Quelle: www.topagrar.com

Viele Solarstromanlagen in Deutschland gefährden die Stabilität des Stromnetzes. Dahinter steckt die so genannte 50,2-Hertz-Problematik. Sobald diese Frequenz in einer Anlage erreicht wird, trennen die Wechselrichter die Module automatisch vom Netz. Das ist beispielsweise im Sommer bei starker Sonneneinstrahlung der Fall.

Genau dieser Umstand treibt den Betreibern der Stromnetze aber den Angstschweiß auf die Stirn. Denn theoretisch kann es im Hochsommer vorkommen, dass sich ein Großteil der Anlagen gleichzeitig vom Netz abkoppelt und so die so genannte Systemsicherheit der Leitungen gefärdet. Deshalb sollen derzeit alle rund 400.000 Solaranlagen in Deutschland nachgerüstet werden, damit sich diese künftig nicht bei einer Überfrequenz vom Netz abkoppeln.

Die Hälfte der betroffenen Anlagen ist nach Angaben der Netzbetreiber bereits umgerüstet. Dennoch ist der Zeitplan leicht in Verzug geraten.

Kommentar

Zu diesem Thema gibt es immer sehr widersprüchliche Aussagen – von kein Problem, alles gelöst bis das Problem ist noch nicht im Griff. Wobei eher zweites glaubwürdig ist. Eine offene Frage ist auch, wie sieht es in im restlichen Europa aus? Denn die Frequenz steigt im Anlassfall im gesamten Netz, nicht nur in Deutschland. Aus unserer Sicht ist das 50,2-Hertz-Problem derzeit die gefährlichste Sollbruchstelle im System. Besonders an Tagen mit Negativpreisen ist hier die Gefahr wohl am höchsten, dass es zu einem Jo-Jo-Effekt und zum Systemkollaps kommt.