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Quelle: www.apcc.ac.at

Erstellt in einer dreijährigen gemeinsamer Anstrengung liefert dieser Bericht auf mehr als 1000 Seiten eine bislang beispiellose, detaillierte wissenschaftliche Darstellung, wie der Klimawandel Österreich verändert hat und noch verändern wird.

Auszugsweise werden hier die möglichen Auswirkungen auf die Stromversorgungssicherheit wiedergegeben.

Sehr wahrscheinlich ist hingegen eine zusätzliche Herausforderung für die Energieinfrastruktur durch vermehrt auftretende Hitzewellen bzw. Dürren. Gleichzeitig erhöhte Nachfrage (vor allem für Kühlungszwecke), stockende Bereitstellung (Niedrigwasser bzw. Kühlwassermangel) und Gefahren für das Verteilernetz (Gewitter, oftmals am Ende sommerlicher Hitze- Dürreperioden, wenn die Nachfrage hoch ist – Gefahr von Überschlagsspannung) gefährden die Versorgungssicherheit mit Elektrizität und erhöhen die Gefahr von Black-Outs. S. 643.

Energieinfrastrukturen zeigen ein komplexes Bild wetterbedingter Störungen. So sind gerade bei den Verteilernetzen niederschlagsinduzierte Ereignisse (analog zu den Verkehrsinfrastrukturen) wesentlich und führen zu direkten physischen Schäden. Andererseits spielen bei der Energieinfrastruktur auch z. B. durch die Nachfrage angetriebene Durchleitungsprobleme eine wesentliche Rolle. Dabei können vermehrte Hitzewellen zu besonderen Komplikationen führen, da während dieser sowohl in der Energieerzeugung Probleme auf- tauchen (Niedrigwasser und verminderte Kühlwasserzufuhr), als auch gerade die Durchleitungen von Strom in Richtung Italien besonders beansprucht sind (hoher Energiebedarf in Südeuropa und geringere Kraftwerksleistungen ebendort) und zugleich der Strombedarf in Österreich (Kühlenergie und Bewässerung) ebenfalls signifikant ist. Da hier allerdings derzeit nur wenige Daten vorliegen, sind diese Aussagen unsicher.

Eine wesentliche Aufgabe künftiger Forschung muss es auch sein, Klimafolgestudien und Risikoabschätzungen stärker zusammen zu bringen, wenn möglich zu integrieren. Risikoabschätzungen sind eine wesentliche Planungsgrundlage in der Raumordnung und kleinräumigen Flächenwidmung. S. 646f.

Eine deutliche Erhöhung lokal produzierter Energie würde neben einer Entlastung der Handelsbilanz auch die Versorgungssicherheit verbessern, ein Risikofaktor der sich nur unzureichend monetär ausdrücken lässt. S. 1062.

Kommentar

Es macht daher Sinn, sich auch mit dem Worst-Case-Szenario „Blackout“ auseinanderzusetzen, bzw. generell die gesamtgesellschaftliche Resilienz zu erhöhen, da die Auswirkungen des Klimawandels unser Zusammenleben auf jeden Fall auf die Probe stellen werden.

Zum anderen macht ein dezentralisiertes Energiezellensystem auch unter den erwartbaren Folgen des Klimawandels Sinn, da damit Störungen begrenzt, bzw. Minimalfunktionalitäten in der Energiezelle auch bei großräumigen Störungen aufrechterhalten werden können. Zusätzlich ist eine lokale/regionale Adaption an dynamische Entwicklungen leichter und einfacher möglich.