Quelle: steiermark.orf.at

Die Schneefälle haben in einigen Gemeinden der nördlichen Obersteiermark auch für Stromausfälle gesorgt. Um für solche Fälle besser gerüstet zu sein, wollen nun die 60 Feuerwehren im Bezirk Graz-Umgebung stromautark werden.

Die Idee, die Feuerwehren in seinem Bezirk stromautark zu machen, kam Bereichsfeuerwehrkommandant Gerhard Sampt vor zwei Jahren: Am 24. Dezember 2016 fiel im östlichen Teil des Bezirks Graz-Umgebung mehrere Stunden lang der Strom aus. 26 Trafostationen waren außer Betrieb, Menschen steckten am Nachmittag des Heiligen Abend in Liften fest, nichts ging mehr – auch in den Feuerwehrhäusern der betroffenen Gemeinden.

„Als Feuerwehr ist uns dann bewusst geworden, dass in den Rüsthäusern nur ganz vereinzelt Notstromversorgung vorhanden war. Ziel ist es nun, dass wir versuchen, alle Rüsthäuser in Graz-Umgebung – das sind immerhin 60 Feuerwehrhäuser – für den Fall der Fälle energieautark zu machen, also mit Stromerzeugern auszustatten und eine dementsprechende Treibstoffbevorratung vorrätig zu haben“, so Sampt.

Auch Anlaufstelle für die Bevölkerung

In dem österreichweit einzigartigen Projekt bekommt jede Feuerwehr im Bezirk Graz-Umgebung einen Treibstofftank mit 460 Liter Fassungsvermögen – damit könne die Stromversorgung über drei bis maximal fünf Tage aufrecht bleiben. Laut Sampt geht es darum, bei einem großen Stromausfall die eigene Infrastruktur aufrecht zu erhalten, die Feuerwehr soll aber auch Anlaufstelle für die Bevöklerung sein, „und allfällige Engpässe – und wenn es nur die Erzeugung von warmem Wasser ist – abdecken zu können. Wir hatten damals den Fall, dass ein junges Paar bei uns aufgetaucht ist und gesagt hat, wir können nicht einmal heißes Wasser für das Flascherl für unseren Säugling warm machen“.

Feuerwehren in anderen steirischen Bezirken haben bereits Interesse gezeigt, das energieautarke Modell zu übernehmen.

Kommentar

Es ist immer sehr erfreulich, wenn Menschen und Organisationen aus Vorfällen lernen und Konsequenzen setzen. Wichtig wäre noch zu betonen, dass das alles nur dann funktionieren wird, wenn sich die Bevölkerung auch ausreichend vorbereitet. Die Feuerwehr kann nicht alles lösen. Die Anlaufstellen entsprechen dem Selbsthilfe-Basis-Konzept.

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