Quelle: Die Presse

Bei den österreichischen Betriebstankstellen macht sich offenbar der durch eine „Logistikkrise“ in Europa hervorgerufenen Engpass bei der Versorgung von Treibstoffen und Heizöl bemerkbar.

Viele Betriebstankstellen hätten längst keinen Diesel mehr, sagte Alexander Klacska, Obmann der Sparte Transport und Verkehr in der Wirtschaftskammer (WKÖ) zu den „Salzburger Nachrichten“ (Donnerstagausgabe). „Wer eine hauseigene Tankstelle hat, für den stellt sich derzeit nicht die Frage, zu welchem Preis er Diesel bekommt, sondern ob er überhaupt noch welchen bekommt“, zitiert die SN den Spartenobmann.

Betriebstankstellen habe in Österreich eine große Bedeutung. Rund 43 Prozent des Diesels werden über betriebliche Tanklager verkauft, 57 über öffentliche. Nicht nur die Transportbranche, auch Busunternehmen, Industriebetriebe, Baufirmen sowie Länder und Gemeinden haben zahlreiche eigene Tankstellen, heißt es im Zeitungsbericht.

„Das heißt jetzt nicht, dass unsere Lkw jetzt nicht mehr fahren können“, beruhigt Klacska. Betankt werden müssten sie aber an öffentlichen Tankstellen, was teurer komme. Beziffern will er den Preisunterschied nicht, aber die Kosten für die Transportbranche seien im zweiten Halbjahr um zehn Prozent und mehr gestiegen. Laut dem Busunternehmen Paul Blaguss geht es um Bereich, „wo angesichts minimaler Spannen umjeden Cent gerungen werden muss“.

Wer längerfristige Lieferverträge mit Raffinerien habe, bekomme weiter genug Treibstoff. Wer aber auf günstigen Sprit über Spot-Märkte gesetzt habe, der laufe derzeit leer. Nicht umsonst würden Mineralölhändler derzeit Diesel von Venedig, Koper oder Triest per Lkw bis Düsseldorf karren, um Kunden versorgen zu können.

5,4 Milliarden Liter der in Österreich verbrauchten 8,3 Milliarden Liter Diesel werden wie berichtet hauptsächlich von Bayernoil importiert. Der Import ist derzeit nur eingeschränkt möglich, weil die Pegelstände der Donau sehr niedrig sind und deshalb Dieselschiffe nicht voll beladen werden können. Die Tanklager in den Häfen Linz und auch Korneuburg können nur beschränkt angefahren werden, berichteten kürzlich die Oberösterreichischen Nachrichten (OÖN).

Mehrere Probleme sind zuletzt zusammengekommen: Einerseits die Trockenheit im Sommer und die daraus resultierenden niedrigen Pegelstände am Rhein und auf der Donau. Dazu kam im September ein Brand in der bayerischen Raffinerie Vohburg, der die für die Versorgung Österreichs wichtige Anlage lahmlegte. Also müssen die Treibstoffe von weiter weg nach Österreich transportiert werden. Allerdings können die dadurch erforderlichen zusätzlichen Transportkapazitäten nicht vollständig durch die Eisenbahn erfüllt werden, weil es einen Lokführermangel bei allen Eisenbahn-Verkehrsunternehmen gebe, hieß es seitens des Fachverbands der Mineralölindustrie. Hinzu komme eine generell hohe Nachfrage nach Diesel durch die gute Wirtschaftslage. Wann sich eine Entspannung der Situation abzeichnet, sei schwer abzuschätzen.

Auslöser: Explosion in einer Raffinerie

Quelle: www.donaukurier.de

Am 1. September schrammte die Region an einer gewaltigen Katastrophe vorbei, als die Bayern oil-Raffinerie in Vohburg am 1. September explodierte. Dank vieler glücklicher Umstände ist kein Toter zu beklagen. Der Schaden hielt sich zudem in Grenzen. 

Kommentar

Ein Beispiel für unsere hoch effizienten und optimierten Versorgungsketten und wie schnell Störungen sich weitreichend auswirken können, wenngleich wir aber trotzdem kaum etwas davon mitbekommen. Aber der Spielraum ist hier nicht mehr sehr groß und das Ganze dauert bereits fast 3 Monate an.

 

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