Aktuelle Situation

 

Letztes Update: 01.05.17

Auf dieser Seite werden aktuelle Herausforderungen im Stromversorgungssystem anlassbezogen dokumentiert. Die Auswertung der daraus resultierenden Intraday-Stops und Redispatching-Eingriffe bzw. der Negativstrompreise erfolgt in eigenen Beiträgen.

Übersicht

Kurzmeldungen

  • 22.03.17: Quelle: Gas Markets Events faced during Winter 2016/2017: In this background paper, EURELECTRIC looks into some of the most noticeable situations of tight gas supply in Europe during the winter 2016/2017. These events highlight the importance of guaranteeing gas security of supply and show the potential collateral effects on the electricity system of tensions in the gas market, especially in countries where gas-fired power plants are key for electricity generation. This growing interdependency between gas and electricity markets calls for a strengthened consideration of the cross-commodity dimension in the evolution of the energy regulatory framework.
    Such dependency may have serious impacts on the Security of Supply of the electricity system, given the heavy dependence of electricity generation on natural gas. (…) However, it is worth noting that the current Emergency Procedure activates the different emergency levels according to criteria that are no longer appropriate to capture the real emergency status. (…)
    Siehe auch Wie sicher ist unsere Erdgasversorgung wirklich? bzw. eine Meldung nach der letzten Kältewelle im Jahr 2012:

Im Februar 2012 traten während einer Kältewelle zwei potenziell kritische Rahmenbedingungen gleichzeitig auf. Zum einen konnten aufgrund von Engpässen im Gasnetz nicht alle deutschen Gaskraftwerke ausreichend mit Gas versorgt werden, zum anderen trat zeitweise eine erhebliche Unterspeisung der Bilanzkreise auf. Die Unterspeisung der Bilanzkreise führte in einigen Stunden zur vollständigen Ausschöpfung der Regelenergiereserven und überschritt sogar zeitweilig die vorgehaltene Kapazität deutlich. Um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten, mussten die Übertragungsnetzbetreiber die Reservekraftwerke zur Ergänzung der Regelenergie heranziehen und zusätzlich Energie im Intraday-Markt in Deutschland und im benachbarten Ausland beschaffen. Der Ausfall eines weiteren größeren Kraftwerks hätte in  dieser Situation nur schwer kompensiert werden können. Aufgrund der insbesondere im Süden Deutschlands ausgefallenen Gaskraftwerke, sowie einer hohen Netzlast und erheblichen Exporten nach Frankreich, Österreich und in die Schweiz, war das Netz hoch ausgelastet, was die sog. (n-1)-Sicherheit in wenigen Stunden gefährdete.

