Quelle: www.welt.de  (26.07.18)
Updates:

Die aktuelle Hitzewelle könnte die Stromversorgung in diesem Sommer allerdings zu einer ungewöhnlich schweißtreibenden Angelegenheit machen. Der Grund: Atom- und Kohlekraftwerke sind auf Kühlwasser aus Flüssen angewiesen. Und das wird langsam knapp.
Auch der Kraftwerksbetreiber Steag bekam es mit der Hitze zu tun: Das Steinkohle-Kraftwerk Bergkamen A musste seine Leistung am Mittwoch um 150 Megawatt drosseln. Grund: Die Lufttemperatur war so hoch, dass der Kühlturm des Kraftwerksblocks nur noch 30 Grad warmes und damit unbrauchbares „Kühlwasser“ ins System speiste.
Ähnliches Ungemach droht demnächst an vielen deutschen und europäischen Kraftwerksstandorten, wenn Trockenheit und Höchsttemperaturen so bleiben wie vorhergesagt.

Update 31.07.18: Hitze setzt Kraftwerken zu

Deutschlands Flüsse sind wegen der Hitzewelle ohnehin aufgeheizt, doch das Kühlwasser von Kraftwerken erwärmt sie zusätzlich. Nun reduzieren manche Kraftwerke ihre Leistung. Auch der Kohletransport auf dem Wasser ist eingeschränkt. Wegen der anhaltenden Hitze haben einzelne Atomkraftwerke in Deutschland ihre Leistung heruntergefahren. Einschränkungen bei den Atomkraftwerken gibt es auch in der Schweiz. Das Kernkraftwerk Mühleberg südwestlich von Basel musste die Leistung um 10 Prozent drosseln. Wegen der hohen Wassertemperaturen hat EnBW zudem einen Block seines Steinkohle-Dampfkraftwerks im Karlsruher Rheinhafen abgestellt.
Das über das vergangene Wochenende wegen Problemen beim Kohlenachschub abgeschaltete große RWE-Steinkohlekraftwerk in Hamm ist wieder am Netz. Weil in den kommenden Tagen wenig Strom aus Windkraft erwartet werde, gebe es Bedarf für den Strom aus Hamm, sagte ein Sprecher. Wegen des Niedrigwassers auf dem Rhein können die Kohlefrachter derzeit nicht voll beladen werden. Es komme aber weiterhin Kohle in Hamm an, sagte der Sprecher. Quelle: www.welt.de

Update 06.08.18: Französische Atomkraftwerke

03.08.18: Wegen der aktuellen Hitzewelle hat der staatliche französische Energiekonzern EDF am Freitag zwei Atomreaktoren heruntergefahren. Die Maßnahmen beträfen die Reaktoren 1 des Kraftwerks Saint-Alban und 2 des Kraftwerks Bugey an der Rhone im Osten des Landes, wie das Unternehmen mitteilte. Das Atomkraftwerk in Fessenheim am Oberrhein musste aus demselben Grund seine Leistung drosseln.

Hintergrund sind Bemühungen, die Wassertemperatur in den extrem aufgeheizten Gewässern nicht weiter steigen zu lassen. Daher muss die Einleitung von erwärmtem Kühlwasser reduziert werden, was Auswirkungen auf den Betrieb der Reaktoren hat. In Deutschland drosselten Atomkraftwerke deshalb ebenfalls schon ihre Leistung.

EDF zufolge war der Reaktor 1 am Kraftwerkstandort Saint-Alban schon am Donnerstag abgeschaltet worden, am Freitagmittag wurde dies erneut nötig. Bugey 2 wurde im Laufe des Freitagnachmittags abgeschaltet. Zudem mussten auch die Reaktoren Saint-Alban 2 und Bugey 3 wegen der Hitzeprobleme demnach ihre Leistung drosseln. Quelle: www.merkur.de

06.08.18: Der Stromkonzern EDF hat am Wochenende vier Kernkraftwerke vorübergehend abgeschaltet. Betroffen ist auch das Kraftwerk Fessenheim, das in der Nähe der deutschen Grenze liegt.
03.08.18: Erst kamen die Kraftwerke, nun folgt Deutschlands größter Chemiekonzern: Durch die Hitze muss BASF in Ludwigshafen die Produktion zurückfahren. Lieferengpässe sind möglich. Mit einem Anteil an den Warentransporten von 40 Prozent spielt die Binnenschifffahrt nach Angaben des Konzerns die wichtigste Rolle in der Logistik. Momentan können die Schiffe wegen des Niedrigwassers nur etwa ein Drittel der Höchstladung transportieren.

