INDUSTRY MEETS MAKERS 2020 – Das 1. mal komplett digital

GfKV-IMM

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AUSGANGSLAGE

Wir leben in einer Zeit, die noch nie so sicher war wie heute. Die Versorgung mit lebenswichtigen Gütern und Leistungen funktioniert auf einem bisher nicht gekannten Preis-, Quantitäts-, Qualitäts- und Verfügbarkeitsniveau. Dies alles wird durch eine hoch arbeitsteilige und transnational organisierte Logistik und Vernetzung und durch zwei Kerninfrastruktursektoren ermöglicht: Die Strom- und Telekommunikationsversorgung. 

Die dafür erforderliche Vernetzung schafft nicht nur Vorteile, wie wir das gerade durch die COVID-19-Pandemie erleben dürfen. Während eine Pandemie eine schleichende Krise ist, die zunehmend mehr Versorgungsproblem schafft, würde es bei einem binnen der nächsten fünf Jahre sehr realistischen europaweiten Strom- und Infrastrukturausfall („Blackout“) zum abrupten Stillstand aller lebenswichtiger Versorgungsleistungen kommen. Durch den Ausfall der Telekommunikationsversorgung (Handy, Internet, Festnetz) zerfällt die Gesellschaft in Kleinststrukturen. Eine Hilfe von außen ist so gut wie nicht möglich. Es bleibt nur mehr die Eigenhilfe und die dezentrale Selbstorganisation in der Nachbarschaft und in den Gemeinden.

Auch wenn der Strom nach vielen Stunden oder Tagen wieder fließt, ist davon auszugehen, dass die Telekommunikationsversorgung noch länger nicht ausreichend funktionieren wird (Hardware-Schäden, Überlastungen). Damit aber eine gewisse Notversorgung der Bevölkerung und das Absetzen von Notrufen möglich bleiben, ist eine möglichst einfache dezentrale Struktur erforderlich. 

Dafür sind dezentrale Anlaufstellen notwendig, die im Idealfall fußläufig erreichbar sind (bis zu 3 km Entfernung, in ländlichen Regionen eher weiter). Diese sogenannten Selbsthilfe-Basen sollen durch die Gemeinden vorbereitet und im Anlassfall aktiviert werden. Damit diese untereinander und zu den Einsatzorganisationen Verbindung halten können, sind einfache Kommunikationsverbindungen notwendig, die durch Laien in Betrieb genommen und energiesparend betrieben werden können. Zudem sollen diese wenig kosten, damit eine breite Verfügbarkeit sichergestellt werden kann. Im Idealfall können sie auch im Alltag einen Mehrwert liefern.

Wesentlicher Zweck dieser Selbsthilfe-Basen ist die Entlastung der Einsatzorganisationen, die Möglichkeit, Notrufe abzusetzen und ein besseres Ressourcen-Management innerhalb der Gemeinde. 

Ein zusätzliches Einsatzgebiet für das Notkommunikationssystem könnte die Einbindung von wichtigen Infrastrukturbereichen sein. Etwa, um die Treibstoffsituation von Notstromeinrichtungen (z.B. in Spitälern) abzufragen oder dezentrale Notrufsäulen zu bedienen.

AUFGABENSTELLUNG

Wir suchen nach ambitionierten MacherInnen, die Lust haben, mit uns gemeinsam an besonders innovativen und barrierefreien Notkommunikationssystemlösungen zu tüfteln, die präventiv möglichst flächendeckend und kostengünstig installiert und in einem echten Krisenfall von den BürgerInnen größerer Städte oder auch kleinerer Gemeinden zur spontanen Selbstorganisation genutzt werden können.

Hier einige Anforderungen als Anhalte:

  • Low-cost/ low-energy 

  • Ausdehnung einer Funkzelle 1-3 km im urbanen Raum, im ländlichen Raum durchaus über mehrere Kilometer.