  • 10.03.17: Der kalte Winter trieb laut Eigenbauer auch die Versorgungssicherheit in Europa an ihre Grenzen. Die Kältewelle habe gezeigt, dass die Inlandsstromerzeugung allein Österreichs Stromversorgung nicht sichern könne, sondern dass diese von Stromimporten abhänge. Für zwei Wochen musste der Übertragungsnetzbetreiber APG heuer die Warnstufe Gelb ausrufen – denn die erneuerbare Energie lieferte im Winter zu wenig Elektrizität. Warnstufe Gelb bedeutet laut E-Control intensiveres Monitoring. Von Warnstufe Rot (was Energielenkungsmaßnahmen bedeuten würde) sei man allerdings noch entfernt gewesen. „Versorgungssicherheit ist dann gegeben, wenn man sich auf die Importe verlassen kann. Aus eigener Kraft geht es jetzt schon nicht mehr“, sagt Eigenbauer. Diesen Winter habe es eine deutlich höhere Last als erwartet gegeben. Zugleich sei aber ein Großteil der Anlagen auf Basis erneuerbarer Energie wie Laufwasser, Pumpspeicher und Wind kaum verfügbar gewesen. Von 25.000 MW installierter Leistung seien nur rund 4.000 MW an erneuerbarer Energie übriggeblieben – und die bisher höchste Lastspitze von 11.000 MW habe man durch kalorische Kraftwerke und Importe aus Deutschland abgedeckt. Die geplante Abschaltung heimischer kalorischer Kraftwerke von Mellach bis Dürnrohr hält Eigenbauer dementsprechend momentan für keine gute Idee: „Ich glaube, wir können derzeit überhaupt kein Kraftwerk stilllegen.“ – Quelle: derstandard.at
  • 17.01.17: CH: Aktueller Füllstand der Seestände auf niedrigem Niveau – Tendenz zeigt 20-jährigen Tiefstwert in laufender Woche; Die letzten Wochen zeigten eine deutlich höhere Speicherproduktion mit einem hohen Abbau der Reserven; Derzeit hohe Volatilität am Strommarkt; Quelle: Präsentation Arbeitsgruppe Winter Swissgrid
  • Stromversorgung vor Kollaps – Frankreich droht der Blackout – Warnender Hinweis für die 3.KW 2017
  • Die Betreiber des Stromnetzes beklagen deutlich gestiegene Risiken in der Stromversorgung. Beleg dafür sei, dass sie zunehmend oft auf Reservekraftwerke zugreifen müssten. Die kritische Lage im Nachbarland Frankreich erschwere die Netzsteuerung zudem. Seit dem 10. Oktober seien diese Notfall-Kraftwerke schon an 26 Tagen zugeschaltet worden, teilten die Netzbetreiber am Mittwoch mit – also fast an jedem zweiten Tag. Voriges Jahr waren es im Oktober und November nur 18 Tage gewesen. In der Spitze seien 2016 bisher 6000 Megawatt Strom von den im In- und Ausland in Reserve gehaltenen Kraftwerken abgerufen worden. Die Menge entspricht etwa der Erzeugungskapazität von sechs Kernkraftwerken. Die Netzbetreiber haben auf Anweisung der Netzagentur als „Winterreserve“ Notfallkraftwerke mit einer Kapazität von 8300 Megawatt angemietet. Sie werden dann zugeschaltet, wenn die Stromnachfrage im Süden nicht gedeckt werden kann, weil dort zu geringe Kapazitäten stehen und mögliche Elektrizitätsüberschüsse aus dem Norden wegen fehlender Leitungen nicht abgeleitet werden können. Quelle: faz.de
  • Die Stromerzeuger haben in Deutschland Kraftwerkskapazität in Höhe von 12.169,8 Megawatt (MW) zur endgültigen Stilllegung angemeldet, davon 4.714,8 MW in Süddeutschland. Bereits endgültig stillgelegt sind 5.577,0 MW. Die Differenz ergibt eine Gesamtleistung in Höhe von insgesamt 6.592,8 MW aus zur endgültigen Stilllegung angezeigten Kraftwerken, deren Außerbetriebnahme allerdings noch nicht vollzogen ist. Darin enthalten sind systemrelevante Kraftwerke mit einer Gesamtleistung von 2.910,9 MW, die auf Betreiben der Übertragungsnetzbetreiber aus Gründen der Versorgungssicherheit derzeit nicht endgültig stillgelegt werden dürfen. Die Liste weist 19 solcher zur vorläufgen oder endgültigen Stilllegung angemeldete Kraftwerke aus, die nicht stillgelegt werden können. Quelle: www.mbi-energysource.de
  • Gemeinsamer Strommarkt Deutschland-Österreich steht auf der Kippe – Eine systemische Betrachtung der aktuellen Debatte zur Auftrennung des Deutsch-Österreichischen Strommarktes. Einmal mehr wird hier nicht verstanden, dass physikalische Grenzen und Gesetze sich nicht ändern lassen
  • Geht Belgien jetzt der Strom aus? – Auch Belgien hat heuter, wie bereits 2014 und 2015 ein Versorgungsproblem, das eskalieren könnte.
  • FRA: Bei Kältewellen drohen Versorgungsprobleme – bereits das vierte Land mit absehbaren Problemen im kommenden Winter
  • Situation in der Schweiz im kommenden Winter wieder eine Herausforderung: Siehe Truthahn-Illusion: «Das Risiko des Blackout spielt eine untergeordnete Rolle»
  • Die Herausforderung für die Versorgungssicherheit liege bei der regionalen Stromverteilung, so die Bundesnetzagentur. Es sei «deutlich anspruchsvoller» geworden, das Stromnetz stabil zu halten. Dies belegt nicht zuletzt die Zahl der Stunden, welche die Netzbetreiber aufwenden müssen, um einen Blackout zu verhindern. Lag diese Zahl 2010 bei rund 1500, sind es mittlerweile gut 15’000 Stunden, also zehnmal mehr. Gewachsen ist in Deutschland auch der finanzielle Aufwand, um das Stromnetz zu stabilisieren. Zwischen 2010 und 2015 betrugen die Gesamtkosten eine Milliarde Euro, wobei der jährliche Anteil stark gestiegen ist, von 48 Millionen Euro im Jahr vor Fukushima (2010) auf 402 Millionen Euro (2015).  Quelle: www.tagesanzeiger.ch
  • „Alle Verantwortlichen denken beim Begriff Blackout zu positiv!“ – Aus der Feuerwehrpraxis
  • Blackout als wahrscheinlichster Notfall – Aussage Helfer Wiens
  • Blackout die wahrscheinlichste Katastrophe – Aussage des deutschen Innenministers
  • Wahrscheinlichkeit eines Blackouts gestiegen – Die österreichische Energiewirtschaft warnt vor dem gestiegenen Blackout-Risiko und den schwerwiegenden Folgen
  • E-Control warnt vor Strom-Engpass – die kritischen Entwicklungen werden nun auch bereits durch den Regulator angesprochen
  • Archivmeldungen

