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Ein europaweiter Strom- und Infrastrukturausfall (“Blackout”)

 

Blackout Bilder

 

Eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung!

Ein Blackout – ein plötzlicher, überregionaler und länger andauernder Strom- und Infrastrukturausfall – ist kein gewöhnlicher Stromausfall, den schon viele von uns erlebt haben. Bei diesem Szenario ist ein zeitgleicher Ausfall der Stromversorgung in weiten Teilen Europas zu erwarten. Dieser passiert innerhalb weniger Sekunden und ohne jegliche Vorwarnung. Die vollständige Wiederherstellung der Stromversorgung kann Stunden, wenn nicht sogar Tage dauern. Aber nicht nur das, mit diesem Stromausfall fallen zeitnah auch so gut wie alle anderen lebenswichtigen und stromabhängigen Infrastrukturen (Transport, Kommunikation, Versorgung, Wasser, etc.) aus bzw. stehen nur mehr mit einer eingeschränkten Funktionalität zur Verfügung. Ein derart weitreichendes Ereignis können wir uns kaum vorstellen, da wir so etwas noch nicht erlebt haben, aber: Wären Sie und Ihre Familie, Ihre Gemeinde  oder Ihr Unternehmen auf ein solches Ereignis vorbereitet?

Zwei Phasen

Phasen Blackout 750

Bei diesem Szenario wird meistens die zweite Phase vergessen bzw. drastisch unterschätzt:

Phase 1: Ein totaler bis weitgehender Strom­ und Infrastrukturausfall, welcher je nach Regi­on Stunden bis Tage dauern wird.

Phase 2: Die Stromversorgung funktioniert zu­mindest wieder in weiten Teilen, die anderen In frastruktursektoren jedoch noch nicht oder nur eingeschränkt. Diese Phase kann je nach be­troffener Infrastruktur Tage, Wochen und in Teilen sogar Monate (z. B. Ausfälle in der Tierhaltung) andauern. Die Phase 2 wird daher zu einer enormen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Belastungsprobe werden.

Ein Bild/Video sagt mehr als tausend Worte

Das Schweizer Bundesamt für Bevölkerungsschutz (BABS) stellt  folgendes Sensibilisierungsvideo für die Öffentlichkeit (http://youtu.be/NMWZwkv0qto) zur Verfügung:

Vortrag “Wie können sich Betriebe und Haushalte vorbereiten” – Blackout, das unterschätzte Katastrophenszenario

Das europäische Stromversorgungssystem – Der Schein trügt

Die europäische Stromversorgung zählt zu den verlässlichsten der Welt. Dennoch steigt seit Jahren, von der Öffentlichkeit weitgehend unbeachtet, die Wahrscheinlichkeit für ein derartiges Ereignis (siehe etwa Auswertung Redispatching & Intradaystops). Dafür gibt es verschiedene Gründe. Daher geht die Fachwelt davon aus, dass es keine Frage mehr des “ob”, sondern nur mehr des “wann” ist, bis es zu einem solchen Ereignis mit weitreichenden Dominoeffekten kommen wird.

Ein Blackout wird selten durch ein Einzelereignis ausgelöst. Internationale Erfahrungen zeigen, dass es meist zu einer Verkettung von an und für sich beherrschbaren Einzelereignissen kommt. Zusätzlich haben in den vergangenen Jahren Extremwetterereignisse (Schnee, Eis, Hochwasser, Hitze) zugenommen und zum Teil zu beträchtlichen regionalen Strom- und Infrastrukturausfällen – wie etwa 2014 in Slowenien, Kärnten, der Steiermark oder im Waldviertel – geführt. Daher macht es Sinn, sich mit diesem möglichen strategischen Schockereignis auseinanderzusetzen.

Unterschied regionale/überregionale Störungen

Der Begriff “Blackout” wird für sehr unterschiedliche Stromausfälle verwendet. In Medien liest man häufig bei lokalen Stromausfällen von einem “Blackout”. Auf dieser Seite wird nur Bezug auf einen zumindest mehrstündigen und großräumigen Ausfall der Strom- und der meisten sonstigen lebenswichtigen Infrastrukturen genommen!

