Quelle: www.mittelbayerische.de

Von 15 Uhr bis 17 Uhr war die Stadt vom Stromnetz abgeschnitten.

Auch Polizei und Feuerwehr arbeiteten nur noch mit Notstrom.

Die Stromlosigkeit – und damit das Erlahmen der modernen Gesellschaft – trieb die Menschen auf die Straße. So tröpfelten die Angestellten der Kelheimer Stadtverwaltung nach und nach aus dem Rathaus, vor den Geschäften bildeten sich Menschentrauben – und die Gerüchteküche brodelte.

Auch die Handys waren tot.

Schiebetür ließ sich nicht mehr öffnen. Die Kunden konnten das Geschäft zumindest durch den Hinterausgang verlassen.

Dank Gasofen konnte der Betrieb weiterlaufen.

Große Hektik hatten hingegen die Verantwortlichen in der Goldberg-Klinik. Zunächst war man davon ausgegangen, dass das Notstromaggregat im ganzen Haus angesprungen war. Wie sich kurz nach 17 Uhr herausstellte, sei dies aber nicht der Fall gewesen. Dennoch hatten sie, die Dame vom Empfang oder Dr. Michael Reng von der Notaufnahme und viele andere alle Hände voll zu tun. Von außen kamen Anfragen, ob Menschen, die beatmet werden müssen, ins Krankenhaus verlegt werden können. Innen galt es die Kommunikation zu koordinieren. Denn tragbare und Festnetztelefone sowie PCs hatten ausgesetzt. Am Abend lief die Stromversorgung im Krankenhaus vollkommen normal, so Reich. Dennoch waren zuvor bestimmte Systeme wie Telefone oder PCs durch den Stromausfall in der Stadt in Mitleidenschaft gezogen worden.

Die Helfer der Kelheimer Feuerwehr rückten zu einigen Hilfseinsätzen aus. Sie mussten einige Personen aus Aufzügen befreien.

Die Kelheimer Feuerwehr hatte auch einige Notstromaggregate in der Stadt verteilt. Unter anderem in einem Seniorenheim. Denn ohne laufen auch keine Beatmungsgeräte.

Stromausfall war nicht einziges Problem

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Erst am Mittwochvormittag lief in Kelheim wieder alles normal. Der umfangreiche Stromausfall am Dienstagnachmittag hatte weitreichende Folgen. Unter anderem blieben Wohnungen und Häuser kalt, die von einem ebenfalls stromlosen Heizkraftwerk versorgt werden und im Kelheimer Ortsteil Weltenburg wurde das Trinkwasser knapp.

Blackout in Kelheim – 10 mal live dabei

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Der „Worst Case“, also der schlimmste Fall, der hätte passieren können, stand schon im Raum. Die Evakuierung der Goldbergklinik, sagt Kelheims Feuerwehrkommandant Georg Sinzenhauser am Mittwoch. Denn diese war unmittelbar vom Ausfall des Blockheizkraftwerks betroffen. Fehlende Wärme wird in einem Krankenhaus im Winter zum Problem. In der Krisensitzung im Kelheimer Feuerwehrhaus wurde bereits überlegt, wie 100 bis 150 Patienten in andere Kliniken kämen.

Zwar funktionierte der Digitalfunk bei der Feuerwehr tadellos. Doch nebenbei treffe man viele Absprachen per Handy, so Kommandant Sinzenhauser. Doch beim Mobilfunk ging über lange Strecken nichts. So fuhr auch ein ehemaliger Helfer aus der Innenstadt selbst bei der Feuerwehr vor und meldete, dass ein Nachbar im Fahrstuhl feststeckte. Bezahlt machte sich, dass im Gerätehaus alle Funktionsräume Notstrom haben.

Schnell noch Einkäufe zahlen? Das war ab 15 Uhr im Affeckinger Rewe-Markt von Yilmaz Tezcanli nicht mehr möglich. Gut 25 Kunden begleiteten der Marktbetreiber und seine Mitarbeiter vor die Tür. Halbvolle Einkaufswagen blieben stehen. Weil man nicht wusste, wie lange der „Blackout“ dauert, erledigten die Mitarbeiter teils mit Handy-Taschenlampe Arbeiten, füllten Regale auf. Tezcanli schätzt, dass ihm durch den Stromausfall an die 5000 Euro Einnahmen fehlen. Dennoch habe er Glück gehabt. Wäre der Strom länger als vier Stunden weggeblieben, hätte er alles, was in der Kühlung lag, Tiefkühl-Ware, Metzgerei-Produkte, Salate, Joghurts etc. komplett vernichten müssen.

Kommentar

Zwei Stunden Stromausfall. Was erst, wenn dieser 24 Stunden oder sogar noch länger dauert? Wären Sie vorbereitet? Vorsorge