Update 07.08.18: Hitze kein Problem für Gaskraftwerke

Gaskraftwerke benötigen kein Kühlwasser, anders als Kohle- oder Atomkraftwerke. Sie können auch bei konstant hohen Temperaturen uneingeschränkt betrieben werden. Ein weiterer Vorteil: Gaskraftwerke können binnen wenigen Minuten hoch- und heruntergefahren werden. Deutsche Gaskraftwerkspark sind aktuell trotzdem zu weniger als zehn Prozent ausgelastet. Deutschland verfügt über 29 GW Gaskraftwerksleistung. Quelle: www.presseportal.de

Update 10.08.18: Hitzewelle sorgt für kräftige Energieeinbußen

Die hohen Temperaturen und der geringe Niederschlag führen in heimischen Flüssen zu niedrigen Wasserständen. Die Kraftwerke entlang der Donau produzieren deshalb bis zu 40 Prozent weniger Energie. Die Ausfälle würden sich deshalb mit 40 Prozent noch in Grenzen halten. u Engpässen werde es nicht kommen, da Speicherkraftwerke bei der Stromversorgung aushelfen. Die Versorgungssicherheit sei gegeben, da Fotovoltaikanlagen, Wind- und vor allem Gaskraftwerke die fehlende Energie liefern: „In den letzten Tagen ist das Kraftwerk Theiß bei Krems verstärkt in Betrieb gewesen, um den Strom zu erzeugen, der nicht aus der Wasserkraft gekommen ist“, sagte Zach. Quelle: orf.at

Update 14.08.18: Hitzewelle bedroht nun auch Kraftwerke: Anlagen können nicht ausreichend gekühlt werden

Nicht nur Solaranlagen können derzeit keine volle Stromeinspeisung verarbeiten, sondern auch die großen Kohle- und Kernkraftwerke. Während die einen durch die enorme Sonneneinstrahlung an Leistung einbüßen (insbesondere da die Solarmodule bei Hitze weniger belastbar sind), müssen die anderen ihr Pensum runterfahren, um das Kühlwasser zu schonen. So auch die Steinkohlekraftwerke Bergkamen und Hamm: Die jeweiligen Betreiber mussten erst vor Kurzem beide Anlagen vorübergehend vom Netz nehmen. RWE, Betreiber des Kraftwerkes Hamm, meldete zudem Probleme beim Kohlenachschub. Bedingt durch die niedrigen Wasserstände der Binnengewässer konnten die Frachtschiffe nicht wie üblich voll beladen werden. Während normalerweise 6500 Tonnen täglich geliefert werden, erreichen derzeit nur noch rund 4000 Tonnen die Anlage. Man entscheidet hier daher jeden Tag aufs Neue, ob sich der Betrieb der Anlage wirtschaftlich lohnt.
Speziell strikte Vorschriften müssen vor allem die noch aktiven Kernkraftwerke einhalten. In Philippsburg wurde die Leistung von Block 2 bereits um zehn Prozent gesenkt. Ebenso in den Atomkraftwerken Brokdorf und Grohnde, weitere könnten folgen bis sich die Sommertemperaturen wieder etwas abkühlen. Quelle: www.stromtarife-vergleich.net

Update 24.08.18: Rekordhitze: Gas sichert Stromversorgung

Die Pegelstände vieler Flüsse in Europa sind durch die anhaltende Hitze und Trockenheit sehr niedrig geworden. Kritisch ist die Situation in Österreich noch nicht, dafür aber in Italien am Flusslauf des Po, wo bei manchen Flusskraftwerken nur noch 20 Prozent der normalen Strommenge gewonnen werden kann. In Deutschland fließt angesichts der Trockenheit etwa im Main auch nur noch wenig Wasser durch die Schaufeln der Turbinen. Auch andere Erneuerbare hängen von der Witterung ab: Wenn es heiß ist, weht sehr häufig auch weniger Wind und bei Flaute liefern Windparks ebenso wenig Energie wie Solarparks in der Nacht.

Kommentar

Siehe auch die Situation 2015

Polen entgeht nur knapp dem Blackout