Quelle: www.profil.at

Wie „profil“ in seiner Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, warnt die Interessensvertretung der Elektrizitätswirtschaft („Österreichs Energie“) eindringlich vor überregionalen Stromausfällen.

„Die Wahrscheinlichkeit für ein großräumiges oder gar europaweites Blackout ist in den letzten Jahren signifikant gestiegen“, schreibt EVN-Vorstand Peter Layr, zugleich Präsident von „Österreichs Energie“ in einem mit 25. März 2014 datierten Brief an die Vorstände der Regulierungsbehörde E-Control. Layr befürchtet, Österreich sei nur unzureichend gerüstet – im Falle eines flächendeckenden Stromausfalls sei „rasch mit desaströsen Verhältnissen besonders in Ballungszentren mit gleichzeitiger Gefährdung der öffentlichen Sicherheit zu rechnen“.

E-Control-Vorstand Walter Boltz zeigt sich unbeeindruckt: „Für ein extrem unwahrscheinliches Szenario Vorkehrungen zu treffen, die nur einen geringfügigen Vorteil bringen, halten wir nicht für gerechtfertigt.“

Kommentar

Die Aussage „ein extrem unwahrscheinliches Szenario“ ist leider nicht nachvollziehbar. So geht etwa bereits aus dem Risikobericht 2012 der Schweiz hervor, dass eine Pandemie und ein Ausfall der Stromversorgung als grösstes Risiko für die Schweiz in Bezug auf Schadensausmass und Eintretenswahrscheinlichkeit darstellt. Auch zahlreiche andere Stellen sprechen von einem gestiegenen Risiko (z. B. So gefährlich wäre ein Blackout für Berlin, Vulnerabilität und Resilienz als Konzepte zum Umgang mit irreduziblen Unsicherheiten bei der Energiewende). Hierzu wurde im August eine Zusammenfassung „Risikoeinschätzungen“ erstellt.

Während die Fachwelt verstärkt vor dem Risiko und den möglichen Folgen warnt, wird auf der anderen Seite verharmlost. Eines ist aber gewiss: Wir sind als Gesellschaft auf ein solches Szenario nicht vorbereitet!

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