind der Meinung, dass das Internet bei einem Stromausfall nicht sofort zusammenbricht. 28% glauben, dass das Einkaufen mit Bargeld in den Geschäften noch mind. eine Woche bzw. zumindest noch 4 bis 6 Tage möglich ist. 62% sind der Meinung, dass Radiosender im Katastrophenfall noch bis zu einer Woche ihren Betrieb aufrechterhalten können – aber nur 36 % der Bürger verfügen über ein stromunabhängiges Notfallradio, um bei einem Blackout Informationen zu empfangen.

Kommentar

Leider zeigt die Umfrage einmal mehr, dass es nicht ausreicht, ein paar Vorträge zu machen. Das Thema muss auf die politische Tagesordnung und in die öffentliche Diskussion, ansonsten werden wir hier nicht weiterkommen. Leider.