  • Die Verbindung zwischen nicht direkt verbundenen Funkzellen soll mit Relaisfunkstellen (Funkzellen ohne eigene Selbsthilfe-Basis) überbrückt werden können. 

  • Die Funkzellen sollen in einem Cluster mit max. 20 Funkzellen zusammengefasst werden können und eine organisatorische Einheit bilden. Der Informationsaustausch erfolgt nur innerhalb des Clusters. 

  • Der Informationsaustausch zwischen unterschiedlichen Clustern soll grundsätzlich über bestehende Kommunikationskanäle (BOS-Digitalfunk etc.) realisiert werden. 

  • Das Kommunikationsvolumen soll so gering als möglich gehalten werden. Die Informationsmenge könnte grundsätzlich auch über eine Sprechverbindung übertragen werden.

  • In der technischen Umsetzung ist ein autonomes Maschennetz (Mesh-Netz) anzustreben.

  • Die Kommunikation darf eine Übertragungsverzögerung von wenigen Minuten enthalten. Notrufe sollen jedoch mit Priorität übermittelt werden.

  • Grundsätzlich ist eine möglichst hohe Verfügbarkeit erwünscht, wenngleich alles besser ist als der Status-quo = NULL.

  • Bei Ausfall einer oder mehrerer Funkzellen soll die Kommunikation der übrigen Teilnehmer weiter möglich sein (Redundanzen).

  • Die Übertragung soll digital, mit Fehlerkorrektur und möglichst ressourcenschonend erfolgen. Eine Verschlüsselung des Nachrichteninhaltes ist vorzusehen.

  • Die Energieversorgung muss autark erfolgen und auch Improvisationsmöglichkeiten zulassen (z. B. mittels Autobatterie oder durch Muskelkraft (Kurbelgenerator)). 

  • Wenn möglich, wäre eine Benutzeroberfläche (App) via Smartphone als Endgeräteanbindung wünschenswert. Also eine Trennung zwischen dem Netzwerk und der Anwendungsebene, wenngleich damit extra das Ladeproblem zu lösen ist. Damit könnte eine leichtere und bekannte Bedienung und vielleicht sogar bereits im Alltag ein Mehrwert generiert werden (hier gibt es gerade eine App-Entwicklung). In der Rückfallebene muss diese App dann in einen einfachen (Daten) Modus gehen können. 

PERSPEKTIVEN

Wir beschäftigen uns seit Jahren intensiv mit der Erforschung von verschiedenen Blackout- und Krisenszenarien sowie auch der Entwicklung möglicher Lösungsansätze für einen eventuell eintretenden Ausnahmezustand. Dieses geballte Wissen bringen wir sehr gerne in unsere gemeinsame Entwicklungsarbeit ein.

Mittel- und langfristig verfolgen wir das Ziel, mit Euch gemeinsam konkrete Modelle zu erarbeiten, die wir EntscheiderInnen von Bund, Städten und Gemeinden als Care-Paket für die (über-)regionale Krisenprävention vorschlagen und anbieten können. In welchem Setup bzw. welcher Konstellation das im Detail stattfinden könnte, würden wir völlig von den Möglichkeiten, Interessen und Profilen der Beteiligten abhängig machen. Wir sind grundsätzlich für alles offen. Unser Hauptanliegen besteht darin, uns mit vereinten Kräften bestmöglich für den unerwünschten Fall der Fälle vorzubereiten.

TERMINE UND PROZESSE

Beim Online-Kick-off am 16.4. haben wir unser Briefing nochmals im Detail vorgestellt (siehe Video-Aufzeichnung unten). Ab sofort laden wir alle Interessierten ein, mit uns Kontakt aufzunehmen. Wir werden dann in einem Erstgespräch das weitere Vorgehen gemeinsam abstimmen.

GfKV-BRIEFING-PITCH @ #IMM2020-ONLINE-KICK-OFF (16.4.2020)

Weiterführende Informationen zu den einzelnen Vorhaben gibt es auf krisenvorsorge.jetzt