Vorbereitungs- und Vorsorgemaßnahmen

Trotz der absehbaren schwerwiegenden Folgen eins Blackouts hängt es ganz entscheidend davon ab, wie (un-)vorbereitet wir davon getroffen werden. Oftmals fühlen sich Menschen nach der ersten Konfrontation mit diesem Szenario ohnmächtig und hilflos: „Ich kann ja eh nichts tun“

Aber das ist falsch! Denn nur wenn jeder Einzelne von uns Vorsorgemaßnahmen trifft, können wir dieses Ereignis bewältigen. Ohne die persönliche Vorsorge möglichst vieler Menschen sind alle anderen notwendigen Maßnahmen auf Sand gebaut und werden nicht zur Wirkung kommen. Die Gesellschaft zerfällt durch den Ausfall der technischen Kommunikationsmöglichkeiten temporär in Kleinststrukturen. Daher kann eine Stabilisierung nur „Bottom-up“ funktionieren. Also auf lokaler und regionaler Ebene, inbesondere in der Nachbarschaft und auf Gemeindeebene.

Martin Voss, Leiter der Katastrophenforschungsstelle Berlin

“Wichtig ist eine Debatte in der Öffentlichkeit darüber, was in einer Notsituation zu tun ist, sodass sich die Menschen selbst überlegen, welche Möglichkeiten sie haben, Vorkehrungen zu treffen, aber vor allem damit sichtbar wird, was von der Solidargemeinschaft, also vom Staat, unternommen werden muss. Doch die Behörden meiden die Debatte aus Angst davor, dass sie in der Bevölkerung Panik auslösen würde. Das ist aber eine unbegründete Sorge: Die Menschen können sich durchaus mit der Gefahr einer Notsituation auseinandersetzten ohne in Panik zu verfallen.“

Studie Ernährungsvorsorge in Österreich”

Besonders problematisch sind die Erkenntnisse aus der Studie Ernährungsvorsorge in Österreich“: Demnach erwarten hochgerechnet rund drei Millionen Menschen, oder ein Drittel der Bevölkerung, dass sie sich maximal vier Tage selbst versorgen können. Rund 1,5 Millionen Menschen verfügen über keinerlei Wasservorräte. Dafür gibt es jedoch keinerlei Vorsorgen.

Erst diese leichtfertige Ausgangssituation führt in eine wirkliche Katastrophe!

Die persönliche Vorsorge möglichst vieler Menschen ist überlebenswichtig! Eine vorbereitete Gesellschaft kann viel weniger hart getroffen werden. Mit Ihrer persönlichen Vorsorge werden sie daher Teil der Lösung und nicht des Problems! Binden Sie auch Ihr Umfeld ein! Damit erhöhen Sie automatisch Ihre eigene Sicherheit und Handlungsfähigkeit!

Persönliche und familiäre Vorsorge

Einmal mehr muss hier betont werden, dass es nicht nur um die Phase 1 geht, also um den Stromausfall, sondern vor allem um die Phase 2, bis die Telekommunikationsversorgung wieder funktioniert und die Versorgung wieder anlaufen kann!

Die persönliche Vorsorge erfordert eine Überbrückungsfähigkeit einer Versorgungsunterbrechung von zumindest zwei Wochen! Das betrifft vor allem die Wasser-, Lebensmittel- und Medikamentenversorgung. Planen Sie für einen zweiwöchigen „Abenteuerurlaub“, wo Sie nicht mehr einkaufen gehen können. Alles was Sie da mitnehmen würden, sollten Sie zu Hause verfügbar haben.

Beim Wasser können Sie gewisse Abstriche machen, da die Wasserversorgung mit der Stromversorgung wieder funktionieren sollte. Ein zusätzlicher Puffer schadet aber trotzdem nicht, da ja auch etwas kaputt werden kann.

Warum Vorsorge?

von Wolfram Geier, BBK

Stell‘ Dir vor, es ist Krise und keine(r) geht hin…

von Thomas Prinz, Krisenmeisterei

Lebensmittelvorrat: MACH WAS DRAUS! – Die Challenge

Wie sinnvoll ein Lebensmittelvorrat im Alltag und nicht nur im Notfall sein kann, das versuchen vier sächsische Food-Blogger in unserer Challenge zu beweisen. Wir stellen sie vor die Herausforderung, mit wenigen Lebensmitteln, die in einem typischen Vorrat enthalten sind, für verschiedene Situationen leckere Gerichte zu kochen. Wie gut ihnen das gelingt, erfahren Sie jeden Mittwoch auf dieser Website und auf unserem YouTube-Kanal.

