Was so alles schief gehen kann und geht

Auf dieser Seite werden anonymisierte Vorfälle gesammelt, die eigentlich nicht passieren hätten dürfen. Sie zeigen alltägliche Probleme auf und lassen damit den einen oder anderen Rückschluss auf die weitreichenden Folgen eines möglichen Blackouts zu.

Winston Churchill

„Ein kluger Mann macht nicht alle Fehler selbst.
Er gibt auch anderen eine Chance.“

Normal Accident Theory

(Auszug WikipediaCharles PerrowMikadostäbchen - Wechselseitige Abhänigkeiten, US Organisationstheoretiker und Soziologe, wurde in den 1980er durch Normal Accidents: Living With High Risk Technologies bekannt. Darin entwickelt er die Vorstellung, dass katastrophale Ereignisverkettungen in komplexen Systemen wahrscheinlich nicht vollständig bzw. nicht dauerhaft zu vermeiden sind. [Siehe dazu auch das aktuelle Buch: Der Seneca.Effekt: Warum Systeme kollabieren und wie wir damit umgehen können; Der Kollaps von komplexen Systemen ist ein Designbestandteil, weil anders keine Weiterentwicklung möglich wäre!]

Im Kern der Überlegungen Perrows steht die Theorie der Normalen Katastrophen. Katastrophenartige Unfälle sind demnach insbesondere in eng gekoppelten und komplexen Systemen unvermeidbar. In diesen Fällen kann einzig die Interaktion multipler Fehler den Unfall erklären. Perrows Theorie sagt voraus, dass Fehler auf verschiedenartige und unvorhergesehene Weisen auftreten können, die fast unmöglich vorhersagbar sind (Nichtlinearität).

Die wesentliche Differenz besteht für Perrow in den industriellen und technischen Umwelten der Organisation. Je nach Kerntechnologie variiert die Wahrscheinlichkeit, mit der eine undurchschaubare und deswegen schwer zu kontrollierende Ereignisverkettung eintritt, an deren Ende ein katastrophales Ereignis stehen kann.

Hauptursachen für Katastrophen:

  • Mangelhafte Fehlerfreundlichkeit
  • Trotz, wenn nicht sogar wegen der hohen Sicherheitstechnik
  • Menschliches Fehlverhalten – Übersteuerung

Jedoch ist dabei zu berücksichtigen:

Es wird also klar, daß Unfälle und Katastrophen nicht in Einzelfällen und nur aufgrund von menschlichem Versagens auftreten. Sondern die Wahrscheinlichkeit eines Störfalls, der zu einem Unfall oder einer Katastrophe wird, steigt mit zunehmender Komplexität und Kopplung eines Systems. Je komplexer und je enger gekoppelt ein System ist, umso effizienter ist es auch. Aber in gleichem Maße steigt die Wahrscheinlichkeit eines unvermeidbaren Unfalls, der aufgrund der komplexen Interaktion der Komponenten nicht oder kaum beherrschbar ist. Katastrophen sind also normal, ihnen kann nur versucht werden durch Antizipation der möglichen Folgen in alle Richtungen entgegenzuwirken. Aufgrund der unvorhersehbaren Wechselwirkungen wird man sie aber nie sicher machen können. Wenn Unfälle aber unvermeidbar sind, muß man sich entscheiden bei welchem Nutzen man, welche Risiken, in Kauf nehmen will. (Quelle: Ortwin Renn – Normale Katastrophen nach Perrow, 2001; siehe auch Das Risikoparadox)

Daher führt die zunehmende technische Vernetzung zu steigenden systemischen Risiken mit kaum absehbaren Auswirkungen, was insbesondere bei der Auseinandersetzung mit dem Thema „Blackout“ klar wird. Man öffnet hier die Büchse der Pandora.

Murphy-Liste

Im weitesten Sinne handelt es sich hier auch um eine Murphy-Liste, die sich an Murphy’s Law orientiert – „Alles, was schiefgehen kann, wird auch schiefgehen“. Es ist eine auf den US-amerikanischen Ingenieur Edward A. Murphy, jr. zurückgehende Lebensweisheit, die eine Aussage über menschliches Versagen bzw. über Fehlerquellen in komplexen Systemen macht. Möchten Sie eine Erfahrung beisteuern? Schicken Sie mir bitte einfach ein Mail an . Danke!

Zusätzliche Beispiel gibt es unter dem Tag Erfahrungen z.B.Unserer medizinischen Versorgung fehlt es an der notwendigen Robustheit

#Vorfall
1

Organisatorische Mängel


  • Systemzustand kann nicht überprüft werden, weil kein Anlageverantwortlicher vor Ort ist. Folgen: Beispielsweise können NOT-HALTs nicht „entschärft“ werden; Dieser Punkt unterstreicht die Notwendigkeit der aktiven Einbindung der MitarbeiterInnen in eine Blackout-Vorbereitung!
  • Gewartete Schaltanlagen werden nicht mehr eingeschaltet (vergessen..?)
  • Man findet defekte Schattensysteme von denen man keine Ahnung hat…aber auch keine Backups… und die Platten sind hinüber.. (aber das passiert nicht so oft)
  • Wartungspersonal kommt nicht zurecht alle Probleme auf einmal zu lösen (Gleichzeitigkeitsbedarf!!)
2

Fehlende Prozesse


Keine definierten Anleitungen für das Herunterfahren und Neustarten:
  • Wartungspersonal weiß nicht was zu tun ist
  • Systeme werden zum Herunterfahren vergessen; Folgen: harte Abschaltungen, inkonsistente Daten und Systeme
  • Systeme werden nicht richtig eingeschaltet/wieder hochgefahren (die Reihenfolge ist wichtig!)
3

Keine realitätsnahen Übungen


Immer wieder zeigt sich, dass viele Fehler durch realitätsnahe Übungen rechtzeitig entdeckt und beseitigt werden könnten. Das beginnt im Kleinen, ob etwa Geräte an der richtigen Steckdose angeschlossen sind und setzt sich fort bis zu realitätsnahen Krisen(stabs)übungen, um geänderte Abläufe und Rollen zu üben und einzuspielen.

Gerade Krisenorganisationen erfordern ein anderes Denken und Handeln (hierarchisch), dass im Alltag meist nicht zum Einsatz kommt, aber in der Krisenbewältigung ganz entscheidend ist. Viele Fehler passieren darüber hinaus durch eine nicht vorbereitete Krisenkommunikation, die sich in der Regel nicht mit der gewöhnlichen Öffentlichkeitsarbeit/PR deckt.
4

Intensivstation


Bachelorarbeit "Die Versorgungsdienstleistungen einer Intensivstation während eines Blackouts" von Philipp Lorenz
  • Besonders alarmierend ist die Erkenntnis, dass auf operativer Ebene keinerlei Informationen zu Notfallszenarien existieren. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Intensivstation werden weder geschult, noch eingewiesen. Hier ist ein besonders hoher Handlungsbedarf gegeben, da sich eine durchgehende Unsicherheit zu diesem Thema abgezeichnet hat und die befragten Personen auch ausgesagt haben, gerne mehr über dieses Thema erfahren zu wollen und auch besser in ihrem Bereich darauf vorbereitet sein wollen.
  • Der beste Notfallplan funktioniert nicht, wenn nur die strategische Führungsebene Kenntnis hat und nie mit dem Personal der operativen Ebene gesprochen oder gar geübt wurde.
  • Ein großes Problem im Falle eines Blackouts ist die Alarmierung weiterer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die Garantie, dass diese auch am Arbeitsplatz erscheinen.
  • Wenn jedoch ein Blackout eintritt und nicht einmal der leitende Oberarzt der Intensivstation weiß, wie vorzugehen ist, dann stellt dies doch ein markantes Risiko dar.
5

Alarmierung


Durch den zeitnahen Ausfall der Handynetze müssen auch erhebliche Probleme bei der Alarmierung erwartet werden. Die Stadtentwässerung Dresden hat daher folgenden Lösungsweg gewählt, der derzeit noch weiterentwickelt wird, um auch eine Nachalarmierung/Ablöse sicherstellen zu können:
Für die Kommunikation haben wir verschiedene Bausteine, die zusammenwirken müssen, da wir leider (noch) keine Funklösung für das gesamte Stadtgebiet haben. Als größte Herausforderung sehen wir die Erstalarmierung der Bereitschaftsdienste und Führungskräfte in der Nachruhephase an, um in der ganz wichtigen „goldenen ersten Stunde“ bereits einsatzfähig zu werden. Wir haben dafür den früheren City-Ruf wiederentdeckt. Das System wird (zumindest in Deutschland) weiterhin von der Firma e*message betrieben (https://www.emessage.de/). Da die Rufempfänger jedoch üblicherweise über die normalen Festnetz- und Mobiltelefonsysteme alarmiert werden, haben wir mit dem Anbieter einen Sonderweg finden können. Wir unterscheiden dabei nach einem Einzelalarm im normalen Störungsfall und dem Gruppenalarm z.B. im Falle eines Blackout. Dazu wird vom Schichtleiter in unserer ständig besetzen Leitwarte ein Alarmknopf gedrückt, über den sofort alle Geräte gleichzeitig den Alarm erhalten. Die Übertragung erfolgt in diesem Fall über ein separates Satellitenterminal in die Zentrale von e*message und wird von dort über ein eigenes Funksystem verteilt. Sowohl unsere Zentrale als auch die einzelnen Sender von e*message verfügen über eine ausreichend große USV-Anlage bzw. Notstromversorgung, so dass das Zeitfenster für die Alarmierung der Mitarbeiter ausreichend groß ist. Die Mitarbeiter erkennen diesen Sonderalarm an einer definierten Anzeige im Display des Rufempfängers und begeben sich ohne vorherigen Rückrufversuch unverzüglich ins Unternehmen. Auf diese Weise können innerhalb der ersten Stunde etwa 10 Mitarbeiter zusätzlich zum Schichtdienst zum Einsatz kommen. Das System ist bereits installiert und wir werden in Kürze mit der praktischen Nutzung beginnen. Wir werden in diesem Jahr drei Blackout-Übungen durchführen. Neben dem Inselbetrieb der Kläranlage und dem Notstromtest einer Kette von Pumpwerken, die geplant vorbereitet werden, soll es auch einen unangekündigten Test als Alarmierungsübung geben.

Die Nutzung von Stromausfallmeldern haben wir diskutiert. Das kann für kleinere Betreiber sicherlich eine einfache und kostengünstige Lösung sein. Wir haben aber darauf verzichtet, da diese dann bei jedem kurzen und räumlich eng begrenzten Stromausfall Alarm auslösen. Außerdem können wir die Nutzung dieser Geräte kaum beeinflussen und kontrollieren. Deshalb haben wir uns für die aufwendigere aber in unser bestehendes Bereitschaftssystem integrierbare Lösung entschieden, deren Funktion wir testen können.

Mit Ihrer Sicht auf die Mitarbeiterverfügbarkeit haben Sie wohl Recht. Wir gehen davon aus, dass zu Beginn des Ereignisses die Einsatzbereitschaft noch groß sein wird, was sich mit der Dauer dann aber mit jedem Wechsel (wir planen 12 Stunden) ändern dürfte.
6

Wasserversorgung - UV-Entkeimungsanlagen


Siehe dazu den Beitrag Wenig beachtete Sollbruchstelle in der Wasserversorgung bei Blackout

In der Praxis: Die Gemeinde hat letztes Jahr ein Notaggregat bestellt für den Trinkwasserbehälter. Denn wenn der UV-Filter das Wasser nicht reinige, stoppe die Wasserversorgung.
7

Solarthermieanlage


Wenn unter Tags bei Sonnenschein ein Stromausfall passiert, funktioniert unter Umständen die Zirkulation in Solarthermieanlagen (Heißwasserkreislauf - Pumpen) nicht mehr. Dadurch kann es binnen Minuten zu einem massiven Anstieg der Wassertemperatur und zur Überhitzung kommen, was zum Öffnen von Überdruckventilen führt. Bei älteren Anlagen besteht die Gefahr, dass Dichtungen kaputt werden (Alterung) und es dann zu einem unkontrollierten Wasserdampfaustritt (> 140°C!) kommt, was lebensgefährlich ist. Quelle: ARD,  ab Minute 36:20
8

Krankenhausversorgung


Krankenhäuser können  sich theoretische beliebig lange mit Notstrom selbst versorgen , solange Diesel nachgeliefert werden kann. Ein Notstrombetrieb ist mit den vorhandenen Treibstoffvorräten in der Regel zwischen 24 und 72 Stunden möglich. Das Problem liegt im Bereich der Versorgung mit medizinischen Ver-und Gebrauchsgütern, Dialysat, Dialysatoren, Medikamenten (Antibiotika , Insulin, uvm.), Essen, ev. Wasser. Offen ist die Frage der Ver - und Entsorgung mit radioaktiven Stoffen, frischer Wäsche oder Müll (zum Teil mehrere Tonnen). Dann aber kommt noch die Entsorgung von Leichen oder Leichenteilen dazu und unendlich viel mehr.

