Quelle: www.heise.de

Die europäischen Telekommunikations- und Internetbetreiber meldeten im vergangenen Jahr insgesamt 169 größere Netzausfälle an die Behörden. Dabei wirkten sich immerhin 51 Prozent der Fälle auch auf die Mobilkommunikation aus. Im Schnitt waren eine Million Nutzer von einem einzigen Netzausfall betroffen, berichtet die Europäische Agentur für Netz- und Informationssicherheit ENISA in ihrem jetzt vorgestellten Jahresbericht , der die Meldungen der europäischen Netzregulierungsbehörden zusammenfasst.

System failures are the dominant root cause of reported incidents: Most incidents reported were caused by system failures (62% of the incidents) as a root cause. Often these are hardware failures or software bugs.

Annual Incident Reports 2017, ENISA

62,1 Prozent der Netzausfälle konnten auf Systemversagen zurückgeführt werden, die auf dem Versagen von Hardware sowie auf Softwarefehlern basierten. 18,3 Prozent der Vorfälle gingen auf menschliches Versagen und nur 2,4 Prozent auf kriminelle Handlungen wie Denial-of-Service-Attacken oder Kabeldiebstähle zurück. Diese Zahlen bewegen sich im Rahmen der letzten Jahre.

Unüblich ist jedoch der hohe Anteil von 17,2 Prozent, den Naturphänomene im vergangenen Jahr an den Netzwerkausfällen hatten. Zu diesen Phänomenen zählen starke Schneefälle, Eis, Sturm, Überflutungen und nicht zu kontrollierende Waldbrände. In den drei Jahren zuvor hatten diese nur 5 Prozent der Ausfälle verursacht. Die ENISA erkennt in den Zahlen einen Aufwärtstrend und warnt: „Netzbetreiber in der Europäischen Union werden sich mit Naturphänomenen weiterhin befassen müssen, da Extremwetterlagen aufgrund des Klimawandels häufiger werden.“

Stromausfälle spielen insgesamt mit 22 Prozent eine wichtige Rolle, wobei die ENISA betont, dass in den üblichen Ausfallszenarien Stürme oder Waldbrände als Ursache angenommen werden.

ENISA-Ausfallgründe 2017
ENISA-Ausfallgründe 2017
ENISA-Entwicklung der Ausfallursachen
ENISA-Entwicklung der Ausfallursachen

Kommentar

Hier zeigt sich wieder einmal, wie die Realität von unserer Wahrnehmung abweicht. Cyber-Angriff stehen in der Wahrnehmung wahrscheinlich ganz oben. Gleichzeitig sind sie nur für einen sehr kleinen Teil von Infrastrukturausfällen verantwortlich. Siehe dazu auch bereits den ENISA Annual Incident Reports 2015 – Telecom Sector, wo auch das Thema Stromausfall bereits thematisiert wurde. Wir sehen in diesem Bereich bereits im Alltag viele  Herausforderungen. Die Frage ist, wie sich das dann alles nach einem weitreichenden Infrastrukturausfall auswirken wird. Hier zeichnen sich umfassende Unsicherheiten ab. Siehe etwa auch Schwachstelle Kondensator