Blackoutbox

Für all jene, die doch etwas für sich und ihre eigene Familie tun möchten, gibt es bei den Leitfäden Anregungen. Für jene, die sich lieber auf ein fertiges Produkt abstützen möchten, bietet unser Partner Krisenvorsorge.at ein entsprechendes Sortiment an. Als besonderes Angebot gibt es beim Kauf einer Blackoutbox >>hier<< mit dem Gutscheincode “Blackout-Vorsorge2018” eine Kurbel- & Dynamolampe (Link) im Wert von 19,99 Euro kostenlos dazu.

EIN WÜRFEL FÜR ALLE FÄLLE

Jeder TRIFI Vorrats-Würfel ist für die Versorgung einer Person über einen Zeitraum von mindestens 7 Tagen konzipiert und enthält qualitativ hochwertige & sorgfältig ausgewählte Produkte.
Unser innovatives Würfel-System gewährleistet eine flexible und ökonomische Bevorratung – denn jeder Würfel deckt die Bedürfnisse eines bestimmten Lebensbereiches ab.

Von den Auswirkungen einer großflächigen atomaren Katastrophe hin zu den noch unbekannten Dimensionen eines überregionalen, längerfristigen Stromausfalles (Blackout) bis zu Naturkatastrophen und den alltäglichen Gefahren im Haushalt – Selbstschutzmaßnahmen und das richtige Verhalten in Notsituationen sind die Basis für Ihre Sicherheit.

Hier im Zivilschutz-Shop finden Sie Sicherheitsprodukte zur Vorbereitung für solche Katastrophenfälle.

Notbeleuchtung zur Reduktion der Verletzungsgefahr

Besonders wichtig sind Vorkehrungen, um die Sturz- und Verletzungsgefahr bei völliger Dunkelheit zu reduzieren. Hier empfiehlt sich die Bereithaltung von Batterie-/ Akku-Lampen, Taschenlampen, Solarleuchten mit Stromspeicher oder Kerzen. Bei einem offenen Feuer/Flame ist besonders auf den Brandschutz zu achten. Diese dürfen nie unbeaufsichtigt gelassen werden.

Die Stolpergefahr kann durch die Entfernung von möglichen Hindernissen reduziert werden. Beachten Sie, dass es bei einem Blackout zu einer im Alltag nicht bekannten Dunkelheit kommen wird, da es so gut wie kein Streulicht geben wird.

Josef Ober, Bürgermeister der Südoststeirischen Stadtgemeinde Feldbach

„Wir leben in der sichersten Zeit, die es je gab. Gleichzeitig sind wir aber auch so verwundbar, wie nie zuvor. Wir alle profitieren vom globalen Handel und den damit verbundenen niedrigen Preisen. Wir können uns daher heute sehr viel leisten. Vom Swimmingpool, Luxus-Carport bis hin zu teuren Urlaubsreisen. Daher kann es nicht zu viel verlangt sein, dass sich auch ein jeder von uns auf die möglichen Folgen eines Blackouts vorbereitet und persönliche Vorsorgen trifft.“

Eigenbevorratung

Wir haben uns etwas intensiver mit dem Thema Eigenvorsorge/-bevorratung auseinandergesetzt. Unsere eigene Vorsorge ist nach Gefühl aufgebaut und wie sich nun zeigt auch deutlich überdimensioniert. Kein Fehler, aber nicht für alle Menschen passend. Es gibt verschiedene Checklisten von unterschiedlichen Organisationen (Zivilschutzverband, Rotes Kreuz, Schweiz, Deutschland), bei denen wir aber nicht richtig warm geworden sind. Daher haben wir eine Vereinfachung versucht. Die Erkenntnis: Es gibt keine Lösung, die für alle passt. Die Zugangsschwelle soll jedoch möglichst niedrig gehalten werden. Daher haben wir uns in der Basisüberlegung für eine Person und eine Woche entschieden. Eine Ausweitung auf zwei Wochen oder mehrere Personen ist damit einfach möglich.

Mit diesem Basisvorrat sollten Sie bei einer möglichen Versorgungsunterbrechung zumindest eine Woche ohne Einkaufen gut über die Runden kommen können. Gut bedeutet dabei nicht, dass Sie Ihren gewohnten Speiseplan bzw. dessen Umfang aufrechterhalten können, sondern dass Sie nicht hungern müssen! Wenn Sie zusätzliche Lebensmittel verfügbar haben (z. B. Gefriergüter) oder Naschereien, dann wertet das Ihren Speiseplan für diese Überbrückungszeit auf. Dabei wurde auch davon ausgegangen, dass nach 1-2 Tagen der Strom und damit die Kochmöglichkeiten wieder zur Verfügung stehen. Ein Campingkocher oder sonstige alternative Kochmöglichkeiten können die Unabhängigkeit zusätzlich erhöhen. Hier ein paar Vorschläge für einfache Maßnahmen.