Siehe dazu auch den Leitfaden "Der Krankenhausbetrieb im Fall eines weitreichenden Strom- und Infrastrukturausfalls"
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Kanalisation - Dresden


Beim Elbehochwasser 2002 wurde das Kanalsystem in Dresden total außer Funktion gesetzt. Durch den Eintritt des Hochwassers in das Kanalsystem hat nichts mehr funktioniert außer Selbsthilfe und Privatinitiative.
Anmerkung Stadtentwässerung Dresden: Die Schilderung passt tatsächlich zur Situation 2002, da es bis dahin keinerlei Vorbereitung auf ein derartiges Ereignis gab. Bereits ab 2003 haben wir nach Beseitigung der größten Hochwasserschäden an den Abwasseranlagen jedoch mit der Erarbeitung von Hochwasserkonzepten begonnen und dieser in den nachfolgenden Jahren weitgehend umgesetzt. Ergebnis: 2013 hat die Stadtentwässerung von der Leitung der Uniklinik einen ausdrücklichen Dank für die Bewältigung der Hochwassersituation erhalten. Eben diese Erfahrung der Wirkung von Vorsorgekonzepten motiviert uns zur Auseinandersetzung mit dem Thema Blackout.
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Kanalisation - Unterschätzte Gefahr!?


Auch ein österreichisches Unternehmen berichtete von den Folgen einer fehlenden bzw. einer schadhaften Rückstauklappe, die den Rückfluss von Abwässern aus der Kanalisation in das Gebäude verhindern sollte. Hier führte ebenfalls ein Hochwasser zu massiven Schäden.

Ein derartiges Szenario muss auch erwartet werden, wenn die Wasserversorgung (wie etwa in Wien: Wasserversorgung selbst bei einem Blackout sicher) funktioniert. Denn im Kanalsystem gibt es viele Hebeanlagen zur Überwindung von Steigungen, die oft nur wenige Stunden gepuffert sind, außer natürlich besonders wichtige und große. Daher ist damit zu rechnen, dass einzelne Häuser geflutet werden, bzw. es zu lokalen Austritten von Abwässern kommt, was wiederum die Seuchengefahr erhöht.
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Heizung


40 Minuten Stromausfall: Dadurch, dass ein Stromausfall war, ist in einer Heizung ein Überdruckventil gebrochen. Da ist ein so heißer Wasserdampf aufgegangen, dass wir geglaubt, es ist ein Brand.
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Autobahntunnel


Die meisten Haushalte hatten nach wenigen Minuten wieder Strom. Im Gasteiner Tal dauerte es aber knapp 40 Minuten. An der A10 mussten der Tauern- und der Katschbergtunnel gesperrt werden.„In der Überwachungszentrale St. Michael im Lungau, die ja von Mondsee bis Trebesing in Kärnten zuständig ist, merkte man vom Stromausfall nichts“, sagte Franz Bliem von der ASFINAG-Betriebstechnik. „Aber natürlich gibt es in unseren Tunnels eine automatische Rotschaltung, weil wir die Lüftunganlagen nicht betreiben können, weil’s technisch nicht möglich ist, so große Notstromaggregate zu verbauen.“ Nach etwa einer halben Stunde floss der Strom dann wieder - und damit auch der Verkehr. www.kurier.at
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Unterschätzte Supply Chain Verwundbarkeit


Ein Unternehmen an der 110 kV Ebene verliert bei einem längeren Stromausfall die in Kühlhäusern gelagerten Arznei-Grundstoffe . Es sind bereits dynamische Netzersatzanlagen vorhanden, doch Diesel und Erdgas reichen nicht allzu lange aus (ca. 1 Tag). Ein länger dauernder Ausfall kann damit einige Millionen € an Werten vernichten.

Dabei geht es längst nicht nur um den finanziellen Wert, der dabei vernichtet wird, sondern um die massiven Auswirkungen auf die (nicht-elektrische) Versorgungssicherheit! Denn das wird wahrscheinlich kein Einzelfall bleiben und wir haben heute schon laufend Versorgungsengpässe bei der Arzneimittelversorgung, wenn auch aus anderen Gründen. Von den ganzen anderen Bereichen möchte ich gar nicht erst reden.
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Wasserkraftwerk


Der Neckar trat wegen eines Stromausfalls in Rottenburg über die Ufer: Vier Stunden lang war in Teilen der Rottenburger Kernstadt am Dienstagnachmittag der Strom weg. Von dem Stromausfall war auch das städtische Wasserkraftwerk in der Tübinger Straße betroffen. Ohne Elektrizität funktionierte die automatische Steuerung des Wehrs nicht mehr, sodass offensichtlich nicht genug Wasser abfließen konnte. Zeitweise trat deshalb der Neckar an manchen Stellen der Kernstadt einige Zentimeter über die Ufer. Das Hochwasser richtete laut den Stadtwerken aber keine Schäden an. Quelle: www.tagblatt.de
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Nebeneffekte


Die Temperatur in einem Rechenzentrum steigt kritisch an. Zunächst herrscht Ratlosigkeit. In weiterer Folge stellte sich heraus, dass die Wasserkühlung nicht mehr richtig funktionierte. Ursache: Es gab einen Stromausfall im benachbarten Gebäude, wo auch die Wasserpumpen installiert waren. Die Wasserpumpen(kühlung) war nicht im Sicherheitskonzept integriert.

"Die elektrisch betriebenen Türen ließen sich nicht schließen. Also blieb zunächst keine andere Lösung, als mit viel Personal Kundengespräche an der Eingangstür zu führen."

"Nachdem der erste Schreck über die plötzliche Dunkelheit überwunden war, kamen bereits die ersten verärgerten Kunden, die den hauseigenen Parkplatz nicht verlassen könnten. Wir hatten keine andere Möglichkeit, als ganz schnell die Schranke abzuschrauben"

"So ganz wohl war ihm aber auch nach der Aktion nicht. Kameras und Sicherheitsschleusen funktionieren nicht – ich hoffe, es ist niemand mehr drinnen, der noch einkauft."
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Redundanzen versagen


Nach einem Blitzschlag während eines nächtlichen Gewitters setzte die automatische Belüftungsanlage im Stallgebäude aus, sämtliche Notsysteme versagten ebenfalls. 1.770 der mehr als 2.000 dort untergebrachten Mastschweine, Ferkel und Läufer erstickten binnen weniger Stunden wegen Sauerstoffmangel.

"Normalerweise hätte in so einem Fall ein Notsystem greifen müssen, das die Fenster automatisch öffnet und einen Alarm per SMS auslöst"
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Wasserversorgung


Ein Softwaredefekt hat dazu geführt, dass sich die Wasserversorgung im Wasserwerk Mödling abgeschaltet hat. Die dafür vorgesehenen Sicherheitssysteme schlugen jedoch nicht automatisch Alarm. Mehrere Sicherheitsstufen wurden nicht aktiviert, der Überwachungsdienst wusste nicht, dass sich die Systeme abgeschaltet haben. Dazu kam, dass es im Pumpwerk Moosbrunn einen Stromausfall gab, der die Pumpe deaktivierte. Ein Mitarbeiter musste am Morgen die Pumpe per Hand wieder in Betrieb nehmen.

In den Wasserbehältern wird prinzipiell Wasser für einen Mödlinger Tagesbedarf gespeichert. Von Sonntag auf Montag wurde dieses Speichervolumen verbraucht. Durch den Softwaredefekt haben sich die Behälter aber nicht mehr neu aufgefüllt und waren am Montagmorgen leer.

Siehe Mödling stundenlang ohne Wasser
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Kettenreaktion


Quelle: Rainer v. zur Mühlen VZM GmbH, Bonn
  • 12. September 2016: 17:44 Uhr Stromausfall  wg.  Umbauarbeiten  an 110kV-Schaltanlage
  • Eine Schaltmaßnahme führt zu Netzausfall
  • 5 Umspannanlagen im Stadtwerkenetz werden durch Schutzanlagen aufgrund Frequenzwischern automatisch abgeschaltet
Auswirkungen
  • 600.000 (?) Haushalte und Unternehmen
  • u.a. ein Großbetrieb des Einzelhandels mit Ausfall aller Kassensysteme in 100%-iger  Betriebsunterbrechung
  • Auch Rechenzentren sind betroffen
  • Und das Wasserwerk:
    • Keine Trinkwasserpumpe läuft
    • Nach Strom-Wiederanlauf kein automatischer Restart der Brunnenpumpen
    • Behälter laufen über Nacht leer
    • weil die Telekommunikationsanlage der Wasserwerke betroffen ist
    • Leitstelle erhält wg. Stromausfall keine Meldung aus der Wasserstandsüberwachung der Behälter
    • Es schalten sich auch die Netzpumpen ohne Rückmeldung wg. niedrigen Wasserstandes automatisch ab. Leitungsnetz läuft leer, nur nasse Luft... und keine Anzeige in der Leitstelle
    • Die Füllstandsanzeigen und Pumpenzustände werden nur „eingefroren“ angezeigt.
    • Offensichtlich war die Leitzentrale gepuffert. Aber sie erhielt keine neuen Daten. Sah aus, als wäre alles in bester Ordnung – aber nur auf den Bildschirmen...
  • Betroffen: Teile von Wiesbaden und Mainz, Groß Gerau (Gerauer Land) und andere  Gemeinden
Stromausfall in Mainz und Wiesbaden 16.11.17Quelle: www.focus.de
  • steckengebliebene Aufzüge
  • durch automatische Brandschutzsysteme ausgelöste Feueralarme
  • kein Licht, die Kassen und automatische Türen funktionierten nicht
  • Kunden konnten nichts kaufen
  • ohne Heizung im Durchzug von zwei geöffneten Türen
  • fielen Ampeln aus, es kam zu Verkehrsbehinderungen
  • Alarm ausgelöst und die Türen verriegelt
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Kettenreaktion


Quelle: www.freiepresse.de
Ein technischer Fehler im Umspannwerk im mittelsächsischen Niederwiesa ging auch an vielen Stromkunden im Erzgebirgskreis nicht spurlos vorüber.

Spannungseinbrüche  - Spürbar seien diese durch kurzzeitiges Flackern des Lichtes gewesen. Der Fehler sei konkret 12.06 Uhr aufgetreten. Spannungsstörungen seien aber noch rund 30 Minuten danach feststellbar gewesen.

Mit den Auswirkungen hatten Kunden in der Region aber länger zu kämpfen. Erst nach anderthalb Stunden lief in der Waldkirchener Rolle-Mühle die Produktion wieder an. So war durch den Stromausfall unter anderem die Computer-Anlage abgeschmiert, mit der die Getreidemischung gesteuert wird. "Dann funktioniert nichts mehr", so Juniorchefin Anne Rolle-Baldauf. Auch mit der Warenabnahme habe es deshalb Probleme.

Bei der Firma Grünperga Papier in Grünhainichen konnten die Maschinen erst nach zwei Stunden Stillstand wieder flott gemacht werden. "Wir mussten zuerst unsere Rohrleitungen auswaschen und das Heizkraftwerk wieder in Betrieb nehmen", berichtete Geschäftsführer Ulf Ender. Durch den Produktionsausfall seien dem Unternehmen mindestens 4000 Euro Schaden entstanden. Ein elektronisches Bauteil eines Rollenschneiders wurde möglicherweise beschädigt, sodass Folgekosten nicht ausgeschlossen sind. Glücklicherweiseseien aber die Aufträge durch den kurzen Stillstand nicht in Gefahr geraten.

