Zwei exzellente LinkedIn-Beiträge von

Batterie-Energiespeichersysteme (BESS) werden als Lösung für die Intermittenz erneuerbarer Energien präsentiert: Flexibel. Schnell. Skalierbar. Bahnbrechend.

Aber die Realität sieht so aus: Viele BESS-Projekte erfüllen stillschweigend nicht die Anforderungen an Schutz und Koordination.

Und die Folgen zeigen sich bereits:

  • Betriebsrisiko
  • Systeminstabilität
  • Verzögerte Projekte
  • Kostspielige Neukonstruktionen

Warum dies geschieht

  • Ältere Schutzkonzepte wurden für synchrone Maschinen entwickelt – nicht für schnell reagierende, inverterbasierte Ressourcen.
  • Koordinierungsstudien übersehen häufig den bidirektionalen Stromfluss.
  • Spannungsdurchhaltevermögen, Frequenzgang und Blindleistungsfunktionen sind falsch konfiguriert oder unzureichend getestet.
  • Die Einhaltung der Netzvorschriften wird missverstanden oder wie ein Ankreuzfeld behandelt.

Die versteckten Kosten

  • Fehlalarme über die Einspeisungen hinweg
  • Erhöhtes Ausfallrisiko in kritischen Verteilungsnetzen
  • Verzögerte Inbetriebnahme von Anlagen für erneuerbare Energien und Speichern.
  • Millionenverluste durch Neukonzeptionen, erneute Tests und Strafen.

„Nichts falsch zu machen” reicht nicht mehr aus. Stillschweigend das Falsche zu tun, ist weitaus teurer.

Was moderne Energiesystemtechnik erfordert

  • Genaue Modellierung des Verhaltens von Wechselrichter-basierten Ressourcen.
  • Aktualisierte Schutz- und Koordinierungsstrategien.
  • Verifizierungstests unter realistischen Fehler- und Störungsszenarien.
  • Eindeutige Einhaltung von IEEE 1547-2018 und geltenden Netzcodes
  • Systemorientiertes Denken mit Fokus auf Flexibilität, Ausfallsicherheit und Skalierbarkeit

Das Fazit: BESS ist kein Plug-and-Play-System. Es zu behandeln wie eine herkömmliche Stromerzeugung , gefährdet sowohl das Netz als auch die Wirtschaftlichkeit des Projekts.


LinkedIn-Beitrag

Alle reden über MW und MWh. Fast niemand spricht darüber, wie sich Battery Energy Storage Systems (BESS) tatsächlich verhalten, wenn das Netz belastet ist.

Das ist das eigentliche Problem. Ein Batterie-Energiespeichersystem ist keine große Powerbank. Es ist eine netzaktive Maschine.

Und die falsche Steuerungsphilosophie kann ein „Netzstützungselement” still und leise in einen Netzdestabilisator verwandeln.

Anknüpfend an meinen vorherigen Beitrag über die bevorstehende BESS-Schutzkrise sind Steuerungsmodi der nächste blinde Fleck, den niemand zugeben will.

PQ-Modus – die bequeme Standardeinstellung

  • Feste Wirk- und Blindleistungssollwerte
  • Reines Netzfolgeverhalten
  • Kein Trägheitsbeitrag

Ideal für:

  • Energieverschiebung
  • Spitzenlastabdeckung
  • Lastglättung

Aber seien wir ehrlich: Der PQ-Modus setzt voraus, dass das Netz stark, stabil und tolerant ist.

Bei realen Störungen? PQ hilft nicht. Es wartet. Das Netz führt. Das BESS folgt.

VSG-Modus – Die unbequeme Realität

  • Emuliert Trägheit und Dämpfung
  • Stabilisiert aktiv Frequenz und Spannung
  • Kann in schwachen oder insellierten Systemen betrieben werden
  • Ermöglicht Netzbildung und Schwarzstart

Das ist keine „fortschrittliche Steuerung”. Das ist das, was der Ersatz synchroner Maschinen tatsächlich erfordert. Das BESS führt. Das Netz folgt.

Warum dies kritisch wird: Erneuerbare Energien haben nicht nur die Stromerzeugung verändert. Sie haben auch die Netzphysik verändert.

  • Mechanische Trägheit verschwindet
  • Frequenzereignisse sind schneller, als Schutzvorrichtungen reagieren können
  • Schwache Netze sind keine Ausnahmefälle mehr – sie werden zum Standard

Und dennoch … Wir setzen BESS weiterhin standardmäßig im PQ-Modus ein, weil dies kostengünstiger, vertraut und einfacher zu verbinden ist.

So entstehen fragile Netze. PQ vs. VSG ist KEINE Frage der Präferenz. Es ist eine Designentscheidung mit systemweiten Konsequenzen.

  • Starke Netze → PQ kann überleben.
  • Schwache Netze → PQ kann Instabilität verstärken.
  • Zukünftige Netze → Hybrid- oder netzbildende Steuerung ist unvermeidlich.

Hier geht es nicht um Steuerungsphilosophie. Es geht darum, ob das Netz während einer Störung einen Anführer hat.

Die harte Wahrheit: Die Behandlung von BESS als Plug-and-Play-Speicher ist einer der schnellsten Wege, um Folgendes zu verursachen:

  • Fehlkoordinierung des Schutzes
  • Szenarien mit Frequenzkollaps
    „Mysteriöse” Auslösungen, die niemand vorhergesagt hat

Die Auswahl des Regelungsmodus gehört an denselben Tisch wie: Schutzstudien, SCR-Bewertung, Fehlerüberbrückung und Systemstabilität. Nicht als nachträglicher Einfall. Nicht als Checkbox.

Bei BESS geht es nicht um Energie. Es geht um Steuerung, Stabilität und Verantwortung.

Die eigentliche Frage für die Branche lautet: Werden in Ihren Projekten die Steuerungsmodi auf der Grundlage von Studien zur Systemstärke und -stabilität ausgewählt …

Oder optimieren wir immer noch für minimale Compliance und niedrigste Investitionskosten, in der Hoffnung, dass das Netz den Rest schon regeln wird?