Auswirkungen

Aus verschiedenen Quellen.

  • Ein Kurzschluss durch einen Kabelbrand an einer Hauptstromleitung hatte am Sonntag (03.06.18) zu einem Stromausfall geführt, der Flugbetrieb wurde ab 10 Uhr vollständig eingestellt.
  • Der Betrieb wurde am Montag um 6 Uhr wieder aufgenommen.
  • An einem normalen Sonntag gibt es etwa 400 Flugbewegungen in Hamburg. Etwa 340 Flüge mussten insgesamt gestrichen werden. Betroffen waren über 30.000 Passagiere.
  • Auch die sich bereits auf dem Rollfeld befindenden Maschinen konnten wegen des Stromausfalls nicht abheben.
  • Ankommende Maschinen aus dem In- und Ausland wurden an Flughäfen in ganz Deutschland umgeleitet.
  • Da die technische Infrastruktur durch den Stromausfall lahmgelegt sei, fielen zeitweise auch die Telefone aus und die Internetseite könne nicht mit Informationen aktualisiert werden.
  • Viele beschwerten sich auf dem Kurznachrichtendienst Twitter über die schlechte Informationspolitik des Flughafenbetreibers.
  • Eine Sprecherin erklärte, dass das Personal nur direkt am Boden oder über Handy kommunizieren könne.
  • Außerdem sei es ärgerlich, dass derzeit trotz der Wärme kein Wasser verfügbar sei.
  • Airlines und der Flughafen organisierten für die gestrandeten Menschen Notunterkünfte.
  • Der Flughafen hat zwar eine Notstromversorgung mit Dieselmotoren und Stromgeneratoren, die auch angesprungen ist. Damit hätte aber nur eine singuläre Stromversorgung bestanden. Dieses Risiko ohne zusätzliche Absicherung sei zu groß gewesen, also sei der Flugbetrieb eingestellt worden. Notstrom könne nur zur Überbrückung, aber nicht dauerhaft eingesetzt werden. Die Notstromversorgung sei für einen vorübergehenden Stromausfall ausgelegt, aber nicht für ein mehrstündiges Schadenereignis, wie es am Sonntag passierte.
  • Der Stromausfall am Hamburger Flughafen hat den Airport nach ersten Schätzungen rund eine halbe Million Euro gekostet. Hinzu kämen Schäden bei Airlines und Passagieren.
  • Flughafen Düsseldorf: pro Tag 67.000 Passagiere; Im Falle eines massiven Energieproblems stehen insgesamt 52 Notstromgeneratoren bereit, die innerhalb von 15 Sekunden einsatzbereit sind.

Kommentar

Wie so oft, kam es auch hier zu einer Überschätzung:

„Deutschland ist nicht Atlanta – Deutsche Flughäfen bei Stromausfall bestens vorbereitet“. „An allen deutschen Flughäfen kann der Flugbetrieb ohne Stromversorgung über Stunden sicher fortgesetzt werden“, heißt es in der damaligen Erklärung, die inzwischen vom Netz genommen wurde. „Eine redundante Stromversorgung“ sei „auf der Grundlage von umfangreichen gesetzlichen Reglungen“ installiert. Doch in der Praxis hat sich die Beruhigungspille des Flughafenverbandes als Trugschluss erwiesen. Die Panne am Sonntag hat leider verdeutlicht, dass der Airport auf einen Totalausfall der Stromversorgung alles andere als gut vorbereitet war. Quelle: www.stern.de

Ähnlich war das 2003 nach dem Blackout in den USA, wo wenige Wochen später in ganz Italien und in Schweden der Strom ausfiel.
Dieses Beispiel hat auch wieder das Kommunikationsproblem in der Krise aufgezeigt. In diesem Fall ging aber noch die öffentliche Kommunikation. Aber was, wenn diese wie bei einem Blackout auch bereits ausgefallen ist, es keine Ausweichflughäfen mehr gibt und auch externe Kräfte kaum mehr verfügbar sein werden. Und der öffentliche Verkehr zusammengebrochen ist, und noch vieles mehr? In ganz Europa hunderttausende Menschen gestrandet an Flughäfen. Wie lange wird es dauern, bis die sanitäre Situation kippt und damit unzumutbare Zustände auftreten werden. Wie lange wird es dann dauern, wieder einen Betrieb aufnehmen zu können? Und noch viele Fragen mehr, die bis zum ersten Mal unbeantwortet bleiben.
Zum anderen zeigt dieses Beispiel wieder einmal, dass es keine hundertprozentige Sicherheit gibt. Nirgends. Wir sollten uns daher auch beim Thema Blackout nicht der Truthahn-Illusion hingeben.