Quelle: www.businessinsider.de

Im Sommer 2019 sorgten die Preisspekulationen mehrerer Stromhändler beinahe für einen Blackout [Siehe Juni 2019].

Nach wie vor gilt auf dem Strommarkt: Manipulation lohnt sich „Die haben das bewusst gemacht. Und ich gehe davon aus, dass Unternehmen, die so etwas einmal machen, das auch wieder tun.“

Direkte finanzielle Konsequenzen ergeben sich für die Betroffenen auf Grundlage des derzeit gültigen Standardbilanzkreisvertrags nicht. Erst bei wiederholten Verstößen seien Vertragskündigungen oder „Geldbußen bis zu fünf Millionen Euro“ möglich. Bisher wurden solche wiederholten Verstöße nie festgestellt beziehungsweise aufgedeckt.

Immerhin: Ab dem 1. August soll ein neuer Marktvertrag gelten, dessen Vorgaben Anreize zur Einhaltung der Bilanzkreistreue und ein reformiertes Sanktionssystem beinhalten. Anreize, aber keine Verpflichtungen.

Für die Schäden, die durch die Manipulationen für die Volkswirtschaften entstehen, müssten harte Strafen ausgesprochen werden.

Solange die Verbraucher die Kosten für Unterversorgungen ausgleichen, rechnet es sich für Stromhändler, davon abzusehen, bei Engpässen die eigenen Reserven anzuzapfen oder teuer Strom zuzukaufen. Und dadurch Blackouts zu riskieren.

Kommentar

Dazu passt die SRF-Dokumentation von Anfang 2017, wo genau dieses Szenario dargestellt wurde. Wir wissen es und lassen es trotzdem weiter zu. Das ist grob fahrlässig, auch wenn die Tricks für die einzelnen Händler nicht unmittelbar eine Gefährdung für ganz Europa darstellen. Aber in einem fragilen System kann es immer zu einer Verkettung von Fehlern kommen, die dann in die Katastrophe führen. 

Und auch die Frequenzabweichungen rund um den Stundenhandel sind ein Indikator dafür, dass hier mit dem Feuer gespielt wird. Und man reizt das immer mehr aus, was man an der Häufung der Ereignisse oder auch an der Intensität beobachten kann. 2020 gab es bis 7. Juli bereits 84 unübliche Frequenzschwankungen. Auffallend ist, dass diese immer um den Stundenwechsel auftreten und daher mit hoher Wahrscheinlichkeit mit dem Strommarkt zusammenhängen! Der außergewöhnlichste Einbruch trat am 2. Juli 2020 auf. Er dauerte deutlich länger als die bisher maximal vorgesehene Zeit von 15 Minuten (Sekundärregelung) und auch der Einbruch auf 49,85 Hz bedeutet, dass bereits 2/3 der vorgehaltenen Reserve aufgebraucht wurden.

Die auffälligsten Abweichungen 2020: 50,15 Hz: am 20.01, 49,85 Hz: am 27.02, 03.06, 02.07; Am 10. Jänner 2019 wurde bisher der Tiefstpunkt von 49,8 Hz erreicht.

200702 - 49,852 Hz

Quelle: pc-projekte.lima-city.de und Ergänzungen von Franz Hein.