Angespannte Versorgungssituation in Europa durch Kältewelle Jänner 2017

Quelle: APG

EEX Strompreis 01.01.12 – 01.05.17 Base (0-23 Uhr)

EEX Strompreis 01.01.12 – 01.05.17 Peake (8-20 Uhr)

Negativ- bzw. Hochpreise 1. und 2. Quartal 2017

Vergleich Strompreise 1.HJ 2015

Speichersituation in Österreich

Speicherinhalte zum Monatsletzten (Quelle: E-Control)

Der Speicherstand hat sich wieder normalisiert und ist nun Ende März wieder über den bisherigen Tiefststand.

Situation in der Schweiz

27.01.17: Für die Schweiz besteht trotz der Kältewelle und der angespannten Versorgungssituation in Europa zurzeit keine Gefahr eines Versorgungsengpasses. Etwaige fehlende Bandenergie könnte – sofern im Ausland verfügbar – importiert werden. Auch wenn die Energie nicht importiert werden kann, sind derzeit genug Reserven in den Speicherkraftwerken um die Last selbst zu decken. Allerdings kann das derzeit hohe Niveau der Speicherproduktion nur noch beschränkt anhalten – aufgrund des bereits stark reduzierten Füllungsgrad der Speicherseen. (Quelle: swissgrid)

02.02.17: Der Füllstand der Speicherseen hat bereits per 16. Januar 2017 einen neuen saisonalen Tiefst-Stand erreicht mit einer Differenz zum Median von derzeit ca. 1.3 TWh.

24.04.17: Nach einer zwischenzeitlichen Entspannung ist nun doch wieder ein Negativtrend eingetreten.

Engpassmanagement/Kurzfristige Gaskraftwerkanforderung

Quelle: APG

epm-2016

Engpassmanagementkosten

Quelle: APG

epm-kosten-2015-16

.Aktueller Ausbaustand und Spitzenleistungen EE in Deutschland

Quelle: Frauenhofer Institut, Link: interaktive Grafiken (Stand März 2016)

2015 2016
installierte PV-Leistung 39,6 GW 40,85 GW
maximale PV-Leistung 27,3 GW am 21.04.2015 um 13:15 Uhr ca. 28,5 GW am 08.05.2016 um 13:00 Uhr
installierte Windenergie-Leistung 41,3 GW 49,6 GW
maximale erzeugte Windenergie-Leistung 35,6 GW am 21.12.2015 36,6 GW am 08.02.2016

Die Windenergiestromproduktion lag 2015 fast um 50% über der Produktion von 2014.

Mehr als 50 GW Stromproduktion aus erneuerbare Energie (EE) Anlagen in Deutschland

(inkl. Biomasse und Wasserkraft)

TagGW
24.04.1756,9
02.03.1755,9
30.04.1755,2
07.05.1654,5
09.05.1654,4
08.05.1654,0
28.09.1653,5
12.04.1753,4
10.04.1753,2
06.07.1653,2

Überblick über die Situation in Österreich

(Stand: 05/2016) Quelle: www.afi-fenco.at

Der Vortrag von Gerhard Christiner, Technischer Vorstandsdirektor APG, zeigt einige eindrucksvolle Einblicke in die aktuelle Situation im österreichischen Stromnetz. Besonders die Inbetriebnahme des polnischen Phasenschiebers (Folie 3) ist mit „Spannung“ zu beobachten, da hier einige Auswirkungen auf die Netzstabilität in Deutschland, aber durch den gemeinsamen Strommarkt auch in Österreich zu erwarten sind.

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  1. […] Aktuelle Situation […]

  2. […] aktuellen Situation empfiehlt sich ein Blick auf die Darstellung der aktuellen Lage bzw. auf die Auswertung der […]

  3. […] wie die Schweiz, Belgien oder Frankreich auf Importe und gleichzeitig stehen in Deutschland zig Kraftwerke zur Schließung an. Die Anzahl und der Umfang der deutschen Netzeingriffe zur Netzstabilisierung sind im […]

  4. […] wie die Schweiz, Belgien oder Frankreich auf Importe und gleichzeitig stehen in Deutschland zig Kraftwerke zur Schließung an. Die Anzahl und der Umfang der deutschen Netzeingriffe zur Netzstabilisierung sind im […]

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