Im Drogeriemarkt Rossmann in Zschopau fiel der Strom zwar nur kurz aus, doch schalteten sich zunächst die Kassen aus. Schwer betroffen war auch die Commerzbank in Zschopau. "Seit dem Mittag geht hier nichts mehr. Die Server sind ausgefallen. Wir können uns an den Computern nicht mehr anmelden", sagte Filialleiter Nico Richter. Auch die Bankautomaten streikten.
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Alarmanlagen


Die Strom-Panne legte den kompletten Hamburger Norden lahm. Am Langenhorner Markt lief minutenlang nur noch die Alarmanlage der Haspa in Dauerschleife – Quelle: www.mopo.de
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Folgeschäden


Bei der Tankstelle wurde durch eine kurzzeitige Überspannung nach dem Stromausfall das Kassensystem beschädigt. Am Donnerstagabend und auch am Freitagvormittag mussten sämtliche Kunden abgewiesen werden. Quelle: www.pnp.de
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Planungsfehler, Kettenreaktion


Quelle: Rainer v. zur Mühlen VZM GmbH, Bonn/Sicherheitsberater

Nichts ging mehr in Berlin. Um die Mittagszeit des 27. Juni hatten 67.000 Haushalte und etwa 4000 Gewerbegebiete keinen Strom. Der Hammer: die Feuerwehr konnte nicht ausrücken. Aufgrund von Recherche stellte die Redaktion trotz des Mauerns Verantwortlicher fest, dass das kein Einzelfall ist und auch kein Einzelfall bleiben wird. Der festgestellte Planungsfehler scheint fast systemimmanent zu sein.

Die Großen Schnellöffnungstore der Feuerwachen werden elektromotorisch betrieben. Herstellerseits sind die Antriebe teilweise so konzipiert, dass der Motor aus der Sicherheit gegen unbefugtes Öffnen von außen, blockieren. Wie bei den privaten Garagentoren auch. In einem der recherchierten Fälle behalf sich Großstadtfeuerwehr dadurch, dass sie den Alarm an die nächste Wache im benachbarten Stadtbezirk weiter gab. Die hatte zwar den gleichen Tortypen, nur waren wegen Wartungsarbeiten an Feuerwehrgerät die Tore zufällig geöffnet und standen dem Ausrücken nicht im Weg.

Eine andere Wehr alarmierte die Freiwillige Feuerwehr des benachbarten Landkreises, die händisch zu öffnende Tore hatte. So konnte man den Alarmen folgen.

Ein weiteres Problem wurde durch die Stromausfälle deutlich. Am 17.3.2017 gab es einen 5-stündigen Ausfall (2:44-7:30 Uhr) im Berliner Süden. Ca. 35.000 private Haushalte und etwa 1.500 Gewerbebetriebe waren betroffen. Ein Betroffener Leser des Sicherheits-Berater berichtete der Redaktion, dass zu dieser Zeit USV- und Serverwartungen im RZ stattfanden. Die USV war aber noch nicht abgeschaltet. Wie der Teufel es wollte, hatten die Gewerke um 2:30 eine Teambesprechung im Sitzungszimmer außerhalb des RZ. Als der Strom ausfiel wollten sie schnell in den Raum des Notaggregats, das offensichtlich nicht angesprungen war, um es händisch zu starten. Die Zutrittskontrolle klappte nicht. Da die Tür aber auch – wenn auch unter Alarmgabe via Rückmeldekontakt mit einem Schlüssel geöffnet werden konnte, wurde der Werkschutz aufgefordert, schnell mit den Hauptgruppenschlüssel auszuhelfen. Nach Murphy tritt das ein, was eintreten kann. Der externe Wachdienst (ein Aushilfsmitarbeiter) wusste nicht Bescheid, wie er an den Schlüsseltresor kommt. Die 14 Minuten der USV liefen ab und nichts ging mehr.

Der Sicherheits-Berater weiß nicht, kann es nur erahnen, wie vielen Betroffenen es ähnlich ergangen sein mag.

Maßnahmen:
  1. Unter Kritis-Aspekten ist es ein Unding, dass Feuerwehren durch einfachen Stromausfall handlungsunfähig werden. Das liegt daran, dass
    • auch bei der Planung von FW-Wachen die Vergabe nach dem Preis des Planers erfolgt,
    • die üblichen Planungsbüros wenig Spezialerfahrungen haben und dazu neigen „Planung wie immer“ zu betreiben,
    • Lastenhefte (wenn sie den erstellt werden) den Sicherheits- und Verfügbarkeitsbedarf nicht widerspiegeln, denn sie werden zumeist von der Institution selbst erstellt und unterliegt oft dem psychologischen Phänomen des Vergessens von Selbstverständlichkeiten. Dazu zählt dann auch schon einmal das Vergessen, dass man ein Tor auch ohne Strom aufmachen können müsste.
    • Schutzzieldefinitionen und Gefährdungsanalysen existieren nicht oder nur unvollständig.
    • Probleme werden einfach nicht zu Ende gedacht, denn man denkt nicht in Störungsszenarien.
    • Zudem gibt es selbst bei Feuerwehren oft keine Härtetests, bei denen solche Szenarien umfassend ausgetestet werden. Man beschränkt sich bestenfalls auf die Leitstelle und ihre Verfügbarkeit, ihr Backup oder ihre Umschaltmöglichkeiten auf Leitstellen benachbarter Wehren.
  2. Viele Feuerwehren wurden in den letzten Jahren saniert, umgebaut und erweitert. Sie bekamen auch neue Tore. Der Hersteller liefert, was bestellt wurde. Selten macht er eine Beratung, woran auch noch zu denken sei. „Ein Stück Tor“ – das ist es!
  3. Kommen wir zu dem Unternehmen, das seinen Diesel nicht starten konnte. Man räumte ein, dass man die Probeläufe etwas vernachlässigt hatte.
  4. Organisatorische Tests, wie schnell kommt man an den Schlüssel, um das Zutrittskontrollsystem (ZKS) zu überspielen, hatte es nicht gegeben und die Einweisung einer Vertretung in der Werkschutzzentrale hatte nicht stattgefunden.
  5. Das wird man ändern und auch noch einen zusätzlichen Schlüsseltresor im RZ installieren, dessen Verschluss ähnlich funktionieren wird wie ein Feuerwehrschlüsselkasten. Dieser hat zwei Klappen. Die eine kann geöffnet werden, wenn es einen Alarm gibt (hier dann einen Stromausfall), die andere mit einem Schlüssel, der für den diensthabenden Mitarbeiter schnell erreichbar ist.
  6. Aber das ZKS hat ein Planungsversäumnis – einen planerischen Anfängerfehler: Die Controller, an denen üblicherweise mehrere ZKS-gesteuerten Türen eines Bereichs aufgelegt werden, müssen batteriegepuffert sein.
  7. Härtetests sind unerlässlich. Sie müssen auch wiederholt werden. Jeder Betrieb lebt und unterliegt manchmal nur marginalen Veränderungen, Reparaturen oder Verbesserungen. Sie können sich fatal auswirken. Daher sollte man sich eine Datenbank von Testszenarien aufbauen, die immer weiter ergänzt und wiederholt abgearbeitet wird. Nur Übung macht den Meister. Nur Tests bringen verlässliche Erkenntnis über verlässliche Funktionen.
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Notstromversorgung


  • Stromausfall legte den Flugverkehr in Belgien lahm.
  • Eine öffentliche Dienststelle verfügt über ein Notstromaggregat. Irgendwann wurde aus Kostengründen die Betreuung an eine externe Firma ausgelagert. Eines Tages kommt es zu einem lokalen Stromausfall. Natürlich zur besten Kundenzeit. Das Notstromaggregat springt nicht an. Der Stromausfall dauert länger, die Firma wird alarmiert. Nach einiger Zeit kommt auch ein Firmenmitarbeiter und findet rasch die Ursache: ÜberlastNach Entfernung von Verbrauchern springt das Notstromaggregat auch an.Wie kam es zu dieser Überlast? Nachdem es sich um ein altes Gebäude handelt, das schlecht isoliert ist, waren die Heizkosten zu hoch. Daher wurde die Raumtemperatur abgesenkt. Daraufhin nahmen die Mitarbeiter Heizstrahler mit, um wieder eine behagliche Wärme zu schaffen. Diese Heizstrahler wurden auch an notstromversorgten Steckdosen angesteckt, was zur Überlast führte.Periodische Notstromtests (etwa alle Monat) hätten den Fehler aufdecken können. Sie führen unter realistischen Bedingungen dazu, dass Mängel rechtzeitig erkannt und behoben werden und es zu keiner Kumulation von Fehlern kommt! Dennoch muss auch mit unerwarteten Ereignissen gerechnet werden, wie etwa 2011 bei der Berliner S-Bahn. Daher sollten derartige Tests entsprechend vorbereitet und mit steigernder Intensität begonnen werden.
  • Stromaggregat hat nicht funktioniert, weil Hauptmaschinist nicht da war, Ersatz war nicht vorbereitet. Übung wurde immer bei Leerlast gemacht; bei Volllast hat es nicht funktioniert. à 45’ kein Strom im Krankenhaus. Ursache war Stromkabelschaden durch Grabarbeiten, es gab keine Zweitanspeisung.
  • Beispiel aus der Weststeiermark nach Sturmschäden: Viele Gehöfte hatten sehr hohe Schäden an vorhandenen elektrischen Geräten durch Notstromaggregate, welche mittels Kabelverbindung zwischen Notstromaggregat und Steckdose die Eigenstromversorgung für die Liegenschaft durchführten. Genau das droht, wenn ohne professionelle Vorbereitung kurzfristige Improvisationen durchgeführt werden!
  • Immer wieder ergeben sich im Austausch mit verschiedenen Akteuren neue Blickwinkel und mögliche Probleme, aber auch Lösungen. Wie etwa bei einem Gespräch über die Notstromversorgung, wo die Teilnehmer plötzlich erkannten, dass die vorhandenen mobilen Notstromaggregate erst vor der Ausfahrt bei der nicht notstromversorgten Tankstelle betankt werden müssen. Diese Maßnahme war aufgrund eines mehrfachen Treibstoffdiebstahls aus den abgestellten Notstromaggregaten notwendig geworden. Im Normalfall kein Problem, bei einem Blackout fatal. Daher ist die persönliche Kommunikation und das Durchspielen der entscheidenden Prozesse bei der Blackout-Vorbereitung ganz entscheidend. Nicht auf das verlassen, was schon irgendjemand gemacht haben wird (oder gemacht haben könnte bzw. müsste), oder wofür schon jemand zuständig sein wird, sondern harter Faktencheck. Sonst wird es im Ernstfall zu bösen Überraschungen kommen.
  • Die Berliner Feuerwehr ist gerade dabei, zwei große Wachen über Generatoren mit Strom zu versorgen. Die Einsatzkräfte können derzeit nicht ausrücken, weil sich die Hallentore ohne Stromversorgung nicht öffnen lassen. Das soll zeitnah behoben sein. Immerhin seien mehrere Aufzüge in den Wohngebieten stecken geblieben, Menschen warten dort auf Hilfe. Quelle: www.mopo.de
  • Große Hektik hatten hingegen die Verantwortlichen in der Goldberg-Klinik. Zunächst war Geschäftsführerin Dagmar Reich davon ausgegangen, dass das Notstromaggregat im ganzen Haus angesprungen war. Wie sich kurz nach 17 Uhr herausstellte, sei dies aber nicht der Fall gewesen. Dennoch hatten sie, die Dame vom Empfang oder Dr. Michael Reng von der Notaufnahme und viele andere alle Hände voll zu tun. Von außen kamen Anfragen, ob Menschen, die beatmet werden müssen, ins Krankenhaus verlegt werden können. Innen galt es die Kommunikation zu koordinieren. Denn tragbare und Festnetztelefone sowie PCs hatten ausgesetzt. Quelle: www.mittelbayerische.de
  • So seien die Vorräte "im Normalfall über Systeme der Informationstechnik gesichert", heißt es in dem Bericht. Wenn sich der Treibstoff aber aus dem Lager pumpen lässt, auch wenn die Computer nicht laufen - wie kommt er ans Ziel? In Frage kommen aus Sicht der Katastrophenschützer vor allem Heizöl-Laster oder Tankwagen, die normalerweise Baustellen versorgen. Problem: Viele dieser Lkw sind mit einer "IT-gestützten Diebstahlsicherung geschützt, die eine Auslagerung des Produkts ohne Verifikation verhindert", schreiben die Experten. Sprich: Der Tank lässt sich zwar leicht befüllen, aber bei Serverausfall schwer entladen.Hinzu kommt der menschliche Faktor. So empfiehlt das Bundesamt, in jedem Kreis mindestens eine Tankstelle zu benennen, die im "Ereignisfall" Kraftstoffe abgeben kann, also ein entsprechendes Notstromaggregat hat. "Zu beachten ist, dass eine rein technische Ausstattung nicht ausreicht", heißt es dazu. "Wichtig ist, dass ausreichend fachkundiges Personal für die Bedienung der Notstromanlage vorhanden ist." Auch empfiehlt das 116-seitige Papier, dafür Betriebstankstellen auszuwählen, wie sie Firmen und Behörden mit großen Fuhrparken unterhalten: Die sind meistens umzäunt und sicher vor Überfällen.Grundsätzlich sei das Szenario "unwahrscheinlich, aber plausibel" - die deutsche Stromversorgung gilt als eine der sichersten der Welt. Dennoch sei es wichtig, die Vorkehrungen schon jetzt zu treffen. "Es muss festgelegt werden, wer den Treibstoff vorrangig erhalten soll", sagt Unger. Schließlich werden sich um das Öl nicht nur Krankenhäuser und Wasserversorger rangeln, sondern auch Landwirte, Industriebetriebe, die Verwaltung. So empfiehlt die Behörde schon jetzt, auch in Ministerien "die wichtigsten Prozesse zur Sicherung des Dienstbetriebs" zu definieren. Quelle: www.sueddeutsche.de
  • Stromausfall legt auch Strafjustiz lahm: Im Gebäude des Strafjustizzentrums in der Nymphenburger Straße in München wurde es am Montag dunkel. Aus Sicherheitsgründen wurde das Haus geräumt. Grund ist ein Stromausfall in dem großen Gerichtsgebäude, der auch vom Notstromaggregat nicht aufgefangen werden konnte. Zu allem Übel sei auch noch ein Schalter des Notstromaggregats defekt. Quelle: www.abendzeitung-muenchen.de
  • li>Stromausfall in drei Rechenzentren: Nach einem durch ein Gewitter verursachten Stromausfall in drei Rechenzentren in Falkenstein kämpft der bekannte deutsche Webhoster Hetzner Online mit Problemen. Ein Teil der Server war nach dem Stromausfall nicht wieder normal hochgefahren, viele Kunden-Websites sind entsprechend betroffen. Nachdem es zu Spannungsschwankungen im örtlichen Netz von Falkenstein im Bundesland Sachsen gekommen war, gab es Probleme mit der Notversorgung im Rechenzentrum. Warum die USV (Unterbrechungsfreie Stromversorgung) nicht angesprungen ist, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Das Versagen der USV setzte dann einen Kreislauf in Gang: Einige Server starteten soweit bekannt ist nachdem der Strom wieder da war nicht automatisch neu - Hetzner blieb in großen Teilen offline. Dabei kamen nun die Verkettung unglücklicher Zufälle zum Tragen, denn nicht nur dass die Stromversorgung fehlerhaft lief - auch einige Server waren nachdem der Strom wieder da war nicht automatsch neugestartet und müssen von Hand gestartet werden. Quelle: winfuture.de
  • Transferwise, ein Anbieter für P2P-Geldtransfer-Services für Fremdwährungen, ist ausgefallen. Der Grund: ein Stromausfall in einem Rechenzentrum. Ein Teil der kritischen Infrastruktur von Transferwise werde in einem europäischen Rechenzentrum gehostet. Gestern gegen 10.30 Uhr habe dieses RZ einen "katastrophalen Stromausfall" erlitten, so der Blogeintrag. Eine Stromschwankung habe daraufhin einige Geräte zerstört, die ersetzt werden mussten. Nach dem Austausch und der Neukonfiguration der Geräte, habe man wieder auf die Systeme zugreifen und mit der Wiederherstellung beginnen können. Da man über ein grosses, verteiltes System verfüge, habe die Durchführung des kompletten Neustarts einige Zeit gedauert. Erste Services habe man um 18.30 Uhr wiederherstellen können und Debit-Card-Zahlungen seien kurz darauf wieder möglich gewesen. Gegen Mitternacht sei der Service vollständig wiederhergestellt worden, so der Blogeintrag. Quelle: www.inside-it.ch
  • Ein Stromausfall im Rechenzentrum lähmt die Zoll-Abfertigung. Ein Stromausfall im Rechenzentrum lähmt die Zoll-Abfertigung. Unter Pannen wie dieser leiden besonders solche Unternehmen, die ihre Lieferkette nach dem Prinzip "just in time" organisieren. Quelle: www.sueddeutsche.de
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Unzureichende Notstromversorgung / Übersicht


