Quelle: Kronen Zeitung

Eine Sturmfront hat in Teilen des Landes die Stromversorgung gekappt. Die Gefahr von Ausfällen steigt – Behörden wappnen sich.

Die Frage ist nicht, ob ein großes Blackout kommt, sondern wann. Man sollte jetzt vorsorgen, um im Krisenfall gerüstet zu sein. Katastrophenmanager Markus Hudobnik

Sintflutartige Regenfälle, Orkanböen, Hochwasser: Die Naturgewalten sorgen in weiten Teilen des Landes für Chaos. Der Verkehr kam zum Erliegen, Zehntausende Bürger saßen in Kärnten, der Steiermark, Osttirol und Salzburg im Dunkeln. Die Gefahr von großen Stromausfällen durch Wetterextreme als Folge des Klimawandels, aber auch durch Cyber- Angriffe und instabile Netze wird immer größer. „ Ein Blackout ist nach wie vor unsere größte Sorge“, sagt Robert Stocker, Chef des staatlichen Krisen- und Katastrophenmanagements.

Im Bund will man sich daher für den Ernstfall rüsten. Wichtigster Punkt: Die Aufrechterhaltung von Kommunikation und Sicherheit – in Festnetzzeiten gab es ein eigenes Staatsgrundnetz, heute sind auch Polizei und Helfer von Mobilfunk und Akkus abhängig. Stocker: „ Wir forschen derzeit an neuen Möglichkeiten.“

Auch auf Gemeinde- und Landesebene bereitet man sich für die Zeit im Dunkeln vor. Was im Krisenfall zu tun ist, wird im November in Kärnten bei einer Großübung mit Bundesheer, Rotem Kreuz, Polizei, Zivilschutz und Co. trainiert. Die Szenarien sind vielschichtig, denn von den Ausfällen sind neben Behörden und Blaulichtorganisationen Spitäler und Pflegeheime besonders betroffen. Weil Tankstellen nicht funktionieren, bricht der Verkehr zusammen. Bei der Wasser- und Nahrungsversorgung sowie in der Landwirtschaft sind Probleme vorprogrammiert. Auch Medienunternehmen wie die „ Krone“bereiten sich auf den Tag X vor, um Bürger informieren zu können.

Aufrüsten heißt es auch beim Hochspannungsnetzbetreiber APG und den Lieferanten in den Bundeslän- dern. Im internationalen Vergleich hat Österreich mit ungeplanten Versorgungsunterbrechungen von knapp 30 Minuten pro Jahr zwar eine äußerst ausfallsichere Versorgung. Die Blackout- Gefahr aber wächst. „ Die Kombination von extremem Hochwasser und Sturm wie jetzt haben wir in dieser Dimension noch nicht erlebt“, sagt Josef Stocker von der Kärnten Netz Gesellschaft.

Kommentar

Es ist erfreulich, dass das Thema Krisenvorsorge nun mehr öffentlich wahrgenommen wird. Auch diese lokalen Ereignisse zeigen bereits die Verwundbarkeit unserer Gesellschaft auf:  Erst wenn man nicht mehr die nötige Infrastruktur zur Verfügung hat, merkt man, wie wichtig sie ist.“ Der Kärntner Katastrophenschutzreferent Daniel Fellner sagte zum Lesachtal, es gebe das Problem, dass es keine Nahrungsmittel beim Nahversorger mehr gebe. Hier werde man handeln und dringend Nötiges mit Hubschraubern liefern.

Daher geht es bei weitem nicht nur um die Aufrechterhaltung von Kommunikation und Sicherheit. Denn auch das wird nicht wirklich mehr helfen, wenn die Menschen nicht ausreichend zu Essen haben. Daher hat die oberste Priorität, die Aktivierung der Bevölkerung zur Eigenvorsorge. Denn sonst ist alles andere auf Sand gebaut.

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