Quelle: Kölner Stadt-Anzeiger

Nach dem 20-stündigen Stromausfall Mitte des Monats prüft die Ruhruniversität Bochum, welche Schäden für die Forschung entstanden sind. Vor allem gekühltes Material habe sich durch den Stromausfall erwärmt, so dass noch nicht abzusehen sei, ob damit weiter gearbeitet werden könne.

In der Medizinischen Fakultät beschafften Studenten eigene Generatoren, um Enzyme, Antikörper und sensible Gewebeproben von Menschen mit seltenen Krankheiten auf Temperaturen von minus 80 Grad zu halten, so die Uni. „Vieles ist das Ergebnis jahrzehntelanger Arbeit und wäre unwiederbringlich“.

Auch an den Fakultäten für Biologie und Biotechnologie organisierten Studenten Hilfe. So sicherten zwei Hochleistungsgeneratoren die Versorgung mit Notstrom in den Tier- und Gentechniklaboren. Bei Proben, die in Bewegung bleiben müssen und sonst von Maschinen geschüttelt oder gedreht werden, legten Doktoranden selbst Hand an, um sie zu bewahren.

Derzeit sammelt die Universität Schadensmeldungen der Institute. „Wir haben noch keinen Überblick“. Es dauere Wochen oder sogar Monate, bis mögliche Verluste als Folgen des Stromausfalls beziffert werden könnten.

Kommentar

Ein weiteres Beispiel dafür, wie folgenschwer ein europäischer Stromausfall sein wird. Eine derartige Befürchtung wurde mir schon vor Jahren mitgeteilt, nun hat sie sich auch in der Praxis bestätigt. Hierbei muss noch berücksichtigt werden, dass wahrscheinlich hier sogar Notstromaggregate von Einsatzorganisationen zum Einsatz gekommen sind. Bei einem großflächigen Szenario ist das nicht zu erwarten, da diese Ressourcen wohl für andere Einrichtungen dringender benötigt werden. Es muss daher hier meine persönliche Einschätzung wiederholt werden – ein sehr wahrscheinliches europäisches Blackout hat das Potenzial zur größten Katastrophe nach dem Zweiten Weltkrieg zu werden. Wir sind nicht darauf vorbereitet!