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Die Corona-Krise trifft uns alle hart. Wir stehen vor vollkommen neuen Herausforderungen. Die emotionale Anspannung, beruflich und privat, wird steigen. Stresssituationen müssen, so gut es geht, verhindert bzw. begleitet werden. In Krisenzeiten ist eines besonders wichtig: Mentale Stärke.

Mentale Stärke hilft uns, Ruhe zu bewahren, Gelassenheit walten zu lassen und neue Lösungsmöglichkeiten zu entdecken. Angst war und ist noch nie ein guter Berater gewesen. Mentale Stärke sehr wohl.

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Mentale Stärke in Krisenzeiten

Quelle: www.news.at

Die Einschränkung unserer Bewegungsfreiheit, der Shut-Down unseres Wirtschaftslebens und die Sorge um die Zukunft zeigen deutlich, wie es um unsere mentale Stärke steht. Ein Gastbeitrag von Thomas W. Albrecht.

Meist ist nicht das Problem das eigentliche Problem, sondern der Umgang mit dem Problem das Problem. Immer wenn Ängste, Ärgernisse und eine gewisse Hilflosigkeit sich auftun, dann wird es schwierig. Sie sind der Nährboden für Konflikte und Streit. Verbale und körperliche Gewalt sind eben keine guten Ratgeber.

Kann man mentale Stärke lernen?

Als » mental stark « bezeichnen wir Menschen, die jederzeit in der Lage sind, ihre innere Emotion selbst zu bestimmen. Es sind Menschen, die, egal was um sie herum passiert, einen kühlen Kopf bewahren. Es sind diejenigen, die auch bei den größten Herausforderungen gute Ideen haben. Nicht, weil sie etwa gefühlskalt wären oder sie die Situation anderer nicht interessieren würde, sondern weil sie sich einfach unter Kontrolle haben. Sie wissen „wie sie sein müssen“, um für andere da sein zu können.

Wir können das sehr gut mit den Sicherheitsanweisungen im Flugzeug vergleichen: „Setzen Sie zuerst Ihre Sauerstoffmaske auf, und helfen Sie erst dann anderen!“ Mental stark zu sein bedeutet also, zuerst auf sich zu schauen, um dann anschließenden andere unterstützen zu können. Nur wenn es mir gut geht, kann ich für andere da sein. Dies ist ein wesentlicher Leitgedanke. Gute Ideen können wir nur haben, wenn wir emotional gut drauf sind. Mental stark sind wir nur dann, wenn unsere Emotionen hauptsächlich positiv sind. Wir wissen aus der Gehirnphysiologie, dass unser Gehirn unter Stress viel schlechter denken kann, als bei positiven Emotionen.

Schau auf Dich, schau auf mich!

Wir sind also angehalten, gerade in schwierigen Zeiten zuerst auf uns zu schauen, um dann für andere da sein zu können. Wie geht das? Der Trick liegt darin, unsere Wahrnehmungen nicht gleich zu bewerten, sondern zu verzögern. Die meisten Menschen reagieren gleich sehr emotional, wenn sie etwas sehen oder hören, das ihnen nicht gefällt. Sie „vergleichen“ blitzschnell und vollkommen unbewusst mit früheren Erfahrungen und Überzeugungen. Widerspricht das Gesehene oder Gehörte einer ihrer Erfahrungen oder Überzeugungen, kommen Ärger, Ängstlichkeit oder andere negative Emotionen ganz automatisch auf. Es wird ein „Ärger-Programm“ gestartet. Diesen Automatismus wollen wir jedoch unterbrechen. Den Ärger, die Ängstlichkeit oder die Ungewissheit gewisser Maßen verzögern.

„Morgen gibt’s Freibier!“

Diesen Spruch kennen viele von uns. Freibier gibt es also de facto nie, wie wir wissen. Auch morgen lesen wir wieder, „morgen“ gibt es Freibier. Verzögern können die meisten von uns auch sehr gut. Denken Sie nur an eine Zeit, wo Sie eine unangenehme Aufgabe lieber auf morgen verschoben haben, anstelle sie gleich zu erledigen. Aus morgen wurde dann morgen, und oft wieder morgen usw. …

Interessant ist, wir können mit demselben Mechanismus auch Ärger, Ängstlichkeit und alle anderen negativen Emotionen auf „morgen“ verschieben. Definieren Sie Ärger als etwas, das Sie nicht haben wollen, als unangenehme „Aufgabe“. Verschieben Sie Ärger und Ängstlichkeit auf morgen, genauso wie Sie es bei unangenehmen Aufgaben jetzt schon perfekt können. Entscheiden Sie sich in diesem Moment bewusst für Kreativität und Innovation. Gerade das Unerfreuliche ist DIE Quelle für neue Erfindungen.

Gute positive Emotionen machen widerstandsfähig

Machen Sie sich bewusst, welche schwierigen Situationen Ihres Lebens Sie schon gemeistert haben. Schreiben Sie ein Erfolgstagebuch. Halten Sie fest, was Ihnen täglich gut gelingt. Notieren Sie Ihre Gedanken, die Ihnen geholfen haben, Herausforderungen zu meistern. Setzen Sie sich erreichbare Ziele, die Ihren Alltag strukturieren. Beginnen Sie eine Liste von möglichen Verbesserungen in Ihrem Leben, die Sie sich aufgrund der aktuellen Situation wünschen. Halten Sie fest an Ihren großen Träumen und genießen Sie das wohlige Gefühl dabei. Lesen Sie alle diese Punkte täglich und machen Sie sich bewusst, was alles in Ihnen steckt.