  • Da oft nur Teilsysteme mit Notstrom versorgt werden, besteht eine hohe Fehlergefahr. USVs werden rasch entleert … das System muss herunterfahren bzw. crasht
    Folgen: Raid 1 Verbund wird inkonsistent, ca. 3h Rebuilding Zeit, in dieser Zeit keine Prozesskontrolle
  • Feuerwehrleute haben in einem Gartenmarkt in Saarbrücken (Deutschland) zahlreichen Fischen und Reptilien das Leben gerettet. Dort war in der Nacht auf gestern der Strom ausgefallen. „Die Notstromversorgung über Batterien war auch schon aufgebraucht, aber die Stromversorgung war noch nicht wieder hergestellt“, erläuterte ein Sprecher. „Viele der im Markt zum Verkauf stehenden Fische und Reptilien waren deshalb in Lebensgefahr, da ohne Strom die lebensnotwendigen Systeme wie Pumpe und Heizung natürlich nicht mehr funktionieren.“ Ein Feuerwehrfahrzeug versorgte per Aggregat erst die allernotwendigsten Systeme mit Strom. Danach legten Experten eine Leitung zu einem noch größeren Aggregat der Einsatzkräfte. Quelle: orf.at
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Defekte Pufferbatterien


Alarmanlagen gehen los, da die Pufferbatterien zu schwach sind.
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Defekte Netzteile


Netzteile von PCs, Power over Ethernet (PoE), Netzwerkkomponenten, Steuerungen, etc. fallen aus. Folgen: Vorrat an Netzteile geht aus. Hier besteht eine besonders hohe Gefahr, dass es nach einem Blackout zu massiven Ersatzteilproblemen kommt (Gleichzeitigkeitsbedarf!!) und daher Infrastruktur- und Produktionssysteme nicht hochgefahren werden können!
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USV Versagen/defekt


Aus Kostengründen wird die Wartung der USV-Anlagen für eine wichtige Verkehrssteuereinrichtung ausgesetzt. Bei einem lokalen Stromausfall versagen die USV und es kommt zu erheblichen Verkehrsbehinderungen.

Man hat verabsäumt, die USVs vor den elektrischen Überprüfungen zu warten …
Folgen: Bei der FI-Wartung legt man die Produktionssysteme lahm
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USV leer


Da vergessen wurde, alle Verbraucher bzw. auch die USV abzuschalten.
Folgen: Stillstände wegen Ladezeiten, beim Anlauf der USV fallen die Sicherungen weil zuviel Strom gezogen wird
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USV falsch verwendet


Immer wieder wird bei (lokalen) Stromausfällen festgestellt, dass Steckdosenleisten/Geräte falsch angesteckt sind und es dadurch keine USV-Versorgung für kritische Systeme gibt. Siehe auch Steckdosenfarben
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Leere Computer BIOS Batterie


Folgen: Office PC können sich im Netzwerk nicht mehr anmelden, da die Systemzeit nicht mit der PC-Zeit übereinstimmt.
Fallweise wird dann erkannt, dass auch manche Office Anwendungen für die Produktion sehr wichtig sind.
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Akkus überladen


Eine Organisation hält Satellitentelefone für Krisenfälle vor. Bei einem tatsächlichen Einsatz fallen diese aber bereits nach kurzer Zeit aus.

Ursache: Die Satellitentelefone wurde für die Einsatzbereitschaft permanent geladen/steckten in der Ladestation. Dadurch kam es über die Zeit zu einer Überladung der Akkus und zum Defekt. Die periodischen Funktionskontrollen dauerten aber nur wenige Minuten, womit dieser Defekt erst im Einsatz aufgefallen ist.

Hinweis: Dieses Problem entsteht auch in vielen anderen Bereichen. Besonders gefährdet sind Handfunkgeräte von Kommandanten, die nicht so oft im Außeneinsatz sind und daher das Funkgerät permanent laden.

Kommentare: Handfunkgeräte durchrotieren lassen wird zunehmend problematischer, weil im Zuge der Digitalisierung (z.B. bei Tetra) die Geräte teilweise personalisiert werden.
Abhilfe können nur intelligente Ladegeräte bringen, die meist aus Kostengründen entfallen. Oder Akkus regelmäßig mit anderen in Betrieb befindlichen Geräten tauschen. Wolf Höller

Man darf nie erwarten, dass Geräte, Anlagen oder Abläufe, die nicht laufend im Alltag verwendet werden, in einem Ernstfall funktionieren. Auch punktuelle Übungen, können dieses Problem in der Regel nicht beheben. Daher befolgen moderne Konzepte zunehmen die Regel, "Keine toten Systeme" ( (c) Land Vorarlberg!?) und sehen redundante Parallelanlagen/-abläufe vor, die auch im Normalbetrieb laufend Anwendung finden. Hermann Bühler
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Sonstige Meldungen


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Telekommunikation


Zappenduster war es Dienstagabend zwischen 21.18 Uhr und 21.32 Uhr in mehreren Stadtteilen Potsdams. Noch über zwei Stunden nach der Unterbrechung der Stromversorgung hatten Kunden des TV- und Telefon-Anbieters Telecolumbus mit Einschränkungen zu kämpfen. „Mehrere 10 000 TV-Kunden waren betroffen ebenso wie mehrere 1000 Internet- und Telefonkunden“, erklärte Pressesprecher Hannes Lindhuber. Da die Zentrale des Anbieters vor Ort selbst Opfer des Stromausfalls war, mussten die Kunden bis kurz vor Mitternacht warten, um wieder telefonieren und im Internet surfen zu können. „Um halb zwölf konnten wir unsere Modems wieder hochfahren“, sagte Lindhuber. Quelle: www.maz-online.de

Ein wichtiger Hinweis auf die Einschätzung, dass es nach einem Blackout wahrscheinlich Tage dauern wird, bis die Telekommunikationsversorgung wieder weitgehend funktionieren wird. Je länger der Stromausfall dauert bzw. je großflächiger dieser ist, desto größere Folgewirkungen im Telekommunikationssektor sind zu erwarten. Nicht linear, sondern exponentiell! Dieser Faktor wird leider häufig unterschätzt und damit auch die Auswirkungen auf die gesamte (Lebensmittel-)Versorgung.

Sonstige Erfahrungen
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WHO - Ebola Bekämpfung


"... war nicht vorbereitet auf einen Ausbruch dieser Größenordnung, der soweit verbreitet, so schwerwiegend und so komplex war ... Doch viele Probleme waren hausgemacht ... zu spät gehandelt ... krass unterschätzt ... solche Defizite liegen auch an den Strukturen, die einer dringenden Reform bedürfen ...