Vorschlag für einen Basisvorrat für eine Person/eine Woche

Der wichtigste Schritt beginnt im Kopf, mit der Akzeptanz der Möglichkeit eines Blackouts und der Auseinandersetzung mit den möglichen Folgen, insbesondere für einen persönlich bzw. im persönlichem Umfeld. Danach sind entsprechend individuell abgestimmte Vorkehrungen zu treffen. Etwa was die Eigenbevorratung oder den Medikamentenvorrat betrifft. Oder den „Familiennotfallplan“, wie man sich im Anlassfall auch ohne Kommunikationsmöglichkeiten organisieren kann bzw. wie die Familienzusammenführung (Kinder!) funktionieren soll. Oder wie man Versorgungsengpässe kompensieren kann. Dabei ist nicht nur die eigene Situation zu betrachten. Suchen Sie wo immer möglich, den Kontakt zu Ihren Nachbarn. In einer Gemeinschaft ist eine solche Situation wesentlich einfacher zu bewältigen! 

Versuchen Sie eine zweiwöchige Versorgungsunabhängigkeit zu erreichen. Sollte das nicht möglich sein (Platz, Wille, etc.), versuchen Sie trotzdem Ihre Selbsthilfefähigkeit zu erweitern. Jede einzelne Maßnahmen, die die Zeit hinauszögert bis man auf externe Hilfe angewiesen ist, ist ein Gewinn!

Folgende Überlegungen dazu:

  • Radio mit Batterien (Autoradio nicht vergessen!)
  • Taschenlampen
  • Ersatzbatterien
  • Kerzen mit Streichhölzern
  • Hausapotheke
  • Wasser und Lebensmittel (die auch ohne Kochen genießbar sind) für 1-2 Wochen zu Hause einlagern (Konserven, Vollkornbrot, Kompott, Salate, etc.)
  • Hygieneartikel (Müllsäcke als Ersatz-WC)
  • Ev. Gaskocher (den kann man auch mit Nachbarn teilen)
  • Alternative Heizmöglichkeiten (Holzofen)
  • In der Familie absprechen, was man in einem solchen Fall machen wird.

Zusätzliche Überlegungen können u. a. auf dem Blog Notfallvorsorge in der Stadt – In der Stadt mit normalen Mitteln für Notfälle vorsorgen gefunden werden. Besonderes empfehlenswert sind dazu auch die Überlegungen zum Mindesthaltbarkeitsdatum („Ablaufdatum“). So gut wie alle länger haltbaren Lebensmittel sind deutlich länger als das aufgedruckte Datum halt- und genießbar! Daher der wichtigste Tipp dazu:

SRS-Test für Lebensmittel:

  • Sehen: Schimmel, Bildung von Flüssigkeit, eine andere Farbe, ein gewölbter Deckel bei Konserven oder aufgewölbte Kunststoffverpackungen deuten darauf hin, dass das Lebensmittel verdorben ist.
  • Riechen: Bei ungewöhnlichem oder unangenehmem Geruch das Lebensmittel sofort entsorgen.
  • Schmecken: Zuerst ein kleines Stück probieren. Eine ungewohnte Konsistenz oder ein eigenartiger Geschmack weisen ebenfalls darauf hin, dass das Lebensmittel nicht mehr genießbar ist.

 

Was kann ICH tun?

Informationen und Hilfestellungen für die persönliche Vorsorge

Stand: 08/2018
3 Seiten

Checkliste Basisvorrat

Eine Hilfestellung für Ihre mögliche Bevorratung und Vorsorge

Stand: 07/2017
2 Seiten

Einkaufsliste Basisvorrat

Vereinfachte Einkaufsliste für Ihren möglichen Basisvorrat

Stand: 07/2017
1 Seite

Checkliste Bewältigung

Hilfestellung zu Selbsthilfe während eines Blackouts

Stand: 05/2019
7 Seiten

Was tun bei und nach einem Stromausfall?


Folgende Informationen wurden von den verschiedenen Netzbetreibern (Wiener NetzeEVN,Netz Burgenland) und dem deutschen BBK übernommen und ergänzt.

