Quelle: www.lifepr.de

In der Schweiz lebende Menschen machen sich grösstenteils wenig Sorgen darüber, dass die Lebensmittelversorgung zeitweise unterbrochen werden könnte. Eine Umfrage von Agroscope im Auftrag des Bundesamtes für wirtschaftliche Landesversorgung (BWL) zeigt, dass Lebensmittelvorräte aus anderen Gründen als der Krisenvorsorge und in sehr unterschiedlichen Mengen aufbewahrt werden.

Für den Fall einer gravierenden Störung der Lebensmittelversorgung bestehen staatliche und privatwirtschaftliche Vorsorge- und Interventionsmassnahmen. Bis diese in einer Krise erfolgreich umgesetzt sind, kann ein privater Notvorrat die ersten Tage überbrücken. [Im Gegensatz zu Österreich gibt es in der Schweiz und in Deutschland konkrete staatliche Lebensmittelvorräte] Empfohlen wird ein Lebensmittelvorrat für sieben Tage. Dieser soll in den normalen Haushaltsvorrat integriert sein, damit der laufende Ersatz der Produkte ein Verderben verhindert. Ein Teil der Lebensmittel sollte zudem ohne Kochen geniessbar sein, weil bei einem Stromausfall die Kochherde – auch die meisten Gaskochherde – nicht mehr einsatzfähig sind. Für den Fall, dass auch die Versorgung mit sauberem Trinkwasser nicht mehr gewährleistet ist, wird ein Trinkwasservorrat von neun Litern (ein Sixpack) pro Person empfohlen.

Als Grundlage für die Planung von Vorsorge- und Kommunikationsmassnahmen im Bereich der privaten Lebensmittelvorsorge führte Agroscope im Jahr 2017 eine gesamtschweizerische Bevölkerungsumfrage durch. 

Die Befragungsteilnehmenden nahmen eine Einschätzung vor, für wie viele Tage die Nahrungsmittel- und Trinkwasservorräte in ihrem Haushalt ausreichen würden, wenn ein Einkauf nicht mehr möglich und das Wasser aus den Leitungen nicht mehr nutzbar wäre. Die Streuung der Antworten war sehr gross: 28% der befragten Personen verfehlen die empfohlene Menge für eine Dauer von sieben Tagen, während in 23% der Haushalte die dreifache Menge oder mehr vorhanden ist (siehe Abbildung). Wenn die Stromversorgung ausfällt, das heisst wenn ein Kochen und Kühlen mehrheitlich nicht mehr möglich ist, steigt der Anteil der Haushalte, welche die Empfehlung verfehlen, auf rund 70%. Die Trink- und Süssgetränkevorräte liegen auch in rund 70% der Haushalte unter der empfohlenen Vorratsmenge von drei Tagen.

Der am häufigsten genannte Grund für das Halten eines Lebensmittelvorrats ist das Bedürfnis, nicht jeden Tag einkaufen zu wollen, gefolgt von Vorratskäufen während preislicher Aktionen und einem Vorrat für den Fall eines spontanen Besuchs. An letzter Stelle steht die Befürchtung einer Versorgungskrise. Nur ein kleiner Teil der befragten Personen ist demnach besorgt, dass es in der Schweiz zu einem Lebensmittelmangel kommen könnte.

Quelle: www.agroscope.admin.ch – In 28% der Haushalte würden die vorrätigen Nahrungsmittel für die empfohlene Dauer von sieben Tagen nicht ausreichen. Im Falle eines Ausfalls der Strom- oder Trinkwasserversorgung wären sogar 72% bzw. 69% unterversorgt.

Der Bund selbst betreibt für Notzeiten sogenannte Pflichtlager. In diesen lagerten per 1. Januar 2017 beispielsweise rund 63 000 Tonnen Zucker, 14 400 Tonnen Reis, an die 160 000 Tonnen Weichweizen sowie weitere Grundnahrungsmittel für den Notfall. Diese Mengen entsprechen dem durchschnittlichen schweizerischen Grundbedarf von drei bis vier Monaten. Quelle: www.nzz.ch

Kommentar

Im Gegensatz zu Österreich, wo sich nach 7 Tagen bereits 2/3 der Bevölkerung nicht mehr ausreichend versorgen können, betrifft das in der Schweiz „nur“ 1/3. Aber immerhin gibt es in der Schweiz dann auch noch staatliche Vorsorgen.