Konsequenzen 5-Punkte-Plan: Besseres Krisenmanagement, schlankere Strukturen, bessere Kontrollmechanismen, eine Aufstockung von Experten und einen 100 Millionen Dollar Krisenfont"

Leider erfolgen solche Erkenntnisse immer erst im Nachhinein und immer nur für das gerade erlebte Ereignis, obwohl sich die Erkenntnisse auf viele anderen Bereiche auch übertragen lassen.
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Chemiewerk


Im Falle eines Blackouts fährt die gesamte Dow-Anlage in Böhlen herunter, viele Dinge, für deren Herstellung hier die Grundstoffe hergestellt werden, können dann knapp werden. Ein Ab- und wieder Anschalten der Anlage würde außerdem geraume Zeit in Anspruch nehmen. Quelle: www.lvz.de
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Bahnverkehr

Fahrgäste saßen in Deutschland stundenlang in ICE fest: Weil ihr ICE wegen eines Oberleitungsschadens liegen geblieben war, mussten Fahrgäste bei Worms (Deutschland) mehrere Stunden in dem Zug ausharren. Der ICE von Dortmund nach München sei gegen 19.20 Uhr in der Nähe einer Rheinbrücke zum Stehen gekommen. Die Evakuierung des Zuges habe bis spät in den Abend gedauert, weil der Brückenbereich nicht einfach zugänglich sei. Erst gegen kurz nach Mitternacht seien alle Passagiere in den zweiten Zug umgestiegen. Quelle: orf.at
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Gesundheitsversorgung/Pflege


Lokaler Stromausfall, 5:30 Stunden: Eine Bewohnerin konnte aufgrund des Stromausfalls in ihrem Pflegebett nicht mehr versorgt werden. Die Einsatzkräfte stellten mit Hilfe eines Stromerzeuger die weitere Versorgung sicher. Quelle: www.feuerwehr.de
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Automotiv


Stromausfall bei BMW Regensburg: Einen Tag nach dem Stromausfall bei BMW Regensburg dem einstündigen Stromausfall beim BMW Group Werk Regensburg lief die Produktion wieder auf Hochtouren. Dennoch: Der Rückstand konnte bis Dienstag noch nicht aufgeholt werden. Zu groß sind die Auswirkungen auf das Werk, in dem alle 57 Sekunden ein Auto vom Band rollt. „Die Produktionsschritte im Karosseriebau, der Lackiererei und der Montage sind bei uns fein aufeinander abgestimmt.“ So muss beispielsweise der Karosseriebau stets so viel vorproduzieren, dass es auch etwas zu lackieren gibt. Dieses ausgeklügelte System hat der Stromausfall gestört. Nachdem das Band abrupt stoppt und zum Beispiel ein Roboter in einer bestimmten Bewegung „einfriert“, sei es auch wichtig, die Produktion später wieder sorgfältig hochzufahren. Das geschehe nicht nur aus Qualitäts-, sondern auch aus Sicherheitsgründen. Die Krux in diesem speziellen Fall war leider, dass sich einer der redundanten Trafos in Wartung befand, als der zweite unerwartet ausfiel. Quelle: www.mittelbayerische.de
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Kleine Ursache, große Wirkung: Langwieriger Wiederanlauf


  • Tagelanger Stillstand der Shell-Anlagen nach dem massiven Stromausfall: Die Anlagen können erst langsam wieder hochgefahren werden. „Weil durch den spontanen Stromausfall die normalen Abfahrprozeduren nicht eingehalten werden können, hat dies auch Auswirkungen auf das Wiederanfahren der Anlagen“ - siehe Folgenschwerer Stromausfall – ein Beispiel von vielen!
  • Am Donnerstag kurz nach 5 Uhr kam es zu einem Stromausfall bei den Wieland Werken in Vöhringen und in Teilen von Senden. Nach bisherigen Erkenntnissen sei ein Überschlag an einem Isolator an der 110.000-Volt-Hochspannungsleitung zwischen Dinkelscherben und Gessertshausen die Ursache gewesen. Aufgrund der entstehenden Überspannung sei es zu einem Defekt im Umspannwerk Senden gekommen. Sofort habe die Netzleitstelle in Augsburg auf andere Leitungen umgeschaltet. So sei Senden schon um 5.12 Uhr und Wieland um 5.20 Uhr wieder am Netz gewesen. „Das hatte schon eine Dimension für uns“, sagt Christine Schossig, Pressesprecherin der Wieland Werke. Die werkeigenen Systeme hätten um 5.07 Uhr einen Spannungsabfall von 55 auf 10 Megawatt registriert. Bedeutet etwa für die Gießerei: Die Öfen stehen still, beim eingesetzten Material kann die Qualität nicht  garantiert werden, es wanderte direkt ins Recycling. „Das ist Ausschuss für uns“, erklärt Schössig. Zwar sei nach etwa 20 Minuten der Strom wieder voll da gewesen, aber bis die Öfen wieder hochgefahren waren, seien sechs Stunden vergangen. Schössig spricht von einem „deutlichen Produktionsausfall“. Quelle: www.swp.de
  • Auslöser der Misere war der Stromausfall, der am Montagmorgen ab 7 Uhr Teile der Innenstadt lahmgelegt hatte.  Es war nach einem Baggerbiss in ein Mittelspannungskabel zu einer Kettenreaktion  und Folgeschäden im Stromnetz gekommen. Zwar konnte die Energieversorgung Filstal die Stromversorgung in den meisten Gebieten ein paar Stunden später wieder herstellen, doch beim Hochfahren versagte in der Kaufhof-Filiale ein sogenannter Leistungsschalter an der Übergabestelle, wie  Kaufhof-Filialleiter Benedikt Wiegel berichtete. Glücklicherweise seien die Kühltruhen so ausgelegt, dass gefrorene Ware bis zu zweieinhalb Stunden ohne nennenswerten Temperaturanstieg aufbewahrt werden kann, berichtet der Geschäftsführer. Deshalb sei kein Schaden entstanden. Hätte der Stromausfall aber eine Stunde länger gedauert, wäre  die Firma verpflichtet gewesen, die Kühlware in Containern zu entsorgen. Quelle: www.swp.de
  • 30 Minuten Stromausfall: In den Privathaushalten war das Thema wegen der relativ zügigen Wiederherstellung der Stromversorgung fast überall schnell erledigt. Anders verhielt es sich bei etlichen Unternehmen mit komplizierteren elektrischen und elektronisch gesteuerten Anlagen - so eben bei Audi und da und dort auch bei anderen hoch technisierten Firmen, zum Beispiel im benachbarten Güterverkehrszentrum. Beim Automobilhersteller standen für eine runde Stunde nicht nur alle Bänder still, sondern auch der Neustart etlicher digital gesteuerter Prozesse war nach Ende des Stromausfalls nicht überall sofort und problemlos möglich. Tausende Mitarbeiter mussten eine Zwangspause einlegen. Quelle: www.donaukurier.de
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Gasversorgung


Die Systeme der Gaspipeline Nord Stream werden nach einem Stromausfall in der Nacht auf Samstag wieder in Betrieb genommen. „Derzeit suchen wir noch nach der Ursache für den Stromausfall. Wir arbeiten an der Beseitigung der Störung“ Aufgrund eines Stromausfalls in der Nacht auf Samstag soll die Gasversorgung über die Nord Stream-Pipeline für eine Weile unterbrochen und später wieder sichergestellt worden sein. de.sputniknews.com
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Hebeanlagen im Privatbereich


Ein Thema, das mich auch schon länger beschäftigt, sind Hebewerke. Ich habe mich gefragt, was passiert, wenn die Wasserversorgung funktioniert, aber ein möglicherweise vorhandenes Hebewerk, das die Hausabwässer in den Kanal pumpt, nicht. Ich konnte dazu einen Spezialisten eines großen Herstellers befragen. Die Antworten waren wenig erfreulich. Es gibt zwar viele Anlagen, die eine Rückstauklappe haben, um einen Rückstau aus dem Kanal und damit das Eindringen in den Wohnraum zu verhindern, aber es gibt so gut wie keinen Schutz, wenn das Abwasser nicht abgepumpt werden kann. Außer, kein Abwasser zu produzieren. Aber dazu muss man sich dessen erst einmal bewusst sein. Es gibt zwar Warneinrichtungen. Diese sind aber in der Regel nicht notstromversorgt. Und wie soll man die Hausverwaltung verständigen, wenn die irgendwo anders sitzt und kein Telefon mehr funktioniert? Hier wird es für viele Menschen eine sehr böse Überraschung geben. Denn das Abwasser kommt dann im Keller oder spätestens in den Erdgeschosswohnungen aus dem WC oder sonstigen Abflüssen! Alleine in Österreich gibt es wahrscheinlich an die 200.000 Hebeanlagen im Privatbereich. Zudem gibt es rund 10.000 Hebeanlagen mit Fettabscheider, vor allem im Gastronomiebereich. Rund 80% davon sind wahrscheinlich rückstaugefährdet. Nur ein Bruchteil davon hat erfahrungsgemäß eine Absicherung. Hebeanlagen im öffentlichen Kanalnetz sind ein weiteres Thema. Aus der Untersuchung in Feldbach wissen wir, dass ohne einer entsprechenden Vorsorge binnen 24 Stunden rund 400 Keller mit Abwässer aus dem Kanalsystem geflutet würden.
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Sendemasten laufen zum Teil mit Notstrom


Außerdem mussten Netzteile ausgetauscht werden, die durch Stromausfälle defekt wurden.
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Wahrscheinlichkeit 0,001 Prozent


Die rund 110.000 Bewohner und Bewohnerinnen des kleinen Südseekönigreichs Tonga haben nach zwei Wochen Zwangspause endlich wieder Zugang zum Internet. Das Land war praktisch komplett vom weltweiten Netz abgeschnitten, nachdem das einzige unterseeische Glasfaserkabel vor zwei Wochen aus unbekannten Gründen gerissen war.

Der Vorfall in Tonga zeigt, wie abhängig viele Unternehmen von funktionierenden Unterseekabeln sind. Regierungssprecher Senituli räumte Schwierigkeiten seit dem Ausfall ein: „Viele Unternehmen hatten vor allem in den ersten Tagen große Probleme. Die Leute haben nicht gedacht, dass es dazu kommen würde.“ Man habe dem Land nämlich stets versichert, dass die Wahrscheinlichkeit eines Ausfalls bei 0,001 Prozent liege. „Das hat sich wohl als falsch erwiesen“, so Senituli. Quelle: orf.at

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Stromausfall: Besorgte Bürger legen Polizei-Notruf lahm


In Binningen fiel am Montagabend eineinhalb Stunden lang der Strom aus.

Hochbetrieb herrschte während des Blackouts auf der Notruf-Zentrale der Baselbieter Polizei. Rund 150 Anrufe gingen aus Binningen ein. Es habe sich jedoch bei keinem der Kontaktaufnahmen um einen Notfall gehandelt, sagt Polizeisprecher Adrian Gaugler auf Anfrage der bz. «Es war niemand im Lift stecken geblieben oder etwas in dieser Art.» Stattdessen hätten die Anrufer der Polizei den Stromausfall mitteilen wollen, oder sie seien neugierig gewesen über dessen Ursache.

Nicht alle technischen Geräte fielen aus während des Unterbruchs. Bei nicht-digitalisierten, analogen Festnetz-Apparaten war das Telefonieren weiterhin möglich. Ob die Mobilfunk-Sendemasten ebenfalls ohne Saft waren, kann die EBM so nicht beurteilen.
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Notstromversorgung Krankenhaus


  • Durch den plötzlichen Ausfall seien mehrere medizinische Geräte ausgefallen, da es zehn bis 15 Sekunden gedauert habe bis die Notstromversorgung stand.
  • Auch ein wichtiges Kommunikationssystem, mit dem Mitarbeiter in Großlagen ins Haus gerufen werden, hat zumindest zeitweilig versagt.
  • Zudem mussten Mitarbeiter bei Kühlung wichtiger Medikamente improvisieren, da nicht alle Kühlschränke an den entsprechenden Steckdosen für den Notstrom hingen.
  • Klinik-Sprecherin Romina Rochow bestätigte, dass es einige anfällige Netzwerkteile zerstört worden seien sowie ein Monitor auf einem Stationszimmer.
  • Das hauseigene Notstromaggregat habe – allerdings mit kleineren Ausfällen und Spannungsschwankungen – zunächst sieben Stunden genügend Strom produziert, fiel dann aber für zwei Stunden aus.
  • Daher hatte der Krisenstab auch die Verlegung von 23 Intensiv-Patienten aus dem Klinikum organisiert.
  • Diese mussten, da die Fahrstühle nicht funktionierten, samt angeschlossener Geräte durch das Treppenhaus getragen werden.
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Weitere Erfahrungen aus dem Berliner Stromausfall


