Quelle: www.entsoe.eu und Winter Outlook 2018-2019_Report(final).pdf

ENTSO-E’s Winter Outlook 2018/2019 finds that Europe’s supply of electricity is secured under normal conditions. In case of a cold spell, the situation will need monitoring in an area including Belgium, France, Northern–Italy, Central–Northern Italy and Slovenia. This monitoring will especially be needed in January and February in case of outages combined with low wind and solar.

The Winter Outlook looks at a series of variables that are important to consider when analysing security of supply such as hydro reservoirs, gas supply and change in generation. At the start of this winter, the level of hydro reservoirs in Europe is near average and a coordinated assessment with ENTSO-E’s gas counterpart, ENTSO-G, confirmed that a disruption to gas supply routes during a cold spell would not endanger electricity supply in Europe. This year’s edition of the Winter Outlook shows the decrease of conventional generation is continuing but that the increase in renewables installed generation capacity is higher than last winter.

 

 

Austria: Winter Outlook 2018/2019

Potential critical periods and foreseen countermeasures: The remaining capacity is around 0 GW for the first weeks under normal conditions. It only increases towards the last study period and reaches 2.4 GW in week 13, 2019. Under severe conditions, especially in the last weeks of 2018, the remaining capacity indicates a deficit of up to 2.28 GW. This is a consequence of available generation capacity decrease compared to Winter 2017/2018 due to the mothballing of thermal power units. The situation could worsen in the event of a sustaining dry period (such as September 2018).

France: Winter Outlook 2018/2019

French adequacy greatly depends on weather conditions, as a drop of national temperature by -1°C can lead to an increase in demand by 2.4 GW. Under severe conditions (1–in–20 year cold wave), the most critical periods for adequacy should be early January (weeks 1–3), with a need for 5 GW imports to cope with a 97.5 GW demand at pan–European synchronous peak time (19:00 CET). It should be borne in mind that under most severe conditions and due to the dependence on weather conditions, the French demand can be volatile within the same week. Daily 95th percentile value of national peak demand in France could reach 100.3 GW in week 2, which would raise the need of imports to 7.5 GW. Moreover, these minimal needs for imports will not fully meet the French requirements for upward margin. To fulfil these, the need for imports would reach 9 GW in week 2.

Germany: Winter Outlook 2018/2019

The period around Christmas and the turn of the year could potentially be critical due to a possible oversupply of the German control area. However, that was not the case in previous years due to the improved market behavior of the balancing responsible parties, but dedicated measures are available, if necessary. There are, for example, extended possibilities to reduce the wind power feed–in in such situations. In situations of high RES feed–in in the north and high demand in the south of Germany, the necessity of remedial actions to maintain (n–1)–security on internal lines and on interconnectors is expected. The introduction of a congestion management at the border between Germany and Austria on 1 October is expected to decrease the need for remedial actions with foreign countries.

Italy: Winter Outlook 2018/2019

The worst week for downward regulation is expected to be the week of Christmas. To cope with this risk, the Terna prepared preliminary action and emergency plans and, in case of need, will adopt the appropriate counter–measures. To guarantee system security, Terna could adopt enhanced coordination with neighbouring TSOs and special remedial actions, such as the curtailment of inflexible generation. Further special actions, such as NTC reductions, could be planned in cooperation with neighbouring TSOs.

Switzerland: Winter Outlook 2018/2019

Using the current adequacy methodology, no adequacy or downward regulation issues are expected for the coming season. Deterministic capacity–based assessments cannot reveal potential problems faced by hydro–dominant countries like Switzerland. In particular, for Switzerland it is very important to also consider energy constraints. A potential winter deficit in Switzerland cannot be properly reflected or inferred by the numbers provided according to the deterministic capacity-based assessments. This methodology does not aim to provide insights on possible overloads and voltage problems which might occur. In other words, even if the currently used methodology concludes that no problems are expected in Switzerland, specific problems might still arise (cf. situation of the winter 2015/2016 and Cold Spell January 2017).

Kommentar

Im Winter und speziell während einer möglichen Kältewelle könnte sich die Lage wieder einmal zuspitzen. Insbesondere, wenn es auch gleichzeitig zu einer Dunkelflaute mit kaum einer Wind- und Sonnenstromproduktion, da ja zunehmend weniger konventionelle Kraftwerke zur Verfügung stehen. Diese Lage wird sich in den nächsten Jahren weiter zuspitzen, weil kaum neue Speicherlösungen implementiert werden. Hierzu empfiehlt es sich, den Beitrag Neue Energie im Ruhrgebiet – Nach der Kohle nachzuhören. Besonders entscheidend ist die Aussage ab Minute 8’40“:

In einem Strommarkt, in dem es noch keine finanziellen Anreize zur Stromspeicherung gibt, fehlt es dazu an etwas Entscheidendem: Dem Geschäftsmodell. Für André Niemann hat die Idee des Energiespeichers aber eine Bedeutung, die weit über Deutschland hinausreicht. 