 


 

Dirk Helbing: „Wir stehen vor einem Systemwechsel“

Quelle: www.news.at

Gibt es Menschen, die weniger anfälliger für Panik sind? Oder trifft es früher oder später jeden?

Nein, es wird nicht jeden treffen. Jene, die genügend Selbstvertrauen haben und gut vorgesorgt haben, werden die Nerven behalten. Übrigens erlebe ich um mich herum bisher noch keine Panik. In Berlin ist alles ruhig. [In Wien auch; Viele Menschen, die das P-Wort verwenden, haben offensichtlich noch nie eine Panik erlebt, ansonsten würden sie mit diesem Wort vorsichtiger umgehen! Siehe auch Mythos Panik und Katastrophenmythen]

Wer ist besonders für panische Verhaltensweisen prädestiniert?
Jene Menschen, die besonders verwundbar sind: gesundheitlich, ökonomisch oder sozial. Daher müssen wir uns solidarisch mit ihnen zeigen. Denn Panik kann ansteckend sein.

Panik kann ansteckend sein, ist es aber nicht zwangsläufig?
Die einen lassen sich anstecken, die anderen versuchen, panische Leute zu beruhigen. Man sollte das Letztere tun.

Die Coronakrise hat einen Run auf Toilettenpapier ausgelöst. Warum gerade Toilettenpapier?
Meiner Meinung nach hätte es auch ein anderes Gut sein können. Vielleicht war es Nudging. Man wollte den Menschen durch die Blume sagen, dass es an der Zeit ist, Vorräte für ein paar Tage zu Hause zu haben. An Essen und Trinken denkt jeder …

In Ihrem Artikel „Master the Desaster“ schreiben Sie, dass sich aus Katastrophenberichten gewisse Gesetzmäßigkeiten ableiten lassen? Welche sind das? Und treffen diese auch auf die Coronakrise zu?
Eine Krise kommt selten allein. Ein großes Problem verursacht häufig andere – infolge der Vernetzung der Systeme. Da man aber die Vernetzung und kausalen Abhängigkeiten oft von früheren Krisen kennt, kann man sich im Grunde genommen auf die nächsten Probleme schon vorbereiten, bevor sie da sind. Eine kurze Reaktionszeit ist entscheidend dafür, die Kettenreaktion zum Stoppen zu bringen und den Schaden zu minimieren.

Siehe auch COVID-19: Der Schwarze Schwan ist gelandet – Die Wendezeit hat begonnen.

Wie können wir verhindern, dass wir jetzt in Panik verfallen?
Lenken Sie sich ab. Überwinden Sie den Tunnelblick. Lesen Sie ein schönes Buch. Hören Sie Musik. Sprechen Sie mit Freunden. Nutzen Sie die Ausnahmesituation, um über Ihr Leben nachzudenken. Was ist wirklich wichtig? Wie wollen wir in Zukunft leben? Welchen Beitrag können Sie dazu leisten?

Oder nutzen Sie den Crashkurs | In Krisenzeiten mental stark sein, um sich besser auf das vorzubereiten, was noch kommen mag.

Was können wir aus der Coronakrise lernen?
Dass wir unser Leben ändern müssen. Unsere Gesellschaft muss resilienter, das heißt krisenfester werden. Ich plädiere für partizipative Resilienz. Das braucht aber digitale Tools, die Hilfe zur Selbsthilfe offerieren und uns vor allem dabei unterstützen, uns gegenseitig zu helfen.

Was genau können wir uns unter partizipativer Resilienz vorstellen? Und wie können wir die Resilienz unserer Gesellschaft erhöhen?
Die Resilienz einer Gesellschaft steigert man durch Backup-Lösungen, Diversität und Dezentralität. Man sollte ein System in autonome Einheiten entkoppeln können, wenn es nötig ist. Partizipative Resilienz meint die Bereitstellung von Tools, die Hilfe zur Selbsthilfe und Nachbarschaftshilfe unterstützen. Je mehr die Bürgerinnen und Bürger selber bewältigen können, desto mehr kann sich der Staat auf die schlimmsten Krisen-Hotspots konzentrieren. Und die Gefahr totalitärer Lösungsversuche sinkt.

Wie können wir uns jetzt schon für die nächste Krise rüsten?
Indem wir Konsequenzen aus der jetzigen ziehen. Schon jetzt droht die Corona-Krise vom Gesundheits- zum Wirtschaftsproblem zu werden. Viele Selbständige, aber auch Laden- und Restaurantbesitzer sowie Unternehmen, kleine wie große, sind in ihrer Existenz bedroht. Es wird wohl erforderlich sein, so etwas wie das Grundeinkommen einzuführen.

Siehe auch meine weiterführenden Überlegungen: COVID-19: Der Schwarze Schwan ist gelandet – Die Wendezeit hat begonnen.