  • Die Tiefkühlware wurde nach dem Blackout aus den Regalen und Truhen der Märkte genommen und entsorgt. „Wir können die Ware nicht einfach an die Berliner Tafel abgeben, weil die Kühlkette unterbrochen wurde“. Anmerkung: Gäbe es einen Blackout-Vorsorge-Plan, müssten möglicherweise (über)lebenswichtige Lebensmittel im Fall eines Blackouts nicht entsorgt werden. Das wäre dann absoluter Wahnsinn!
  • Bäckerei: Die Teiglinge und das Tiefkühlobst aus der Kühlung und den Kühltruhen mussten sie wegschmeißen. 2.000 bis 2.500 Brötchen werden in dem Familienbetrieb täglich gebacken.
  • So installierten die Johanniter zum Beispiel mit 70 Leuten einen mobilen Betreuungsplatz für 500 Menschen, um notfalls Bewohner von Pflegeeinrichtungen aufnehmen zu können.
  • THW: 60 Kräfte aus fast allen Berliner Ortsverbänden und aus Eberswalde waren in Köpenick im Einsatz – neben den Krankenhäusern verkabelten die Helfer auch ein Seniorenwohnheim und installierten im Stadtteil ein paar „Leuchttürme“, also Scheinwerfer. Anmerkung: Hier waren rund 100.000 Menschen betroffen. Berlin hat aber 3,5 Millionen Einwohner + Pendler + Touristen!
  • Feuerwehr: Auf den Wachen gibt es keine eigenen Notstromaggregate. Notstromaggregate für alle Wehren in der Stadt vorzuhalten, sei derzeit kaum möglich.
  • Rotes Kreuz: „Wir können von Glück sagen, dass es nicht länger gedauert hat“, sagt der Katastrophenschutzbeauftragte des DRK, Hardy Häusler. Berlin habe den Katatstrophenschutz „seit vielen Jahren kaputtgespart“. Nach den Vorgaben für den zivilen Katastrophenschutz müsste ein Prozent der Bevölkerung im Notfall versorgt werden können, das wären in Berlin rund 37000 Menschen. „Wir können aber nur maximal 3500 Menschen mit Essen versorgen“
  • Wasserversorgung: Die Berliner Wasserbetriebe sichern auch ohne Stromversorgung zu, dass alle Berliner mit Trinkwasser versorgt werden – bis zur Traufhöhe. Darüber sind die Hauseigentümer zuständig, die Pumpen per Notstromversorgung in Betrieb zu halten. Fehlt die, müssten die Mieter in den oberen Etagen sich eben auf die Nachbarschaftshilfe der unteren verlassen, sagt Stephan Natz von den Wasserbetrieben. Schwieriger ist es, das Abwasser wegzuschaffen. Kleinere Pumpwerke fallen ohne Strom einfach aus. Dann behilft man sich mit Tankwagen, die die Kanäle absaugen, das habe in Köpenick gut funktioniert, sagt Natz.
  • Computerschäden: Zudem sei ein Computer durch den plötzlichen Stromausfall beschädigt worden.
  • Man lerne aus dem Stromausfall, etwa, dass man eine öffentliche Essensversorgung sehr frühzeitig anschieben müsse, dafür brauche das DRK mindestens einen halben Tag an Vorbereitung.
  • Bereits teilevakuiert wurde Pretz zufolge am Abend eine Pflegeeinrichtung in der Wendenschloßstraße. Dort mussten Patienten in andere Einrichtungen und Krankenhäuser verlegt werden, weil sie abhängig von Beatmungsgeräten sind, die mit Strom arbeiten.
  • Wegen des Stromausfalls funktioniert die Alarmanlage nicht, auch lässt sich das Rollgitter vor den Schaufenstern nicht runterlassen.
  • Vor der Stadt-Apotheke von Susanne Mackeldey stehen Kühlboxen aus Styropor, befüllt Insulin und anderen verderblichen Medikamenten. Die Inhaberin hat sie vor den Laden gestellt, wo es etwas kühler ist als drinnen. Weil die Automatiktür nicht funktioniert, bedient Mackeldey durch die Notdienst-Klappe
  • Denn auch der Kommissionier-Apparat ist auf Strom angewiesen, auf die Medikamente im Lager hat die Apothekerin keinen Zugriff. Nur, was in den Regalen steht und ein Preisetikett trägt, kann Mackeldey verkaufen.
  • Die Kuchen und Torten in der ausgestöpselten Kühltheke muss sie nun wegwerfen.

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    Mehrtägiger Wasserausfall


    Bei 7.000 betroffenen Bürgern von Kreuztal blieben im Oktober 2018 die Wasserhähne aufgrund eines Rohrbruches in der Transportleitung trocken. Schäden wären bei schnellerer Information vermeidbar gewesen. Lautsprecherdurchsagen werden überschätzt. Jeder zweite Befragte hatte den Ausfall selber bemerkt. Für einige war es zu spät. Zweidrittel der Befragten gaben an, dass mit einer anderen Kommunikation ihre erlittenen Schäden vermeidbar gewesen wären. Sie hätten sich rechtzeitig vorbereiten können, zum Beispiel in dem sie Wasservorräte angelegt hätten. Dreiviertel der Befragten zeigte sich unzufrieden mit der Schnelligkeit der Benachrichtigung. Vier von zehn waren dabei sogar sehr unzufrieden. Nur zwei Personen hatten die Lautsprecherdurchsagen gehört. Das Lokalradio spielte bei der Erstinformation eine weniger bedeutende Rolle. Nur jeder Neunte nannte den Rundfunk als Quelle für die Nachricht, dass die Hähne trocken bleiben werden. Internet und Zeitung teilten sich die verbleibenden sechs Prozent.
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    Blackout in Venezuela (mehr als 3 Tage)

    • Bereits im Februar hatten Mitarbeiter des Wasserkraftwerkes, dessen Ausfall für den Blackout hauptverantwortlich ist, auf die katastrophalen Zustände in der Firma hingewiesen. Vandalismus, fehlende Investitionen und Wartung hätten dafür gesorgt, dass die Stromversorgung gefährdet sei.
    • An den Tankstellen standen Menschen Schlange, um Treibstoff für Stromgeneratoren zu bekommen. Einige zweigten Benzin aus ihren Autos ab.
    • Im Universitätsklinikum in Caracas starb eine Frau, nachdem ihr Beatmungsgerät aufhörte zu arbeiten.
    • Vor dem größten Leichenschauhaus in Caracas hing fauliger Verwesungsgeruch in der Luft, weil die Kühlanlagen versagten.
    • Auf dem internationalen Flughafen von Caracas warteten hunderte Menschen, darunter viele mit kleinen Kindern, auf eine Wiederaufnahme des Flugbetriebs. "Wir sind seit gestern hier, ohne Essen und ohne Toiletten, weil die geschlossen sind".
    • In Caracas kam es zu einem Verkehrschaos.
    • In den Wohnhäusern fiel die Trinkwasserversorgung aus, weil das Wasser mit Hilfe elektrischer Pumpen verteilt wird.
    • Handel und Geldgeschäfte waren vielfach nicht mehr möglich, da die meisten Transaktionen elektronisch per Kartenzahlung erfolgen.
    • Mindestens 15 Dialyse-Patienten gestorben
    • Mindestens 17 Patienten starben in den Krankenhäusern des Landes
    • Bereits 80 Neugeborene im Universitäts-Krankenhaus in Maracaibo gestorben.
    • Zu den besonders Betroffenen gehörten beispielsweise Diabetiker, die angesichts des Mangels in Venezuela ohnehin schon um ihr Insulin kämpfen müssen und nun erleben mussten, wie dieses ohne Kühlung unbrauchbar gemacht wurde.
    • Das Problem sei von einem Brand der Vegetation um das Wasserkraftwerk herum ausgelöst worden. Demnach ging deswegen ein Teil der Turbinen vom Netz, teils wegen Überhitzung, teils wegen nachfolgender Überlastung. Danach sei es nicht gelungen, die Stromversorgung rasch wieder hochzufahren, denn es mangle an Personal mit den nötigen technischen Fachkenntnissen.
    • Ärzte mussten sich in den Nächten mit Mobiltelefonen Lichtquellen verschaffen.
    • Ich kann den Hunger ertragen. Als Erwachsene brauchen wir nur ein Glas Wasser. Aber was soll ein Kind tun?
    • Der Stromausfall wirkt sich massiv auf die Versorgungslage der ohnehin schon lange unter Lebensmittelknappheit leidenden Bevölkerung aus.
    • In Caracas gingen verzweifelte Menschen zum Kanal des verschmutzten Flusses Guaire, um Wasser zu holen.
    • In öffentlichen Kliniken gibt es kein Wasser und keine Nahrung. 
    • Durch die lange unterbrochene Stromversorgung nehmen Blutbanken große Schäden und Medikamente, wie jene für Diabetiker beispielsweise, verlieren ihre Wirkung.
    • Die fehlende Klimatisation begünstigt bei der momentan anhaltenden Hitze - in Teilen Venezuelas liegt die Temperatur tagsüber bei mehr als 30 Grad Celsius - zudem die Ausbreitung von Infektionskrankheiten.
    • The grid recovered almost as far a few days ago, then collapsed again
    • Venezuela has faced years of power instability since about 2009, including two major blackouts in 2013 and a power and water crisis in 2016. At times the blackouts were caused in part by weather conditions like El Niño, but overall they have established a pattern of poor planning, mismanagement, and lack of investment on the part of the government.
    • Every inductive load (induction motors) takes 6 times the normal running current to start each and every one. In terms of real and imaginary (complex) power components, the Load appears to be almost purely inductive with a Real component vector of nearly zero. Essentially, Generation must provide 6 times the power it was providing when the grid failed and that reserve simply doesn’t exist. So energizing a substation is an explosive event.
    • When the generator is connected to the load, it “sees” a reflected wave coming back to the generator that trips the overload safeties and causes the turbine/alternator to disconnect if the apparent power exceeds safe limits. If those safeties aren’t functional, the risk is an exploding substation, alternator, sheared turbine shaft, etc.
    • Weiterführende Erfahrungen sind auch auf Wikipedia zu finden
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    Melkroboter


    In Österreich gibt es rund 700 Melkrobotor
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    Elektrische Schiebetüren


    Wenn es sich um einen Fluchtweg handelt, geht die Tür bei Stromausfall automatisch auf und nie mehr (!) zu.
    Handelt es sich um keinen Fluchtweg, dann geht sie nie mehr auf (es sei denn, man entriegelt sie manuell und schiebt sie händisch auf).
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    Registrierkassenpflicht - unterschätzte Abhängigkeiten


    Sobald die Betankung an der Zapfsäule beendet ist, wird die Transaktion an das Kassensystem geleitet und die Zapfsäule automatisch gesperrt.

    Dann muss dieser “offene Betrag” einem Zahlungsmittel zugeordnet werden.
    Sobald die Transaktion “bar” abgeschlossen wird, versuchte das System über die Cloud einen QR-Code von Finanzonline zu generieren und diesen am Kassenbeleg anzudrucken. Erst wenn dieser Vorgang ordnungsgemäß abgeschlossen ist, kann die Zapfsäule wieder für die nächste Betankung frei gegeben werden.

    D.h. ohne Internetverbindung ist keine Freigabe der Zapfsäule möglich!

    Wir haben das System von Cloud auf offline umgestellt - ein fix angeschlossener USB-Stick generiert nun die QR-Codes und schickt sie bei der nächsten Netzverbindung zu finanzonline...
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    Stromausfall in Raffinerie


    Durch Unwetter sei es zu Schwankungen an der 220-kV-Hochspannungsleitung gekommen, in deren Folge die Uniper-Trafos in Scholven außer Betrieb gingen und einige Produktionsanlagen im Norden des Werks heruntergefahren werden mussten. Dies wiederum sorgte für die ausgeprägte Fackeltätigkeit, Lärm- und offenbar auch Geruchsbelästigung.

    Um 18.46 Uhr ging laut Amprion die Leitung wieder in Betrieb, so dass die Raffinerie damit beginnen konnte, die Anlagen wieder hochzufahren – ein Prozess, der ein paar Tage dauert und erneut mit Fackelschein und Lärm verbunden sein kann.

    Schließlich kostet das durch den Stromausfall notwendige Abfackeln das Unternehmen auch Millionen.
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    Firmen fürchten die Energiewende


    Vor allem aber brauchen die Maschinen ununterbrochen Strom: „Also, die modernen Systeme … Das ist eine Millisekunde und dann schalten die System ab.“ Sprich: Schon die geringsten, kaum spürbaren Schwankungen der Netzfrequenz führen zu Schäden, die Maschine bleibt stehen, das Papier reißt.

    „Gut, wenn wie jetzt hier eine Spannungsunterbrechung haben, hat das zur Folge, dass das Prozessleitsystem die Maschine sofort runterfährt. Die Maschine bleibt dann stehen, naja, wenn es vernünftig läuft, nichts großes ist, hat man nach anderthalb bis zwei Stunden die Maschine dann wieder komplett am Laufen.“

    Beim weltweit größten Aluminiumwalzwerk Alunorf in Neuss, können solche Ausfälle zu Schäden an den Maschinen führen.