Lagefeststellung

  • Brennt nur bei Ihnen kein Licht, prüfen Sie, ob ein Sicherungsautomat oder der FI-Schalter auf “Aus” steht. Wenn nötig, tauschen Sie die Sicherungen gegen neue. Defekte Geräte ausstecken!
  • Sind auch andere Wohnhäuser oder Wohnungen betroffen, erreichen Sie rund um die Uhr (außer bei einem Blackout) das Stromnetz-Störungstelefon (Wiener Netze: 0800 500 600; EVN: 07472 67277; Netz OÖ: 05 9000 3030; Energienetze Steiermark: 0800 800 128; Netz Burgenland Strom: 0800 888 9001;KNG-Kärnten Netz; TINETZ-Tiroler Netze: 050708 123; Salzburg AG: 0800 / 660 660)
  • Rufen Sie auf keinen Fall bei einer Notrufnummer an, wenn Sie nicht wirklich einen Notfall haben! Sie könnten an sonst wichtige Notrufe blockieren (siehe Stromausfall in Innsbruck: Notruf überlastet)! Ein Stromausfall ist KEIN Notfall!
  • Schalten Sie ein (Batterie-/Auto-)Radio ein und achten Sie auf mögliche Durchsagen. Wenn Privatsender nicht mehr empfangen werden können oder im Verkehrsfunk (ö3) die Meldungen erfolgen, dass Tunnel gesperrt werden müssen, könnte das ein Hinweis auf ein mögliches Blackout sein. Bei einem Blackout wird das Radio die wichtigste bzw. einzige breit verfügbare Informationsquelle sein. 

Maßnahmen im Anlassfall

  • Informieren Sie die verfügbaren Familienangehörigen über den Stromausfall
  • Herdplatten, Bügeleisen, Bohrmaschinen, Kreissägen etc. bitte unbedingt ausschalten. Diese Geräte arbeiten sonst automatisch weiter, wenn der Strom wieder kommt, auch wenn Sie das vielleicht gar nicht bemerken!
  • Trennen Sie wichtige elektronische Geräte (Fernsehen, Computer, etc.) vom Netz (ausstecken). Beim Wiederhochfahren des Stromnetzes kann es zu Überspannungen kommen, die zu Geräteschäden führen können.
  • Kühlschränkemüssen erstab zirka sechs Stunden Versorgungsunterbrechung ausgeräumt werden. Ob Sie dann die Lebensmittel entsorgen oder noch rechtzeitig verbrauchen/zubereiten müssen Sie selbst beurteilen.  Tiefkühlgeräte halten die Kälte noch deutlich länger. Wegen Kälteverlust sollen diese nicht geöffnet werden. Siehe auch Gefrierschrank und Stromausfall – so lange bleiben Lebensmittel gefroren oder Lebensmittel vor dem Verderben schützen bei einem Stromausfall; Grundsätzlich gilt der Hausverstand: Geruchs- und Geschmacksprobe; Leicht verderbliche Waren rasch verbrauchen-/kochen.
  • Kochen mit Griller, Campingkocher, etc.
    Achten Sie beim Kochen in geschlossenen Räumen unbedingt auf eine ausreichende Lüftung. Ansonsten kann tödliches Kohlenmonoxid entstehen!
  • Wintermantel statt Heizung 
    Fällt die strombetriebene Heizung wie bei Modellen mit Öl- oder Pelletbrenner aus, halten Decken oder Winterkleidung warm. Das reicht in unseren Breiten in der Regel für einen gewissen Zeitraum. Wer eine Ölheizung hat, die mit Kohle oder Briketts befeuert werden kann, sollte für den Notfall aber die Brennstoffe auf Lager haben. Zu beachten ist jedoch, dass die Wasserpumpen für den Heizkreislauf ebenfalls stromabhängig sind.
  • Stromaggregat nur im Freien nutzen
    Wer ein Stromaggregat anwerfen will, sollte dies nur im Freien tun. Der Verbrennungsmotor kann giftige Abgase ausstoßen. Kühlschränke oder Elektroherde sollte man nicht an das Stromaggregat hängen. Eine Lampe oder das Ladegerät eines Telefons stellen dagegen kein Problem dar. Siehe auch den eigenen Beitrag zum Thema Notstromaggregate.
  • Stolperfallen wegräumen
    Zur eigenen Sicherheit sollte man vor dem Zubettgehen Ordnung im Haus zu schaffen und Stolperfallen aus dem Weg räumen. Wer nachts Durst bekommt, läuft sonst im Dunkeln durch die Räume und kann fallen.
  • Vorsorge für Pflegebedürftige treffen
    Vorsorge muss auch sein, wenn Pflegebedürftige im Haushalt leben. Man sollte mit Pflegediensten besprechen, ob und wie diese im Falle eines längerfristigen Stromausfalls die Versorgung aufrechterhalten. Und wer kein Handy hat, sollte sich bei der Gemeinde- oder Stadtverwaltung erkundigen, wo im Fall der Fälle ein Notfalltelefon ist.