Ergänzungen Franz Hein:

Das angebliche Fehlen von Geschäftmodellen ist ein vermeintlicher Schwachpunkt, weil bisher das Thema Pufferung, Wälzung und Langfristspeicherung noch nicht mir der notwendigen Gründlichkeit und dem dazu auch erforderlichen Weitblick durchdacht worden ist. Die Idee, aufgegebene Kohleförderanlagen als Pumpspeicherwerke (nach einer Umrüstung und Investitionen in ein Oberbecken) zu nutzen ist eine hervorragende Idee, besonders weil die Fallhöhe sehr groß ist und diese Folgenutzung für den jeweiligen Ort auch finanziell positive Folgen hat. Zudem wird damit der entstandene Hohlraum zumindest mit Wasser gefüllt. Das könnte Bergschäden durch Einsturz mindern oder ganz vermeiden. Die Begrenztheit im Denken der Verantwortlichen ist bestürzend.

Auszug zum Thema „Nutzungsmöglichkeiten von Speichern“ aus dem Buchbeitrag Kooperative Energiezellen gewährleisten die Energieversorgung/ F. Hein

4.3 Robustheit verlangt nach Toleranzbereichen

Ein System mit vielen Teilbereichen kann nur betrieben werden, wenn zwischen den Teilbereichen „Bewegung“ möglich ist. Das erfordert Toleranzen, also spannen die nicht zu unterschreitende Mindestgrößen und nicht zu überschreitende Maximalgrößen ein Toleranzfeld auf, in dem sich die betrieblich zulässigen Größen bewegen sollen und dürfen. Das hat den Charakter von Leitplanken für ein gemeinschaftsdienliches Verhalten, das die Versorgungssicherheit gewährleisten soll. Annäherungen an die damit gesetzten Grenzen führen zur zunehmenden Gefährdung der Versorgungssicherheit.

Diese grundlegende Erkenntnis wurde in den einzelnen Abschnitten dieses Beitrages zur Gestaltung der künftigen Energieversorgung durchgängig umgesetzt. Das gilt in besonders hohem Maß für das „Atmen“ des Energiesystems durch Puffern, Wälzen und Langfristspeichern der Energie. Mit der hier eingeführten Neuerung, dem Systemschutz, bekommen die Speicher in den Energiezellen noch eine weitere Aufgabe. Überhaupt sind die bisher so vernachlässigten Speicher geradezu die Schlüssel zum Gelingen der Energiewende. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit sind auf folgende Nutzungsmöglichkeiten von Speichern hinzuweisen:

  • Vorausschauendes Bevorraten in Energiezellen aller Ebenen (damit gleichzeitig auch Unterstützung der Vorsorge, falls die Energiezufuhr ausbleibt)
  • Ermöglichung des Fangen im Eigenbedarf und Erhöhung der Chance, einen Notbetrieb als „Insel“ längere Zeit durchzustehen
  • Höhere Ausnutzung der volatilen Energiezufuhr durch Wälzen der Energie (über die Zeit, zu anderen Sektoren, in der Fläche, subsidiär zwischen den hierarischen Ebenen)
  • Glättung des unsteten Bedarfs und damit Minderung von Leistungsveränderungen an den Übergabestellen
  • Vernetzung mit anderen Speichern über die Istwertaufschaltung (= Roaming im Energiesystem) zum Harmonisieren des Speicherinhalts (Ausgleich von Mangelsituationen, Verwertung von Überschüssen)
  • Beitrag zur Systemstabilität durch Regelung beim Ein- und Ausspeichern anhand kooperativ erstellter Gesamtsichten auf den aktuellen Stand des Leistungsgleichgewichts und dessen bisheriger Einhaltung
  • Beitrag zur Netzsicherheit und Einhaltung der Netzqualität ebenfalls durch Regelung beim Ein- und Ausspeichern
  • Beitrag zum Systemschutz durch Minderung von Leistungssprüngen und Reduktion des Gleichzeitigkeitsfaktors solcher Änderungen
  • Energiequelle als Grundlage einer Schwarzstartfähigkeit

Diese Potentiale einer Speichernutzung sind möglicherweise bisher so noch nicht als enorme Chancen gesehen worden. Leistungsfähigkeit und Speichervolumen sind für die Umsetzung dieser Chancen jedoch maßgebend. Deshalb wird oft auf den momentan noch verschwindend kleinen Beitrag bereits vorhandener Speicher hingewiesen. Das ignoriert jedoch mögliche technologische Entwicklungen völlig. In den 40 Berufsjahren des Autors hat die Leistungsfähigkeit der Nachrichtenübertragung um den Faktor 1012 zugenommen. Das übersteigt die Vorstellungskraft vieler Menschen, die das nicht erlebt haben. Zum Beginn des beruflichen Umganges mit der Nachrichtenübertragung konnte dieser Anstieg nicht im Mindesten angenommen oder erwartet werden. Dazu noch die folgende Anmerkung. Bei der Photovoltaik begann es auch sehr „klein“. Ein Vorsitzender eines Stromkonzerns in Deutschland behauptete, dass Energieerzeugung mittels Photovoltaik so unsinnig sei, wie in Grönland Orangen ernten zu wollen. Deshalb besondere Achtung bei Prognosen und Behauptungen über die Unmöglichkeit von Entwicklungen und genauso Vorsicht bei Wünschen an die Wirklichkeit. Die beiden aufgeführten Beispiele für einen rasanten Anstieg sind keinesfalls ein Beweis dafür, dass bei der Energiebevorratung die Entwicklung ähnlich stürmisch verlaufen wird. Aber Hoffnung besteht.