Quelle: www.merkur.de

Ein mögliches Schadensprotokoll hat das Landratsamt Miesbach kürzlich ausgearbeitet. Die Simulation gleicht dabei fast einem Katastrophenfilm. Nur, dass sie nicht der Fantasie eines Drehbuchautors entsprungen ist, sondern auf wissenschaftlich fundierten Daten beruht. Und die besagen, dass sich der Landkreis bereits nach drei Tagen ohne Strom in einer äußerst kritischen Lage befindet. Mit jeder weiteren Stunde dreht sich die Spirale immer schneller, Menschen sterben, Tiere verenden, die Sachschäden explodieren.

Der erste Einschnitt erfolgt bereits nach zwei Stunden. Das Mobilfunknetz bricht zusammen, weil die Masten keinen Saft mehr haben. „Dann sind auch keine Notrufe mehr möglich“, erklärte Pölt. Heißt: Schon jetzt befinden sich Menschen in ernster Gefahr. Weil die Kassensysteme nicht mehr funktionieren, liegt zudem ein Großteil des Einzelhandels lahm. Ganz zu schweigen von produzierenden Firmen. Ihnen drohen mitunter sogar Vertragsstrafen, wenn sie nicht rechtzeitig liefern können – und damit ein wirtschaftlicher Schaden in Millionenhöhe.

Weitere Stunden später steht auch die Wasserversorgung vor dem Zusammenbruch. Ohne Strom können die Brunnen und Pumpen nicht mehr arbeiten. Der Wasserspiegel sinkt, Keime gelangen in die Rohre. In die Gasleitungen hingegen dringt Luft ein, wodurch Heizungsanlagen ihren Betrieb verweigern können.

Nach 72 Stunden hat die Lage dann im großen Stil existenzgefährdende Ausmaße erreicht. Weil Melkmaschinen und Stall-Belüftungssysteme still stehen, verenden landwirtschaftliche Nutztiere in großer Zahl. Auch die Notversorgung des Krankenhauses Agatharied kapituliert. Beatmungs- und Dialyse-Geräte fallen aus, komplizierte Operationen können nicht mehr durchgeführt werden, schilderte Pölt. Lebensgefahr für eine große Zahl von Patienten.

Bei 96 Stunden – also vier Tagen – zieht das Landratsamt eine vorläufige Bilanz des Blackouts. Die Zahlen machen fallen dramatisch aus: 880 Tote, 88 Millionen Euro Schaden. Davon 54 Millionen in der Landwirtschaft, acht Millionen in der Wasserinfrastruktur, 1,5 Millionen an Industrieanlagen. Hinzu kommen die Schäden durch die Produktionsausfälle, die sich im Dienstleistungssektor auf 15 Millionen, in der Industrie auf rund 6,5 Millionen und in der Landwirtschaft auf eine Million Euro belaufen.

Kommentar

Gut, wenn die Dinge auch mal klar angesprochen werden. Hier handelt es sich jedoch nur um einen von 294 Landkreisen in Deutschland, wo knapp 100.000 Menschen leben. Hochgerechnet wären das beinahe 260.000 Tote nach 4 Tagen Stromausfall!

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