Was tun, wenn der Strom wieder fließt?

  • Die zuletzt eingeschaltenen Geräte wie Kochherd, Bügeleisen überprüfen, ob sie tatsächlich ausgeschaltet sind (Brand- und Verletzungsgefahr!).
  • Nur jene Geräte und Lampen einschalten, die auch wirklich benötigt werden, und damit unnötigen Stromverbrauch vermeiden.
  • Wichtige Geräte kontrollieren (Heizung, Kühlschrank, Alarmanlagen, etc).
  • Gasthermen funktionieren wieder, sobald Strom wieder fließt. Sollte dies doch nicht der Fall sein, den Hauptschalter einmal aus- und wieder einschalten oder den Thermenhersteller kontaktieren.
  • Elektrische Geräte müssen Stromausfälle unbeschadet überstehen (Produkthaftpflicht). Die Netzbetreiber haften nicht für Schäden. Bedenken Sie jedoch, dass ein Blackout kein gewöhnlicher Stromausfall ist und hier andere Rahmenbedingungen zum Tragen kommen!
  • Uhren richten

Allgemeine Vorkehrungen

  • Deponieren Sie Kerzen und Zündhölzer und/oder eine Taschenlampe an einem Ort, den Sie auch im Dunkeln finden. Vorsicht mit Kerzen -Brandgefahr! Lassen Sie diese niemals unbeaufsichtigt brennen. Denken Sie daran, die Batterie der Taschenlampe von Zeit zu Zeit zu prüfen und bei Bedarf zu ersetzen.
  • Wissen, wo sich der Sicherungskasten und der passende Schlüssel befinden.
  • Den Ort der Vorzählersicherungen kennen – diese sind oft außerhalb der Wohnung.
  • Ersatzsicherungen griffbereit halten.
  • Für eine intakte Batterie der Alarmanlage sorgen.
  • Empfindliche Geräte mit Überspannungsschutz (USV) schützen
  • Die Telefonnummer des Stromnetz-Störungstelefons in Telefonnähe aufbewahren.

Video: Was tun bei Stromausfall – Vorsorge und Selbsthilfe

Das deutsche Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe stellt das Video „Was tun bei Stromausfall – Vorsorge und Selbsthilfe“ zur Verfügung, wo die wichtigsten Tipps zur Vorbereitung zusammengefasst werden.

Nachbarschaftshilfe

GemeinschaftWenn nichts mehr geht und auch Einsatz- und Hilfsorganisationen (Pflege, Essen auf Räder, etc.) überlastet sind, kommt es besonders auf die Nachbarschaftshilfe an.

Schauen Sie daher gemeinsam auf mögliche hilfsbedürftige Menschen in Ihrem Umfeld. Leuten Sie bei Nachbarn an und kommen Sie ins Gespräch. Helfen Sie zusammen, wo immer es notwendig ist. Motivieren Sie auch andere Leute dazu, Verantwortung zu übernehmen.

«Sind sie sicher? Bei Gefahr richtig reagieren»

Der preisgekrönte schweizer Sensibilisierungsfilm «Sind sie sicher? – Bei Gefahr richtig reagieren» fasst die wichtigsten Dinge zusammen.

Auf den Notfall vorbereitet sein!

Auch das deutsche Bundesamt für Bevölkerungsschutz u. Katastrophenhilfe (BBK) stellt zur Sensibilisierung der Bevölkerung ein Informationsvideo zur Verfügung:

Organisatorische Vorsorge

Die organisatorische Auseinandersetzung sollte nicht, wie häufig zu beobachten, mit der Auseinandersetzung mit technischen Lösungen (Notstromaggregaten) beginnen. Sondern ganz im Gegenteil mit einer ausführlichen Problemanalyse. Denn das führt häufig zu ganz anderen und auch billigeren Lösungen! Und diese Erkenntnis ist auch ganz allgemein auf komplexe Situationen gültig. Wir neigen leider dazu, sofort in Aktionismus zu verfallen, was selten hilfreich ist.

