Immer wieder stellt sich die Frage, wie im Blackout-Fall Strukturen aufrechterhalten werden können. Dabei geht es vor allem um die Sichtbarkeit, damit ein gewisses Sicherheitsgefühl in der Bevölkerung aufrechterhalten werden kann. Das war etwa auch eine Erfahrung beim Stromausfall in Berlin-Köpenick im Februar 2019. Für die Menschen war wichtig, dass die Einsatzkräfte greifbar und ansprechbar waren, auch wenn sie keine Hilfe brauchten.

Im Fall eines Blackouts werden jedoch die Einsatzkräfte rasch an ihre Limits geraten. So wird speziell der Schutz von wichtigen Verkaufseinrichtungen aufgrund der Vielzahl an Objekten kaum durch die Polizei bewältigbar sein. Daher sind engagierte BürgerInnen gefragt, die in Abstimmung mit dem Gemeindekrisenstab eine gewisse Abhaltewirkung durch Präsenz sicherstellen. Aber auch die Nachschau bei hilfs- und pflegebedürftigen Menschen wird notwendig sein. Viele Menschen könnten auch mit der vielen „Freizeit“ überfordert sein. Eine geleitete Tätigkeit und Beschäftigung würde daher sehr hilfreich sein.

Daher ist eine einfache Überlegung entstanden. Wenn all jene Menschen, die bereit sind, anderen zu helfen oder gewisse Aufgaben für die Gemeinschaft übernehmen können, sich eine Warnweste anlegen, dann kann ziemlich rasch und einfach signalisiert werden, dass hier noch Ordnung und Struktur besteht. Für alle hilfesuchenden Menschen ist dann auch sofort ersichtlich, an wen sie sich wenden können. Daher kann mit dieser einfachen Maßnahme die sehr wichtige und unverzichtbare Selbstorganisation unterstützt werden. Auch für die Einsatzorganisationen wären damit potentielle Unterstützer rasch erkennbar. Auch die Ansprechpersonen in den Selbsthilfe-Basen sollten sich derart kennzeichnen. Gleichzeitig dient die Warnweste auch in der Nacht zur eigenen Sicherheit. 

Eine Warnweste hat fast jeder zu Hause bzw. im Auto. Daher geht es jetzt vor allem darum, diese Idee zu verbreiten bzw. im Anlassfall nochmals zu kommunizieren.