    Automobilzulieferer: „Denn an erster Stelle brauchen wir im Millisekunden-Bereich Strom, damit unsere komplizierter werdenden Maschinen und Prozesse überhaupt laufen.“

    Man wolle und brauche mehr Digitalisierung, so Kirchhoff, aber: „Und jeder weiß, je digitaler die Prozesse sind, desto empfindlicher sind sie für Stromschwankungen. Da geht es jetzt nicht um, Sekunde, Licht an, aus. Nein, da geht es um viel kürzere Abstände, insofern ist Versorgungssicherheit für unsere sehr komplexen Industrieprozesse in der Chemie, aber auch im Maschinenbau, ist Nummer 1.“

    Ohnehin, so Kirchhoff, sei das ganze Thema hochkomplex – und in der Öffentlichkeit nur schwer vermittelbar: „Die meisten Menschen kennen die Zusammenhänge nicht, sie denken, der Strom kommt aus der Steckdose. Das ist scheinbar auch so, aber er muss auch zur Verfügung gestellt werden.“

    Normalerweise laufen die Maschinen fast das ganze Jahr durch, rund um die Uhr: „Wenn sie das Beispiel Weihnachten nehmen, brauchen wir da acht Stunden bis alles fertig ist und wir brauchen auch etwa acht bis zehn Stunden, um die Maschine wieder hoch zu fahren."
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    Kleine Ursache, große Wirkung


    17. Oktober 2016: Zwei gewaltige Explosionen erschüttern das Gelände der BASF in Ludwigshafen. Fünf Tote sind zu beklagen, vier Angehörige der Werksfeuerwehr, darunter der Einsatzleiter. Unter den 29 Verletzten sind sieben mit schwersten Verbrennungen und Knochenbrüchen durch die Wucht der Detonationen.

    Dennoch - Von der Opferzahl her ein Unfall wie viele. Schon außergewöhnlich ist die Höhe des Sachschadens: Am Unglücksort beziffert ihn die Staatsanwaltschaft auf zwei bis drei Millionen Euro.

    Exorbitant indes der wirtschaftliche Folgeschaden. Die BASF musste 24 von 200 Anlagen herunterfahren mit der Folge = Produktionsausfälle von mindestens 500 Millionen Euro. Der Generaldirektor des Verbandes „European Chemical Industrial Council (CEFIC)" bezeichnete den Vorfall als schlimmstes Unglück in Deutschland seit zwei Jahrzehnten, das sich sogar auf die Weltmarktpreise von Spezialchemikalien auswirkte. Im Nordhafen werden alle im Werk verwendeten Flüssigkeiten und verflüssigten Gase umgeschlagen - 2,6 Millionen Tonnen jährlich. So wird das anliegende Güterverkehrszentrum täglich von 3.600 Lastkraftwagen angefahren.

    Mutmaßlichen Verursacher des Desasters: Ein jetzt 64-jähriger Leiharbeiter. Eine geleerte Propylenleitung sollte stückweise zerlegt und ausgetauscht werden. Die Propylen- Pipeline liegt in einem Graben voller Leitungen. Sie ist markiert - so die BASF. Der Arbeiter - so die Anklage - hat mit seiner Flex aber das falsche Rohr erwischt. Er trennt mit seinem Winkelschleifer eine volle Versorgungsleitung. Ethylen-, Propylen- und Flüssiggasleitungen geraten nach mehreren Explosionen in Brand.
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    Symposium „Stromausfall in Berlin – Aus der Praxis für die Praxis“


    Lessons Learned vom Stromausfall in Berlin-Köpenick im Februar 2019
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    Kleine Ursache, große Wirkung


    Ein 20-minütiger Stromausfall hat bei einem Chemiepark einen Folgeschaden von 69 Millionen Euro ausgelöst.
    In vielen Produktionsbereichen bricht eine "Kette" auseinander, die wieder sehr aufwendig "zusammengeflickt" werden muss und eine erhebliche Zeit benötigt. Das wird leider völlig unterschätzt. Zudem funktioniert bei einem Blackout die Telekommunikation noch länger nicht/nur eingeschränkt.
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    Größerer Internetausfall durch Stromausfall


    Der Telekom-Konzern Magenta hatte am Mittwochvormittag in "Teilbezirken von Wien" mit einem Ausfall des Kabelnetzes zu kämpfen, wodurch Internet und Kabel-Fernsehen dort vorübergehend nicht genutzt werden konnten. Der Ausfall wurde gegen 12 Uhr wieder behoben.

    Der Ausfall sei durch einen Stromausfall verursacht worden. In einem weiteren Tweet gab Magenta an, dass die Bezirke 7, 8 und 14 bis 18 vom Ausfall des Kabelnetzes betroffen waren.

    "Es gab in der Früh einen kurzzeitigen Versorgungsausfall, bedingt durch technische Gebrechen", so eine Sprecherin. Der Ausfall ereignete sich gegen 7 Uhr am Morgen und dauerte im 7. Bezirk bis 8:10 Uhr an, im 15. Bezirk waren die Probleme ab 9:15 Uhr wieder behoben. Laut den Wiener Netzen waren knapp 1000 Haushalte betroffen.
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    Cyber-Sicherheit


    Nur drei Prozent der Cyber-Angriffe sind heute auf technische Schwachstellen zurückzuführen. 97 Prozent nutzen hingegen menschliche Unkenntnis und Nachlässigkeiten aus.

    Anmerkung: Das ist eine starke Vereinfachung, da es große Wechselwirkungen gibt. Nichtsdestotrotz zeigt es auch, dass wir vielleicht in die falschen Sicherheitsanstrengungen investieren.
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    Annual Report Telecom Security Incidents 2018


    A total of 157 telecom outages were reported by the 28 EU member states 2018.

    15% of the incidents involved a power cut, but incidents caused by power cuts account for 496 million user hours lost, i.e. more than half of the total impact.

    Powergrid dependencies are increasingly important for the EU’s telecom sector. Many incidents follow the pattern of natural phenomena (storm, wildfire, etc), power grid outage, communication service outage. Across the EU authorities and providers are working to address this issue, ensuring continuity with backup power supplies, addressing weaknesses, and developing other contingency measures.
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    Kleiner Erlebnisbericht zu einem längeren Wasserausfall


    Am Pfingstsamstag Abend klingelte es um genau 20.00h an der Haustür und die Wasserwerke kündeten an, daß wegen eines Wasserrohrbruchs in der Straße um genau 21.00h das Wasser abgestellt werden müßte und man schnell noch die Badewanne voll Wasser laufen lassen sollte. Da Pfingsten sei, wäre die Dauer des Rohrbruchs mit mindestens 24h anzusetzen.

    Keine schöne Perspektive für eine Wohnung voll mit 8 Personen und viel Essen.

    Also bin ich mit den Kindern los in den nahen Edeka, der noch bis 21.00h aufhatte und hab 2x6 1.5l Flaschen Sprudel geholt. Da andere Familien aus der Straße eine ähnliche Idee hatten, war der Vorrat im Edeka ruck-zuck leer, weil die Eimsbütteler erfahrungsgemäß sowieso bei Feiertagen immer erst Samstags nachmittags einkaufen und dann die Geschäfte heuschreckenartig leer kaufen. Da wohl viele Familien Übernachtungsgäste hatten und es Grillwetter war, war die Versorgungslage im Edeka schon entsprechend niedrig.

    Anyway, 2x9 l Wasser ZUSÄTZLICH zu den Wasserkästen die wir in Vorbereitung auf das Familienevent schon gekauft hatten schienen genug zu sein. Da abends großes Grillen angesagt war, stapelte sich entsprechend das dreckige Geschirr mit Hoffnung auf Wasser am nächsten Tag für die Spülmaschine.

    Die Toiletten in der Nacht mußte jeweils mit einem Eimer Wasser gespült werden, den man selber reinkippt, was gut funktionierte, aber bei 8 Leuten die Badewanne durchaus entleerte. Das kleine Geschäft wurde mit einem halben Eimer beseitigt. Zum Glück waren in der Wohnung zwei Eimer vorhanden. Das Händewaschen war umständlich, weil man ja nicht zuviel Seife in den klaren Wassereimer reinbringen wollte, weil ja daraus auch noch das Gesicht und der Mund gewaschen werden sollten.

    Abends war dann Zähneputzen mit Sprudel angesagt, was die Kinder schaumig und eklig fanden. Ich hätte mal besser stilles Wasser anstatt Classic oder Medium gekauft. Das Spülen des Geschirrs wurde erstmal verschoben, und entsprechend müffelte es in der Küche.

    Mein Schwager und ich konnten am Sonntag morgen dann im Fitness-Studio duschen, was eine Wohltat war. Wie man das schätzte, daß einfach so nach dem Aufdrehen das kostbare Naß in Dutzenden Litermengen auf einen herabregnete… Die anderen mußten zuhause weiter vor sich hin dünsten.

    Die Hamburger Wasserwerke hatten am Sonntag morgen einen kleinen Anhänger mit Trinkwasser und Zapfhahn in die Straße gestellt, und man sah die Straßenbewohner mit Flaschen und Eimern eifrig zapfen. Nicht jeder hatte noch reagiert und noch schnell Wasser gekauft, und nicht alle waren natürlich zu acht. Wenn man nur zu zweit in der Wohnung war und Wasser in der Badewanne hatte, war das ok. Aber nicht jeder war zuhause in der Stunde am Samstag abend, und die Rückkehrer hatten in ihrer Toilette nur noch das Spülkastenwasser.

    Am Sonntag haben wir dann beschlossen, einen Ausflug zu machen und zu hoffen, daß bis zur Rückkehr gegen 19h alles repariert sei. Bei der Rückkehr sahen wir weitere Leute mit Eimern und Flaschen an dem mobilen Trinkwasserfaß und bekamen zu hören, daß die Reparatur am So nachmittag nicht geklappt hätte. Die Crew hatte morgens um 9 angefangen und bis um 17h gearbeitet, leider war beim Wiederanstellen des Wassers das Rohr aus der Muffe gerutscht. Einige Bewohner hatten, als das Wasser am So nachmittag kurzfristig lief, schon ihre Badewannen abgelassen und standen nun ohne Wasser da.

    Die Dame des Hauses und die Oma wurden nun etwas unruhig ob des vielen ungespülten Geschirrs und der zweiten Nacht mit Eimer-Toilettenspülung, also mußte etwas geschehen. Ich hab mir dann die Kinder geschnappt und wir haben eine Eimerkette für das ganze Haus organisiert. Die kleineren Kinder haben die Wassereimer vom Faß bis zum Hauseingang geschleppt und die größeren haben die Eimer in die verschiedenen Stockwerke zu den Badewannen der verschiedenen Wohnungen getragen.

    Nachbarn von der anderen Straßenseite halfen mit Eimern und Gießkannen aus, und andere Nachbarn boten an, daß die etwas verdreckten Kindern bei ihnen duschen und auch schlafen könnten, damit ihnen die Eimer-Toilette in der Nacht erspart bliebe.

    Was ganz witzig war: ich habe am mobilen Wasserfass mehr Leute in der Straße kennen gelernt als in den letzten 20 Jahren. Eine Frau sagte zu mir: früher traf man sich bei Facebook, heute trifft man sich am Wasserfass, wie früher am Brunnen des Ortes! Fast alle bis auf einen nahmen es mit Humor und haben das beste aus der Situation gemacht. Der eine, ca 45 Jahre alt und etwas miesepetrig, wollte bei der Stadt anrufen und sich beschweren, es sei ja eine Schande, daß über Pfingsten mehr als ein Tag das Wasser weg sei.

    Die Arbeiter am Loch (5 an der Zahl, alles sehr nette Deutsche) taten ihr bestes und zeigen die geplatzen Stahlgußrohre aus dem Jahr 1888 (kein Tippfehler, die Rohre dort sind 131 Jahre alt). Sie sind kaum verrostet, weil sie im Füllsand liegen und nicht im aggressiven Lehm. Auch innen waren die Rohre kaum mit Sand oder Ablagerungen oder Kalk verschmutzt.