Charles de Gaulle

„Es ist besser, unvollkommene Entscheidungen durchzuführen, als beständig nach vollkommenen Entscheidungen zu suchen,
die es niemals geben wird.“

Sofortmaßnahmen

Die wichtigste Maßnahme ist die Sensibilisierung des eigenen Personals. Denn wenn das Personal und die Familien nicht vorbereitet sind, werden alle anderen Maßnahmen nicht funktionieren bzw. sind diese dann auf Sand gebaut. Denn es gibt kaum Maßnahmen, wo nicht Menschen erforderlich sind. Zudem sind Menschen in der Lage, auch unter widrigen Umständen noch zu improvisieren, was in einer solchen Lage unverzichtbar sein wird. Wenn die Mitarbeiter aber zu Hause ein Problem haben oder vielleicht auch in einer ehrenamtlichen Hilfsorganisation tätig sind, werden sie kaum für andere Aufgaben zur Verfügung stehen. Auch wenn sich damit das Problem nochmals verschärft. Denn wenn die Menschen nicht zur Arbeit kommen, um die Systeme wieder zum Laufen zu bringen, wird es noch länger dauern, bis wieder eine Normalität einkehren kann. Diese Maßnahme sollte daher absolute Priorität haben, wenngleich sich hier viele Verantwortliche nicht für zuständig halten. Das änder jedoch nichts an der Situation und stellt daher einen Selbstbetrug dar.

Prozessanalyse

Was auf den ersten Blick banal klingen mag, da jede Organisation ihre Prozesse kennen muss, ist es meisten beim zweiten Blick nicht mehr. Denn welche Organisation kennt wirklich alle wesentlichen externen Abhängigkeiten? Oder welche Dinge auf keinen Fall schief laufen dürfen? Natürlich gibt es für Einzelereignisse, wie etwa einen Stromausfall, Krisen- und Notfallpläne. Doch greifen diese wirklich, wenn nicht nur die Strom- sondern auch die Telekommunikationsversorgung ausgefallen ist? Weiß das Schlüsselpersonal, wie es zu Handeln hat, wenn keine Rücksprache und Absicherung mehr möglich ist, um Schäden abzuwenden? Sind alle Dokumentationen und Krisenpläne am aktuellen Stand? Wie funktioniert die Krisenorganisation ohne Telekommunikation? Wie viele Minuten bleiben nach dem Stromausfall, bis die USV ausfällt? Können Server sicher heruntergefahren werden? Wie oft wird das geübt? Muss ein Notbetrieb eingerichtet werden? Für wie lange? Welche Ressourcen sind dafür erforderlich? Wann muss spätestens in einen Krisenmodus übergangen werden, um die Durchhaltefähigkeit für zumindest zwei Wochen Notbetrieb sicherstellen zu können? Wie kann eine Personalablöse organisiert werden? Mit welchen Kräften kann überhaupt gerechnet werden? Und noch viele Fragen mehr.

Offline-Pläne

Sie werden nach einem Blackout keine elektronische Alarmierung mehr auslösen können, wenn Sie nicht sofort reagieren. Aber da werden sie meistens noch gar nicht wissen, dass es nun soweit ist. Zum anderen muss das Schlüsselpersonal, etwa in der IT oder Produktion, selbstständig handeln und retten, was noch zu retten ist. Ohne einer vorherigen Prozessanalyse für diese Situation und Offline-Plänen wird das kaum funktionieren. Das Chaos wird noch viel größer.

Hilfsorganisationen sollten wiederum ihrem Personal klare Anweisungen erteilt haben, wie nun vorzugehen ist. Das alles immer unter der Premise Einfachheit und Ressourcenschonung! Es macht möglicherweise wenig Sinn, Kräfte an zentralen Punkten zusammenzuziehen und dann wieder zu verteilen. Die Masse der Bewältigung muss sowie lokal erfolgen. Wenn das anders notwendig sein sollte muss das auch entsprechend vorbereitet und geübt worden sein. Ansonsten führt das nur zu mehr Chaos.

Übergang in den Notbetrieb

Eine der schwierigsten Fragen für Organisationen ist, ab wann man in den Notbetrieb übergehen soll. Egal ob dieser „nur“ ein sicheres herunterfahren oder einen wirklichen Notbetrieb bedeutet. Auch das muss ein Teil der Analyse sein. Einerseits, welche Indikatoren heranzuziehen sind und andererseits welche Puffer (Notstrom, USV, Versorgungsreichweite, etc.) zur Verfügung stehen. 

Grundsätzlich gilt: So rasch als möglich! Es macht keinen Sinn, irgendwelche Normalitäten aufrecht zu erhalten, da es in unserer vernetzten Welt so gut wie überall zu große externe Abhängigkeiten gibt. Daher geht es vor allem um Schadensbegrenzung und Ressourcenschonung. Zum Beispiel in Krankenhäusern. Hier sollte möglichst rasch nur mehr eine Notverpflegung ausgegeben werden. Im Produktionsumfeld geht es wiederum um das sichere Abstellen von Anlagen. 