Begrenzte, lokale/regionale Störung

Lokale Störung

Europäische Großstörung (“Blackout”)

Europäische Großstörung ("Blackout")

Unbegründeter Optimismus

Quelle: „Strom aus“ – TV Dokumentation, ORF/3sat

Outside the Box- Magazin: Blackout

Outside the Box - Magazin Blackout 350Ab 28. März 2016 wurde ein Gespräch mit Herbert Saurugg zu den Fragen:

  • Welche Faktoren begünstigen einen Blackout?
  • Welche Auswirkungen bzw. Dominoeffekte sind zu erwarten?
  • Welche Vorkehrungen kann der Einzelne oder die Gemeinschaft treffen?

auf okto.tv ausgestrahlt. Klicken Sie auf das Bild, um zur Aufzeichnung zu gelangen.

 

 

Ein Überblick im Schnelldurchlauf, was ein Blackout bedeuten könnte

Die einzelnen Folien sind mit weiteren Hintergrundinformationen verlinkt. Klicken Sie einfach auf die Folie und Sie werden weitergeleitet.

 

Europäische Dimension

Die österreichische Energiewirtschaft ist sich dieser Bedrohung bewusst und unternimmt alles in ihrer Macht stehende, um ein derartiges Szenario in Österreich zu verhindern. Dennoch gibt es keine Garantie, dass das österreichische Stromnetz aufgrund der engen europäischen Verflechtung bei einer europäischen Großstörung verschont bleibt. Siehe etwa das Statement des österreichischen Übertragungsnetzbetreibers Austrian Power Grid (APG) bzw. die Aussage im Untersuchungsbericht zum Blackout in der Türkei (2015): „Although the electric supply should never be interrupted, there isunfortunately, no collapse-free power system!.

Wie konkret die Probleme sind, zeigen etwa folgende Meldungen:

Ein Blackout ist kein Schicksalsszenario

Die Gesellschaft kann sich durch eine aktive und breite Auseinandersetzung mit diesem Szenario bzw. mit den damit verbundenen Konsequenzen vorbereiten und so das Schreckenspotenzial minimieren. Aufgrund der erwartbaren Dimensionen – jeder Einzelne, aber auch jede Organisation wird zum Betroffenen – und aufgrund der Zeitkritikalität – eine Störung kann jederzeit eintreten – sind unkonventionelle Herangehensweisen erforderlich.

Es geht nicht nur um die Stromversorgung

Die größte Herausforderung ist nicht ein mehrstündiger Stromausfall, sondern der damit verbundene infrastrukturelle Kollaps. Auch wenn die Stromversorgung wieder hergestellt ist, dauert es noch wesentlich länger, bis die Normalität in unser Gesellschaftsleben wieder eingekehrt sein wird. Erst wenn die Stromversorgung wieder weitgehend stabil funktioniert, können die anderen Infrastrukturbereiche beginnen, ihre Systeme wieder hochzufahren. Etwa die Telekommunikationsverbindungen. Dann die Services, wie etwa das Internet. Dann weitere Applikationen, etwa die für die gesamte Warenlogistik erforderlich sind. Und erst dann kann ein realer Warenfluss wieder beginnen … wobei die tatsächliche Synchronisation wahrscheinlich noch wesentlich länger dauern wird.

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Besonders kritisch: Die transnationalen Logistikketten und die Lebensmittelversorgung

AchtungDaher stellt eine ausreichende Eigenbevorratung der Bevölkerung die wesentliche Voraussetzung dar, um eine mehrtägige Versorgungsunterbrechung bewältigen zu können. Siehe dazu auch die Studie “Ernährungsvorsorge in Österreich“. Wer auf einen Blackout vorbereitet ist, ist auf fast jede Krise gut vorbereitet!

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Blackout – eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung

Die Vorbereitung auf ein mögliches Blackout ist eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung und betrifft nicht nur die Einsatzorganisationen oder die organisierte Hilfe. Hören Sie dazu ein ausführliches Interview auf Freies Radio Salzkammergut.

Weiterführende Hintergrundinformationen und Hilfestellungen

In der Zeitschrift Truppendienst wurde eine Artikelserie mit umfangreichen Hintergrundinformationen veröffentlicht. Darin werden das Szenario aber auch die Handlungsmöglichkeiten umfangreich beschrieben. Weiters wurden durch den Verfasser die Leitfäden “Meine Gemeinde auf ein Blackout vorbereiten” und “Mein Unternehmen auf ein Blackout vorbereiten” erstellt und der öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.

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