    Anyway, gegen 19h sagte der Vorarbeiter, daß es zwischen 2 und 5 Stunden dauern könnte. Daher setzten wir einmal einen großen Topf Wasser auf dem Herd auf und kochten ihn, weil die Dame des Hauses so langsam doch etwas panisch wurde, da das Geschirr zur Neige ging und sie spülen wollte.

    Wir schauten dann bei den Bauarbeiten zu und gingen, wo nötig, den Bauarbeitern zur Hand. Die Oma bunkerte schon mal ein paar von den Flaschen, die ich tagszuvor geholt hatte und dazu noch ein paar Brötchen aus dem sich leerenden Brotkorb. Ich holte einen kalten Sixpack Bier von der Tankstelle und brachte ihn den Arbeitern.

    Der Herr des Hauses nahm das ganze eher gelassen hin und hoffte auf die rechtzeitige Fertigstellung vor Mitternacht. Der Vorarbeiter war allerdings weniger optimistisch, da die alten Rohrleitungen elliptisch waren und die Aufsatzmuffen rund. Schließlich konnte doch noch eine Plastik-Umgehungsleitung gelegt werden, weil der eigentliche Rohrbruch unter einem Straßenbaum war und die Bäume in Hamburg heilig sind und auch in so einem Falle nicht gefällt werden dürfen.

    Anyway, um Mitternacht war der Bruch umgangen und das Wasser lief wieder aus den Leitungen. Endlich wieder Hände waschen und Spülen und die Klos funktionierten wieder und die Spülmaschine!

    Welche Selbstverständlichkeiten für jeden von uns (oder selbst für die Römer in Köln vor 1900 Jahren), aber eben nicht überall, selbst heute noch nicht in Indien überall oder in Afrika. Die Kinder haben das auf jeden Fall zu schätzen gelernt und gehen jetzt sehr viel bewußter mit dem kostbaren Wasser um.
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    Kettenreaktion nach Kabeldefekt


    Bis 3 Uhr in der Früh mussten letztlich per Hand gut 340 Sicherungen aus rund 150 Kabelverteilerkästen im Stadtgebiet ausgewechselt und die Leitungen wieder aufgebaut und zugeschaltet werden. Siebenstündige Stromunterbrechung.

    Den massivsten wirtschaftlichen Schaden wird wohl Ledvance im Industriegebiet zu vermelden haben. Dabei waren der High-Tech-Lampenhersteller ebenso wie die Metallbaufirma Weitner nur gut eine Stunde vom Netz.

    "Aber sechsstellig dürfte die Schadenshöhe schon ausfallen", schätzt Rotter auf Nachfrage unserer Zeitung - auch weil das Netz dann immer wieder geschwankt hatte und durch diese kurzen "Wischer" die hochsensible Elektronik der Anlagen gehörig aus dem Takt gekommen ist.

    Auslöser war ein Kurzschluss im Mittelspannungsnetz. Daraufhin brannte wegen der Überlastung ein Schutzwechsler an der Trafostation an der Klinik Eichstätt durch. In der Folge davon musste nicht nur die Feuerwehr ausrücken und den Traforaum samt Tiefgarage lüften, sondern die Klinik musste auch ihr Notstromaggregat anwerfen. In den insgesamt rund 150 Kabelverteilerkästen im Stadtgebiet flogen reihenweise die Sicherungssätze raus. Dies musste dann eben bis in die Nacht erst einmal geortet und Verteilerkasten für Verteilerkasten manuell repariert werden.

    Dass eine ganze Reihe von Haushalten und Büros dagegen auch Freitagfrüh noch kein Telefonfestnetz hatte, lag wiederum daran, dass in den Stromversorgungskästen der Telefonanbieter - die digitale Telefontechnik braucht im Gegensatz zur früheren analogen Technik eine eigene Stromversorgung - wegen der streckenweise Überlastung ebenfalls reihenweise Sicherungen "geflogen" sind und im Laufe des Tages erst ausgewechselt werden mussten.
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    Stromausfall: auch Radio-Sendemast außer Betrieb


    Durch den Stromausfall hatte auch der Sendemast am Rande zum Mundenhof-Gelände keinen "Saft" mehr, die Folge war Stille auf gleich mehreren Radioprogrammen - auch baden.fm war während der Dauer der Störung nicht mehr über die UKW-Frequenz 94,7 MHz zu erreichen. Viele Autoradios mussten je nach Empfang auf die anderen Frequenzen 106,0, 106,6 oder 107,7 MHz umstellen.
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    Stromausfall: Herzkatheter defekt


    Klinik Eichstätt stärker betroffen als zunächst angenommen: Das Dieselnotstromaggregat hat zwar einwandfrei funktioniert, so dass auch während des siebenstündigen Stromausfalls die Klinik ihren Betrieb aufrechterhalten konnte. Allerdings hat der Stromausfall den Herzkatheter außer Gefecht gesetzt, so dass eine Reihe von Herzpatienten in die Klinik nach Kösching oder im akuten Notfall auch ins Klinikum nach Ingolstadt gebracht werden mussten.

    Der Stromausfall hat demnach die USV im Herzkatheter, also die "unterbrechungsfreie Stromversorgung", zerstört und dabei einen Schaden von rund 13000 Euro angerichtet.
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    Stromausfall: Schaden an IT-Geräten der Uni enorm


    Inzwischen haben das Rechenzentrum und das Gebäudemanagement der Katholischen Universität in Eichstätt einen Überblick über einen Großteil der Schäden, den der mehrstündige massive Stromausfall in der Nacht auf Freitag bei ihnen verursacht hat. Das Rechenzentrum schätzt den Wert der defekten Geräte im IT-Bereich auf 50000 Euro.

    Beschädigt sind vielfach Netzteile in Geräten etwa zur Abdeckung des IT-Netzwerks. Die Verantwortlichen im Rechenzentrum werden versuchen, diese Netzteile reparieren zu lassen - zum einen um die Kosten zu minimieren und aus Gründen der Nachhaltigkeit, zum anderen weil nicht mehr alle ausgefallenen Geräte auf dem Markt verfügbar sind.

    Betroffen von Ausfällen seien ausschließlich dezentrale Strukturen, etwa Access Points für das WLAN, Verbindungen zu Arbeitsplatzrechnern oder Geräte zur Erfassung der Arbeitszeit von Beschäftigten.
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    Wahrscheinlich Software-Fehler: Großflächiger Ausfall des Mobilfunk- und Festnetzes in Holland


    Notruf war 4 Stunden nicht erreichbar; Unklar ist, warum auch alle Notsysteme versagten.
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    13 Minuten Stromausfall legt Speicherfabriken für mehrere Wochen lahm


    Nach einem Stromausfall in Japan liegt bei Toshiba und Western Digital die Flash-Produktion lahm. Bis zu 6 Millionen TByte weniger NAND-Flash werden erwartet.

    Stromausfall: 15. Juni
    Bis zur Wiederaufnahme sollen noch mehrere Wochen vergehen

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    Argentinien-Blackout: "Vergiftete" Atomkraftwerke -Wiederanlauf


    Eine vollständige Unterbrechung der Stromversorgung (station blackout) war die technische Ursache für den SuperGAU von Fukushima im März 2011. Im Fall eines riesigen Stromausfalls muss man immer prüfen, ob Atomkraftwerke davon betroffen sind und wenn ja, ob die Notstromaggregate funktioniert haben.

    Im Laufe des Sonntags berichteten argentinische Medien, bedingt durch die Störung seien Kraftwerke heruntergefahren worden, was eine naheliegende Maßnahme ist. Mehrere Internetplattformen meldeten eine Verzögerung bei der Restauration des Netzes, weil die Kraftwerke beim Wiederanfahren notwendige Tests durchlaufen müssten.

    Mit der "Vergiftung" kann hier nur die sogenannte Xenon-Vergiftung gemeint sein. Beim Reaktorbetrieb wird unter vielen anderen Spaltstoffen Jod-135 erzeugt, welches in Xenon-135 zerfällt. Xe-135 verwandelt sich durch Neutroneneinfang in das stabile Xe-136. Nach Abschalten eines Reaktors setzt sich der erste dieser beiden Kernprozesse fort, nicht jedoch der zweite, da der Neutronenfluss zum Stillstand gekommen ist. Dies führt zu einer übermäßigen Konzentration von Xe-135 im Reaktor, die man als Vergiftung bezeichnet. Deshalb wird der Reaktor üblicherweise erst nach ein bis zwei Tagen wieder mit voller Last gefahren. In Tschernobyl war diese Vorschrift missachtet worden, was einer der Faktoren dafür gewesen ist, dass der Reaktor schließlich nicht mehr einzufangen war.
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    EPEX: Datenpanne, Decoupling, Desaster?


    Durch ein fehlerhaftes Datenpaket kam es an der europäische Strombörse EPEX in Paris am 7. Juni 2019 zu einer Entkopplung des europäischen Strommarktes und großer Aufregung an den Märkten.  Wie die EPEX jetzt mitteilte, hat ein unbekannter Marktteilnehmer offenbar ein „korruptes“ Datenpaket an die EPEX übermittelt. Einen Hackerangriff oder Schadsoftware hat die EPEX nicht erwähnt – es hat aber den Handelsserver bei der EPEX in die Knie gezwungen und führte zu einem Serverneustart. Die EPEX hat mit dem Neustart das korrupte Gebot entfernt. Allerdings wurde das Gebot erneut übermittelt – trotz Rücksprache. Dies setzte wohl nicht nur den Hauptrechner, sondern auch die Backup-Server des Redundanzsystems vollständig außer Gefecht.

    Wir haben solche Probleme bei der EPEX noch nicht erlebt. Die Frage, warum alle Sicherheitsmechanismen und Redundanzen versagt haben, steht im Raum und muss beantwortet werden.
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    Unvorbereitete Unternehmen - hoher volkswirtschaftlicher Schaden


    Behörde fragte bei 27 Unternehmen im Landkreis nach, die gefährliche Stoffe verarbeiten und im Ernstfall selbst eine potenzielle Gefahrenquelle darstellen. Demnach verfügen immerhin neun dieser Firmen über keinen Notfallplan und 13, also fast die Hälfte, haben keine eigene Notstromversorgung. Ein abrupter Produktionsstopp hätte bei einigen Firmen weitreichende Folgen. Anlagen könnten schwer beschädigt oder sogar zerstört werden. Der volkswirtschaftliche Schaden wäre gewaltig.
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    Kliniken befürchten Engpass bei Medizinprodukten


    In deutschen Krankenhäusern drohen chirurgische Instrumente, Implantate und andere Medizinprodukte knapp zu werden. Die EU hat die Kontrollen vereinheitlicht und verschärft - gedacht zum besseren Schutz der Patienten. Doch jetzt fehlen Prüfstellen. Hersteller nehmen auch bewährte Produkte vom Markt. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft warnt: «Wir laufen Gefahr, dass in Krankenhäusern bestimmte Medizinprodukte ab Mai fehlen werden.» Neun Monate vor dem Ende der Übergangsfrist hat die EU-Kommission erst zwei Stellen benannt, die nach den neuen Regeln prüfen dürfen.
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    Auswirkungen im Kanalisationsnetz


    Das Ingenieurbüro Roggensinger AG wurde im April 2017 beauftragt, die Auswirkungen eines länger dauernden Stromunterbruches im Kanalisationsnetz zu untersuchen. Ziel dieses Auftrages war es, ein Arbeitsinstrument für den Werkhof mit klaren Handlungsanweisungen im Ernstfall erarbeiten zu lassen. Ein solches Arbeitsinstrument kann bei Versicherungs- und Haftungsfragen infolge Schadenereignissen von grosser Bedeutung sein. Bei einem längeren Stromausfall wird die Funktionalität der Sonderbauwerke beeinträchtigt, wobei hohe Schäden an Gebäuden sowie weitreichende Gewässerverschmutzungen entstehen können. Um diese Gefahren grösstmöglich zu minimieren, wurde ein Notfallszenario bei Stromausfall für diverse Sonderbauwerke erarbeitet. Für jedes Sonderbauwerk wurden Interventionsmassnahmen, benötigtes Material, Zuständigkeiten und bauliche Anpassungen aufgelistet und nach erforderlicher Interventionszeit priorisiert. Bei den Interventionszeiten unter einer Stunde bzw. in der Nacht ist es für den Werkhof unmöglich, ohne eigenes Notstromaggregat in der vorgegebenen Zeit zu handeln, weshalb die Anschaffung von zwei Notstromaggregaten notwendig ist.

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