Wir Menschen neigen grundsätzlich dazu, gewohnte Dinge aufrecht erhalten zu wollen. Das macht hier keinen Sinn und ist häufig contra produktiv. Das kann auch das Aussetzen von Vorschriften und Normen, beispielsweise bei der Hygiene oder Arbeitszeitregelungen, bedeuten. Daher ist es wichtig, sich darüber bereits im Vorfeld Gedanken zu machen, damit mögliche Zwangsentscheidungen dann nicht auf einzelne Mitarbeiter abgewälzt werden. Klare, einfache Vorgaben sind hier erforderlich. 

Wikimedia: Emergency Switch, Siemens Type, Stahlkocher

Wiederanlauf („recovery“)

Eine weitere wichtige Frage, die aber wahrscheinlich nicht abschließend zu klären ist, ist ab wann es Sinn macht, mit einem Wiederanlauf zu beginnen. Auch dafür sollten Kriterien und Indikatoren festgelegt werden. Nur wenn der Strom wieder funktioniert, ist in der Regel zu wenig. Sie wissen da noch nicht, ob das System bereits ausreichend stabil ist, oder es neuerlich zum Zusammenbruch kommen kann. Zum anderen sollten Sie vorher wissen, wie es Ihren Kunden, Partnern, Lieferanten, etc. geht. Dazu ist die Telekommunikationsversorgung aber wieder Voraussetzung. Und so weiter. 

Zum anderen müssen Sie auch intern wissen, in welcher Reihenfolge Systeme wieder hochgefahren werden müssen. Vor allem in der IT! Klingt alles banal, wird es aber sicher nicht sein. Sie sollten sich auch darauf vorbereiten, um eine möglichst rasche Schadensaufnahme sicherstellen zu können. Und so gibt es wahrscheinlich noch eine Reihe von Punkten, die es zu beachten gilt.

PowerApp – USV-Power-Management

Naturkatastrophen, menschliches oder technologisches Versagen oder gar ein Cyber-Angriff eines Hackers: Wenn Server und Systeme vom Strom abgeschnitten werden, steht Ihre Business Continuity auf wackligen Beinen. Die USV-Power-Management-Lösung PowerApp sorgt dafür, dass Ihre Maschinen niemals den Dienst versagen – wenn Sie es nicht vorgeben. PowerApp schützt Ihre Daten bei Stromausfall und bietet einen geordneten Server-Shutdown sowie -Restart und wahlweise sogar die Live-Migration virtueller Systeme.

Staatliche Vorsorge / Katastrophenschutz

Staatliches Krisen- und Katastrophenschutzmanagement (SKKM)

Seit Mai 2003 obliegt dem Bundesministerium für Inneres nicht nur die Koordination aller Angelegenheiten des Staatlichen Katastrophenschutzmanagements, sondern auch des staatlichen Krisenmanagements und die der internationalen Katastrophenhilfe.

Die Begriffe Zivilschutz, Katastrophenschutz und Bevölkerungsschutz werden oft in unterschiedlichen Bedeutungen verwendet. Der Terminus „Katastrophenmanagement“ wird als Überbegriff für die Bereiche Vermeidung, Vorsorge, Bewältigung und Wiederherstellung verstanden.

Weiterführende Informationen gibt es dazu auf der Website des Innenministeriums.

Organisatorische Rahmenbedingungen

Das Fünf-Säulen-Modell des Katastrophenschutzes in ÖsterreichDer österreichische Katastrophenschutz baut auf die fünf Säulen

  • Bevölkerung,
  • Einsatzorganisationen,
  • Behörden,
  • Wirtschaft sowie
  • Wissenschaft und Forschung

auf.

Da es in Österreich keine eigenen Organisationen für den Katastrophenschutz gibt, werden diese Aufgaben weitgehend durch Freiwilligenorganisationen wie den Freiwilligen Feuerwehren oder Rettungsorganisationen getragen. Reichen die Ressourcen der Freiwilligenorganisationen nicht mehr aus, kann auch durch den jeweiligen Einsatz- bzw. Behördenleiter das österreichische Bundesheer im Zuge eines Assistenzeinsatzes gem. § 2. (1) c) des Wehrgesetzes – „die Hilfeleistung bei Elementarereignissen und Unglücksfällen außergewöhnlichen Umfanges“ – zur Unterstützung angefordert werden.

Siehe hierzu auch das Positionspapier „Blackout“ der SKKM Einsatzorganisationen. „Die SKKM Einsatzorganisationen stellen für den Fall eines „Blackout“ fest: Bei eingeschränkten Ressourcen, aber gleichzeitig erhöhten Anforderungen an die Einsatzorganisationen, wird das alltägliche Leistungsspektrum nicht vollständig oder nur teilweise erbracht werden können.“

 

 

 

Subsidiaritätsprinzip

SubsidiaritätsprinzipDer österreichische Katastrophenschutz ist gem. der Bundesverfassung nach dem Subsidiaritätsprinzip aufgebaut:

„Das Subsidiaritätsprinzip besagt, dass die einzelne, unmittelbarste Gemeinschaft möglichst viel Eigenverantwortung übernehmen soll und nur wenn es Aufgaben alleine nicht mehr erfüllen kann, auf die Hilfe der größeren Gemeinschaft zurückgreifen kann. Für die Städte und Gemeinden heißt das, dass sie über lokale Themen auch lokal entscheiden.“

Quelle: Städtebund

Das bedeutet, dass eine Hilfe/Selbsthilfe „bottom-up“ erfolgen muss. Die erste Ebene sind dabei die Bürger und Bürgerinnen selbst. Die erste organisatorische Ebene findet sich auf der Gemeindeebene. Der Bürgermeister/die Bürgermeisterin ist im Katastrophenfall der erste behördliche Einsatzleiter und trägt dabei die unteilbare Verantwortung und auch Haftung. Sollten die Ressourcen dafür nicht ausreichen, dann ist die zweite Ebene die Bezirkshauptmannschaft/Magistrat. Als dritte Ebene gibt es noch den Katastrophenschutz auf der Länderebene. Der Katastrophenschutz ist in Österreich gem. Bundesverfassung föderal organisiert und Ländersache. Unmittelbar durch die Bundesverwaltung werden derzeit nur Sicherungsmaßnahmen nach dem Strahlenschutz- bzw. Epidemiegesetz vollzogen.

Aufgrund der bestehenden Rechtslage sind die jeweiligen Bundesländer für den Katastrophenschutz – auch im Falle eines Blackouts – zuständig. Die Vorbereitungen auf das Szenario „Blackout“ sind daher sehr heterogen organisiert. Bisher wurden dabei schwergewichtsmäßig Einsatzorganisationen und wichtige Infrastrukturbetreiber adressiert.

Daher ist eine individuelle Vorbereitung auf die Bewältigung eines strategischen Schockereignisses ganz entscheidend und unverzichtbar! Auch die Feuerwehren können ein solches Ereignis nicht alleine bewältigen und sind auf die Krisenvorsorge der Bevölkerung angewiesen. Siehe dazu auch die Erkenntnisse der Studie „BlackÖ.2: Blackoutprävention und –intervention – Endbericht.

Zivil- und Bevölkerungsschutz

Zivilschutz Österreich

Zivilschutz wird heute in Österreich definiert als „Gesamtheit aller Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung vor Gefahren, die von Naturereignissen sowie technischen, terroristischen oder kriegerischen Ereignissen ausgehen“. Katastrophenschutz wird als „Gesamtheit aller vor Eintritt einer Katastrophe getroffenen Maßnahmen in der Katastrophenvermeidung und Katastrophenvorsorge“ verstanden.

Ausgehend von Deutschland und der Schweiz, etabliert sich immer mehr der Begriff „Bevölkerungsschutz“ als Überbegriff für Zivil- und Katastrophenschutz. Der Begriff Zivilschutz wird in diesem Zusammenhang wieder in seiner ursprünglichen Bedeutung verstanden und durch den Begriff Katastrophenschutz für Natur- und technische Ereignisse ergänzt.

Das staatliche Krisen- und Katastrophenschutzmanagement sieht im Selbstschutz der Bevölkerung durch Eigenvorsorge und -bevorratung einen wesentlichen Beitrag zur Vermeidung von Erst- und Folgeschäden. Diese soll durch die 9 Zivilschutzverbände gefördert werden, welche entsprechende Hilfestellungen und Ratgeber auf Ihren Webseiten anbieten.

Blackout-Vorsorge Leitfäden

Hier finden Sie weiterführende Detailinformationen für organisatorische Vorsorgemaßnahmen (Gemeinden, Unternehmen, Krankenhäuser, Einsatzorganisationen).

Sicherheitsforschungsprojekt

Energiezelle F

2017 – 2019

Wie kann sich eine Gemeinde/Stadt auf ein Blackout vorbereiten?

Weiterführende Informationen

Hier finden Sie weiter-führende Informationen und Links zu anderen Organisationen und Quellen rund um das Thema Blackout und Vorsorge.